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Geschrieben von Info-Box am 01.02.2023 um 11:36:

  117 - Ewige Jugend




Geschrieben von Mikosch373 am 20.08.2023 um 19:46:

 

Achtung, Spoiler!

Gruselkabinett - Ewige Jugend (117)

Wie sehr ich mich auf diese Folge gefreut habe! Vor meinem Marathon kannte ich keine der beiden Báthory-Folgen und da mich die erste so enttäuscht hat, liegen meine Hoffnungen jetzt ganz auf der zweiten. Deshalb kann ich es kaum erwarten, sie zu hören und habe mir dafür extra einen Abend ausgesucht.

Den Titel finde ich verheißungsvoll, das Cover mit dem wortwörtlichen Blutbad gefällt mir sehr und der Klappentext liest sich auch gut. Den Anfang mag ich nicht ganz so gerne, das Geplänkel der vier Männer ist zwar ganz sympathisch und zeichnet schon mal ein Bild von Báthory, aber das mit der Kirche passt für mich irgendwie nicht so ganz.

Außerdem finde ich es etwas schade, dass das mit dem hohen Alter und den für ihre ewige Jugend verantwortlichen Blutbädern Emmerich sofort aufgetischt wird. Das hätte man gerne etwas behutsamer und auch geheimnisvoller machen dürfen. Arianne Borbach als Báthory gefällt mir auf den ersten Blick aber schon mal gut. Sie klingt sehr elegant und gleichzeitig sehr verwegen.

In der nächsten Szene offenbart sich dann auch, dass sie sehr hart und grausam sein kann, als sie die Zofe anfährt und ihr die Nadel unter den Fingernägel schiebt, bis sie vor Schmerzen schreit. Fantastisch. Und diese Drohung, dass sie ihr in einer Stunde die Nadeln unter jeden Fingernagel steckt. Das ist eine richtig Báthory!

Zum Glück geht es dann in die Kaparten und auf der Reise zur Burg der Báthory erfährt Emmerich - warum hat er eigentlich so einen blöden Namen und heißt nicht Imre? - dann auch von den vielen Frauen, die die Gräfin quält. Dass man dazu eine sympathische junge Frau ins Spiel bringt, ist ein kluger Schachzug und macht die Geschichte interessanter.

Die Burg und die Umgebung könnten ein bisschen besser beschrieben werden und auch die prunkvollen Säle, in denen die Feier stattfindet, dürften gerne näher beleuchtet werden. Dass Emmerich die gute Gisela und die böse Báthory gleichermaßen begehrt, erhöht die Spannung, aber dass er gleich von Liebe sprechen muss, ist wie so oft übertrieben.

Báthory zeigt immer mehr von ihrer Härte und ihrer Grausamkeit, indem sie den eben geschnappten Wilddieb auf einen Hirsch bindet und beide jagen will, aber langsam könnten die Blutbäder ins Spiel kommen. Dazu kommt es dann, als Gisela Emmerich im Garten warnt, von ihrer eigenen Angst vor den Blutbädern bei Vollmond spricht, und plötzlich die Gräfin auftaucht.

Die Vollmondnacht wird mir eindeutig zu schnell abgehandelt, aber dass die Gräfin am anderen Morgen deutlich verjüngt ist, treibt die Spannung nochmal in die Höhe. Dass Gisela geflohen ist und den Schmuck der Gräfin gestohlen hat, ist natürlich nicht die wahrscheinlichste Erklärung für ihr plötzliches Verschwinden.

Anstatt das Blutbad auszusparen und es trotzdem so offensichtlich zu machen, hätte man hier gern entweder das Blutbad zeigen oder Giselas Verschwinden undurchsichtiger machen dürfen. Die Verzweiflung der Gräfin gefällt mir gut, sowohl wie Arianne Borbach das spielt, als auch wie die Verzweiflung in böses Lachen umschwingt und sie nun in der Not Fliegen fressen wollen.

Dass Báthory Emmerich dazu bringt, sich selbst für den Tod für sie zu entscheiden, finde ich fantastisch und es weckt meine Hoffnung, dass wir doch noch ins Bad der Gräfin dürfen und ein Blutbad miterleben. Eine kleine Überraschung ist dann, dass die Gräfin Isabella in das Geheimnis ihrer ewigen Jugend einweihen und sie mit ins Bad nehmen will.

Als Isabella das ausschlägt, wird aber doch Emmerich ins Badezimmer geführt. Das Bad im Keller, die Vollmondnacht und das, was man über Báthory weiß, sorgen zusammen mit der eingesetzten Musik für den gruseligen Höhepunkt der Folge. Dann erfahren wir auch, wie die Gräfin dazu gekommen ist, im Blut anderer zu baden und sich somit jung zu halten.

Erst da beginnt Emmerich dann, sich zu wehren, was ich nicht ganz nachvollziehen kann. Er wusste doch schon länger, was es mit der Gräfin auf sich hat. Aber es sorgt natürlich für einiges Geschrei und steigert den Grusel nochmal. Wie Gräfin Báthory dann ins Bad steigt, ist ein besonderer Moment, und man hofft schon, dass sie vielleicht nicht kommen, aber natürlich wird sie am Ende doch noch eingemauert.

Insgesamt ist die Folge großartig. Arianne Borbach ist eine wunderbare, brutale und harte, aber ebenso verführerische und elegante Gräfin Báthory und es gibt viele Momente der Grausamkeit. Die Atmosphäre ist gut, könnte durch Beschreibungen der Burg, der Umgebung und der Charaktere aber noch besser sein. Auch gegen mehr Grusel hätte ich nichts gehabt.

Fazit: 9 von 10 Punkten



Geschrieben von DerArchivar am 26.01.2024 um 12:50:

 

Hatte gehofft, dass dir die Folge gefällt, nachdem du die andere so schlecht fandest. Happy



Geschrieben von Mikosch373 am 26.01.2024 um 13:26:

 

Ja, dazwischen liegen wirklich Welten. Zum Glück. Fettes Grinsen



Geschrieben von DerArchivar am 26.01.2024 um 13:27:

 

Ich mag ja beide Folgen, aber die hier finde ich auch besser. Da hat man die Geschichte ein bisschen besser aufgearbeitet.



Geschrieben von Mikosch373 am 26.01.2024 um 13:27:

 

Ein bisschen besser? Folge 14 hat so wenig mit der Legende über Elisabeth Báthory zu tun wie ein Vampir mit einem Werwolf. Fettes Grinsen



Geschrieben von DerArchivar am 26.01.2024 um 13:28:

 

Naja, so extrem seh ich das jetzt nicht. Fettes Grinsen Ich find aber Arianne Borbach als Báthory einfach besser.



Geschrieben von Mikosch373 am 26.01.2024 um 13:29:

 

Ja, da stimme ich voll und ganz zu. Arianne Borbach ist toll in der Rolle! Elegant aber brutal und immer mit so einem verwegenen Unterton…



Geschrieben von DerArchivar am 26.01.2024 um 13:31:

 

Die erste Folterszene trägt auch sehr dazu bei, dass erster Grusel entsteht.



Geschrieben von Mikosch373 am 26.01.2024 um 13:31:

 

Ja, das stimmt. Es ist sowas eigentlich Kleines mit der Nadel und dem Fingernagel, aber sowas kann genauso wehtun wie jemanden mit einem Messer zu attackieren und Báthory weiß das genau. Großartig!



Geschrieben von DerArchivar am 26.01.2024 um 13:32:

 

Ich bin aber froh, dass wir nicht in Wien bleiben. In ihrer gewohnten Umgebung ist die Báthory irgendwie noch cooler.



Geschrieben von Mikosch373 am 26.01.2024 um 13:33:

 

Wenn ich mich zwischen Wien und den Karpaten entscheiden müsste, würde ich auch in 99 Prozent der Fälle die Karpaten wählen, vor allem bei einem Gruselhörspiel.



Geschrieben von DerArchivar am 26.01.2024 um 13:34:

 

Stimmt, der Schauplatz ist gruseliger. Wien ist diese gesittete Stadt und die Karpaten etwas rauer und wilder.



Geschrieben von Mikosch373 am 26.01.2024 um 13:35:

 

Eben! Außerdem spielen sich die Verbrechen, für die Elisabeth Báthory berühmt ist, ja auch rund um ihre Burg ab.



Geschrieben von DerArchivar am 26.01.2024 um 13:36:

 

Stimmt, damit ist man wieder näher an den historischen Begebenheiten.



Geschrieben von Mikosch373 am 26.01.2024 um 13:36:

 

Wobei ich finde, dass man die Burg und die Umgebung drumherum besser hätte beschreiben können.



Geschrieben von DerArchivar am 26.01.2024 um 13:37:

 

Ich finds eigentlich ausreichend. Kratzend



Geschrieben von Mikosch373 am 26.01.2024 um 13:38:

 

Ausreichend ist aber nicht unbedingt zufriedenstellend. Ich finde, dass man sich durch die fehlenden Beschreibungen vieles selbst ausmalen muss und das ist bei einem Ort, den es wirklich gibt, nicht ganz so schön.



Geschrieben von DerArchivar am 26.01.2024 um 13:38:

 

Mh, ja, wenn mans so sieht…



Geschrieben von Mikosch373 am 26.01.2024 um 13:39:

 

Und die Atmosphäre könnte auch besser sein, wenn man mehr vom Schauplatz erzählt bekommen würde. Man hätte das ja auch in die Dialoge einbetten können.


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