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Geschrieben von Myrath am 14.08.2022 um 17:25:

  Diskriminierungswarnung vor alten Hörspielen

Anscheinend gibt es jetzt bei Spotify einen Disclaimer zum Thema Diskriminierung vor den alten TKKG Folgen. Ist dort jemand angemeldet und könnte den Text hier mal kurz wiedergeben?



Geschrieben von Dominik am 14.08.2022 um 17:32:

  RE: Diskriminierungswarnung vor alten TKKG-Folgen

Ich habe mal eine Folge angeklickt, da kam nur das Intro. Bei welchen soll das denn so sein?



Geschrieben von Myrath am 14.08.2022 um 17:44:

 

Ich habe die Info auf Twitter gesehen.

EDIT: Der Link funktioniert irgendwie nicht. Ist auf dem Kanal der Tosenden Hollywoodschaukel zu finden. Scheint zumindest beim blinden Hellseher vorhanden zu sein.



Geschrieben von Mangobanane am 14.08.2022 um 17:49:

 

Stimmt tatsächlich, sie haben es beim blinden Hellseher an Part 1 rangehängt.



Geschrieben von Myrath am 14.08.2022 um 17:52:

 

@Mangobanane

Vielen Dank dafür.



Geschrieben von Mangobanane am 14.08.2022 um 17:53:

 

Kein Problem. Ob jetzt auch das feuerrote Nashorn und TKKG 19, 20 und 37 so zurückkommen dürfen? Zwinker



Geschrieben von Myrath am 14.08.2022 um 18:20:

 

Das Ganze ist imho ein komplexes Thema. Ich bin prinzipiell gegen Verbote und Zensur alter Kinderbücher/Hörspiele. Ich möchte nichtmal von den kleinsten Änderungen etwas wissen, sei es der Austausch von Musik, von Sprechern, von Kürzungen oder Umschreibungen. Es geht mir da nicht nur um political correctness, ich möchte einfach ein Werk in der Originalform genießen und denke, dass man es auch nur so richtig beurteilen kann.
Wenn man bei Hörspielen nun einen Disclaimer setzt, anstatt eine der oben genannten Maßnahmen durchzuführen, halte ich das erstmal für das kleinere Übel bzw. sogar für begrüßenswert. Das Äquivalent wäre eine Fußnote im Text oder ein Nachwort im Buch. Das Werk an sich bleibt intakt und zugänglich. Ein Kompromiss, den man in Anbetracht der heutigen Zeit eingehen könnte.
Meiner Ansicht nach hätte das dann ungefähr so aussehen müssen: "Das Hörspiel stammt aus einer anderen Zeit und die hier dargestellten Ansichten könnten von einigen heutigen Hörern eventuell als beleidigend empfunden werden." Fertig.
Aber nein, es muss gleich wieder klingen wie eine Belehrung von oben herab: "Alles, was die früher gedacht haben ist FALSCH und SCHLECHT und wir sind heute viel BESSER und die waren damals halt alle DOOF und wir sind heute alle bunt und happy!" Merken die eigentlich gar nicht, wie dämlich so eine Ansprache klingt? Was richtig oder falsch ist, beurteile ich noch selbst, Dankeschön.
Ein rein sachlicher Hinweis hätte vollkommen gereicht 🙄

BTW: Irgendwie glaube ich, dass ihnen ihre eigene "Warnung" nicht reicht und sie die anderen Folgen trotzdem nicht aus dem Giftschrank holen...



Geschrieben von MewMew am 14.08.2022 um 18:28:

 

Ganz ehrlich? Die perfekte Lösung. Darf gerne bei allen "schwierigen" Hörspielen so gemacht werden. Dann müsste nichts aus dem Verkehr gezogen werden. Thumb Up 2



Geschrieben von Myrath am 14.08.2022 um 18:38:

 

Ich sage ja, prinzipiell okay, am Text können sie aber gerne noch arbeiten.

Wer erklärt mir denn aber jetzt mal, was ausgerechnet beim Hellseher so schlimm sein soll, dass man gewarnt werden muss? Wacko



Geschrieben von Janni am 14.08.2022 um 18:45:

 

Eventuell Mafiaklischees??



Geschrieben von MihaiEftimin am 14.08.2022 um 18:56:

 

Prinzipiell halte ich Disclaimer auch für die beste Lösung, um Werke präsentieren zu können, die man in der heutigen Zeit möglicherweise als problematisch sehen könnte. Ich hätte nur gerne etwas weniger Moralpredigt dabei ...

Und wenn es tatsächlich Mafiaklischees sein sollten, kann man sich ja mal die Derrick-Folge "Tod eines Italieners" anschauen, die im selben Jahr rauskam wie das Hörspiel zum "blinden Hellseher". Beide behandeln halt einfach ein Thema, das zu der Zeit brandaktuell und in aller Munde war ... och nee, keinen Roman dieses Mal. Fettes Grinsen



Geschrieben von Myrath am 14.08.2022 um 19:07:

 

Stimmt schon, wir wollen ja keine armen unschuldigen Mafiosi beleidigen Zwinker

Klar, wenn man das jetzt wieder auf ALLE Italiener beziehen will... (auf die Idee wäre ich vorher nie gekommen). Aber wie soll man dann noch Geschichten erzählen? Wenn jeder nicht mehr als Individuum sondern nur noch als Repräsentant einer Gruppe gesehen wird? Wer darf denn in Zukunft noch der Bösi McEvil sein, oder lassen wir sowas dann auch gleich ganz weg? Zwinker

Gut gut, keine Romane diesmal, aber der Sachverhalt musste zumindest angesprochen werden. Vielleicht ist es ja wirklich mal ein Schritt in die richtige Richtung.



Geschrieben von Mangobanane am 14.08.2022 um 19:11:

 

Nun ja, Tarzan verdächtigt hier aus dem Nichts einen Italiener, Mafioso zu sein und Glockner lobt ihn auch noch dafür. Ein Italiener, der wohlgemerkt den Kindern immer billig Pizza verkauft.
Versteht mich nicht falsch, ich brauche diesen ganzen Disclaimer-Kram nicht, ich kann das einordnen, aber ich verstehe auch, wenn Eltern bei solchen Szenen die Augenbrauen hochziehen. Wie sollen die Kinder in dem Moment auch wissen, dass sich die Welt weiter gedreht hat, bzw. dass das noch andere Zeiten waren. Von daher ist so ein Hinweis in meinen Augen völlig ok, wenn dafür das Werk erhalten bleibt.
Vielleicht stoße ich Kiddinx mal darauf bzgl. ihrer Zensur von Bibi 62.



Geschrieben von Myrath am 14.08.2022 um 19:16:

 

Ich war davon ausgegangen, dass der Subplot mit dem Italiener im Buch etwas mehr ausgebaut war, ist aber schon länger her, dass ich es gelesen habe.



Geschrieben von Dominik am 14.08.2022 um 19:21:

 

Disclaimer halte ich für gut, nicht alle Eltern werden sich gemeinsam mit den Kindern die Hörspiele anhören bzw. vorher. Gute Idee, mag ich. Evtl. unterschiedliche Disclaimer mit Erklärung zur jeweiligen Folgen-Problematik.



Geschrieben von Myrath am 14.08.2022 um 19:43:

 

Da taucht bei mir aber doch die Frage auf: Habt ihr früher Hörspiele nur mit euren Eltern gehört? Ich nie.



Geschrieben von MihaiEftimin am 14.08.2022 um 20:24:

 

Ich müsste mir die Stelle im Hörspiel nochmal genau anhören, aber im Buch ist es so, dass Tarzan darauf kommt, weil Volker im Fraskettis Restaurant Stammgast ist und Tarzan dort selbst zwei Wochen zuvor dort war und gehört hat, wie Mario mit einem anderen darüber redet, eine Geldsumme zu beschaffen - deshalb denkt er, Mario könnte die Lösegelderpressung angeleiert haben, um an ebendieses Geld zu kommen. Dort kommt der Verdacht also definitiv nicht "aus dem Nichts".

Im Buch gibt es auch noch eine schöne Stelle, in der TKKG über Vorurteile gegenüber Italienern diskutieren und diese beseitigen wollen bzw. ihr Italien-Bild mehr ausdifferenzieren. Hätte man das mal im Hörspiel übernommen ...

Ach ja, und Hörspiele habe ich als Kind ebenfalls alleine (oder ggf. mit gleichaltrigen Freunden oder Verwandten) gehört.



Geschrieben von Mangobanane am 14.08.2022 um 20:36:

 

Von dem Verdacht erzählt er auch im Hörspiel. Aber seine These, Mario wäre deshalb bei der Mafia, müsste der Kommissar eigentlich berichtigen.



Geschrieben von Myrath am 14.08.2022 um 20:39:

 

@MihaiEftimin
Vielen Dank, ich meinte mich doch zu erinnern, dass da sowas war Happy
Und die Kürzung im Hörspiel ist nicht mit der Absicht irgendeiner Stellungnahme erfolgt, sondern war einfach auf Francis' allgemein bekanntes Kürzungsverhalten, geschuldet der zeitlichen Beschränkung durch das Hörspielformat, zurückzuführen. Umso sinnloser ist es, heute hinter allem böswilliges Gedankengut zu vermuten... egal. Ein bisschen am Disclaimer feilen und gut.

Stimmt, ich habe sie meistens allein gehört, aber manchmal auch mit anderen Kindern. Aber Eltern, die mir in irgendwas hineinquatschen? Hatte spätestens nach der Phase mit Grimms Märchen seinen Reiz verloren Fettes Grinsen



Geschrieben von MihaiEftimin am 14.08.2022 um 20:47:

 

Ist vielleicht einfach etwas unglücklich gelöst - man kann ja nicht nur in der Rolle des Täters mit der Mafia zu tun haben, und so, wie ich das interpretiere, will Tarzan das so auch gar nicht sagen, da wäre dann dementsprechend keine Korrektur seitens des Kommissars nötig. HGF hätte das, wie in so vielen Fällen, vermutlich eleganter lösen können, hätte er mehr Laufzeit gehabt ... naja, was soll's, man kann den Disclaimer ja überspringen ...

Bei mir sogar schon vor der Märchenphase ... Fettes Grinsen Ehrlich, ich kann mich nicht erinnern, dass auch nur ein einziges Mal beim Hörspielhören irgendeine erwachsene Person anwesend gewesen wäre ... (Außer auf langen Autofahrten o.ä.)


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