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Geschrieben von Info-Box am 07.11.2025 um 07:35:

  005 - Die Weihnachtsgeiseln




Geschrieben von MewMew am 07.11.2025 um 09:07:

 

Ich hab es natürlich noch nicht gehört, aber die Cast-Liste erschlägt einen. Das war im letzten Jahr schon so, dass man auf Grund dieser Masse an Charakteren irgendwann den Überblick verliert, wer nun wer ist und wer was gemacht hat. Auch bei so einer langen Spielzeit wäre ein Hauch weniger (für mich) angenehmer.



Geschrieben von Mangobanane am 17.11.2025 um 15:43:

 

Ich kann da nur für mich sprechen, mich hat die Cast-Liste null erschlagen. Ich konnte sämtliche Figuren der Geschichte ihren Rollen gut zuordnen und der Geschichte zu jeder Zeit folgen, diesbezüglich hat die Hörerführung sehr gut funktioniert.

Nun zur Folge (mit Spoilern):

Mir hat der Adventskalender überwiegend gut gefallen! Martin Hofstetter fällt nicht gleich mit der Tür ins Haus, sondern baut langsam ein sich anbahnendes Verbrechensszenario auf. Die Herangehensweise mit dem Jungen, der in die Geschehnisse hineingezogen wird, ist zwar nicht neu, wird aber unterm Strich gut erzählt (auch wenn die Mutter etwas random erscheint, wie sie TKKG erstmal unbekannterweise in ihr Auto lädt und später einfach alleine lässt LOL ).
Die erste Szene, bei der ich dachte "Oh je, das kippt in die falsche Richtung" war die Besprechung der Gangster, die von TKKG belauscht wird. Auf dem Papier vielleicht spannend, in der Umsetzung aber wirklich schlecht und zu gewollt auf "gruselig" getrimmt.
Die zweite Szene, die ich schrecklich fand: Der Boss verrät sich gegenüber TKKG und Glockner leichtfertig und bis die das geschnallt haben, ist er schon weg, selbst Sportskanone Tim sieht ihn nicht mehr. Das ist so dämlich Roll Eyes

Der Hauptteil im Kaufhaus ist dann aber überwiegend richtig, richtig gut. Es gibt viele Spannungsmomente und Martin Hofstetter meistert den Spagat zwischen Kindergeburtstag und blutrünstiger Geiselnahme meistens ziemlich gut. Anfangs dachte ich noch "Nee, das wird nix", als die Anführerin da erstmal vor sich hinstammelt, aber das hat man dann zum Glück bleiben lassen. TKKG arbeiten schön zusammen, lassen sich immer wieder was einfallen und stellen sich nicht permanent himmelschreiend hohl an. Auch schön, dass man es sich nicht zu einfach macht und zB darauf verweist, dass man ein nagelneues Handy eben nicht sofort benutzen kann.
In manchen Momenten fiebert man tatsächlich richtig mit, auch wenn zB die Durchsuchung der Kissen und Klamotten sehr langgestreckt ist, dafür ist der Moment, wo Tamina Salah es so richtig verbockt, extrem stark gemacht.
Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass nicht alle TKKGler Geiseln werden, denn erstens hatten wir das beim letzten Mal bereits und zweitens verschenkt man so leichtfertig die Chance, außerhalb des Kaufhauses zu ermitteln und so eine noch bessere Szenendynamik zu erreichen. Gerade bei einem Adventskalender mit dreifacher Länge ist es doch ultra-wichtig, mehrere Schauplätze parallel bedienen zu können, was hier leider kaum gemacht wird. Trotzdem funktioniert der Hauptteil des Hörspiels erstaunlich gut, vorausgesetzt, man hinterfragt ihn nicht zu sehr.

Man könnte hier durchaus einiges monieren:
- Dass die Gangster in dem Chaos binnen Minuten genau die Geiseln zusammenbekommen, die sie haben wollen und niemand entwischt, bzw. man Glockner nicht von TKKG oder Nini von ihrer Security trennen kann, ist arg abenteuerlich. Dafür ist der Plan einfach zu lückenhaft.
- Bei Hofstetter kommt wieder das Gutmenschen-Syndrom raus, aber bloß nicht zu sehr, sonst werden die Gangster ja noch sympathisch, was in der Kombination einfach unglaubwürdig wirkt. Entweder man begeht so ein Verbrechen für den Weltfrieden oder für die eigene Bereicherung. Beides zusammen funktioniert nicht. Dass Nini mit ihrem supertollen Popsong mit den vier Textzeilen 25 Millionen gescheffelt hat, ist auch ziemlich hochgegriffen. Ferner ergibt es keinen Sinn, dass Nini am Ende ihr Geld zurückerhalten soll, gleichzeitig sollen aber "alle Kinder ihre Geschenke behalten dürfen", das passt nicht zusammen, denn genau dafür ist das Geld ja schließlich draufgegangen. Dass eine derartige Aktion logistisch niemals in der kurzen Zeit realisiert werden könnte, blende ich jetzt einfach mal aus.
- Die Charakterisierung der übrigen Geiseln ist eher 0815. Eine ist schwanger, eine sitzt im Rollstuhl, eine ist alt, eine kann singen und hat Kohle und der, zu dem einem nichts einfällt, ist natürlich der Maulwurf. Man sollte meinen, dass einem bei so viel Platz für die Story doch noch ein bisschen mehr einfallen könnte. Wenigstens Frau Nußbaum wird noch ganz gut in Szene gesetzt, aber sonst... Da wäre schon noch Potential für Überraschungen, Spannungsmomente und Charakterentwicklungen gewesen, wenn man schon so ein Szenario schafft. Zu viel TKKG, zu wenig Nebencharaktere.
- Die Polizei gibt insgesamt mal wieder kein besonders gelungenes Bild ab. Sie schaffen es nicht wirklich, mal ne Geisel freizubekommen (nur im Austausch und auch dieser Punkt wirkt nicht sonderlich glaubwürdig) und man hat auch das Gefühl, dass Glockner und Schalavsky den Laden relativ alleine schmeißen. Das ist so der einzige Punkt des Hörspiels, wo man definitiv mit Sprechern gegeizt hat, schade eigentlich. Auch die Diskussion, wer die Verhandlungen führt, weil sie ja "beide eine entsprechende Ausbildung genossen haben", wirkt sehr unnatürlich und vor allem macht Glockner mittlerweile oft einen sehr hilflosen Eindruck, wenn seine Tochter mal wieder entführt wurde. Das hat ihn doch früher auch nicht aus der Bahn geworfen.

Der Unterschied zu anderen Hörspielen ist: Trotz mäßig funktionierender B-Note wird das Konstrukt nicht gesprengt. Die Handlung funktioniert, weil sie über weite Strecken nicht schlecht geschrieben ist, sich nicht endlos zieht und immer wieder mit kleinen Spannungsspitzen aufwarten kann. Ich hab mich wirklich gut abgeholt gefühlt...

... bis Hofstetter dann auf den letzten Metern die Luft ausgeht. Bei Track 20 dachte ich so: "Okay, Geiselsituation vorbei, jetzt werden halt noch 3-4 Tracks die Gangster gejagt, kann man machen." Tja, und dann kam der alte "Ich zieh das hier nochmal schön in die Länge und bringe TKKG nochmal extra in gaaanz große Lebensgefahr"-Hofstetter wieder raus. Inhaltlich ist hier schon alles gesagt und trotzdem hat man noch ne halbe Stunde auf der Uhr. Und da kippt es dann. Das ist bitter, denn mit ein paar Anpassungen wäre hier vielleicht sogar eine 9 drin gewesen oder wenigstens eine 8. Aber es zieht sich am Ende so dermaßen, dass ich mit der 7 noch ziemlich nett bin und den Mittelteil stark berücksichtige. Und ich frage mich halt auch, ob das wirklich nötig war. Man hätte so viele andere Möglichkeiten gehabt, die gesamte Spielzeit sinnvoll zu füllen!

Am Ende ist die Folge eine kleine Achterbahnfahrt. Sie fängt solide an mit ein paar Kratzern hier und da, steigert sich im Verlauf des Mittelteils kontinuierlich und bricht dann vier Tracks vor Schluss leider wieder stark ein. Ohne diesen Part wäre es eine verdiente 8, so ist es eine 7 mit Biegen und Brechen.

7/10



Geschrieben von Serienfan am 22.12.2025 um 14:24:

 

Ich war überrascht, muss ich sagen, positiv überrascht.

Ist natürlich sehr lang, wenn man den Kalender durchhört. Aber es ging doch ganz schön zur Sache, wenn man ihn bspw. mit DDA vergleicht. Aber auch im Vergleich mit dem DDF Kalender tut sich hier einiges mehr. Zumindest ist das bei mir so hängen geblieben. Wobei ich mal wieder zugeben muss, dass ich alle 3 Adventskalender abends auf dem Sofa gehört habe und mit Sicherheit bei allen Dreien mal weggenickt bin. Somit müsste ich alle 3 eigentlich nochmal übertags hören, nur fehlt mir dazu die Zeit.

Mein Resümee: Für mich der spannenste Weihnachtsfall in diesem Jahr!!! Außerdem mag ich das Kaufhaussetting. Verliebt



Geschrieben von HildaW am 26.12.2025 um 16:53:

 

Ich habe die Folge tatsächlich als Adventskalender gehört, anfangs war es etwas schwierig, in die Geschichte hineinzufinden. Jetzt habe ich die ersten Teile noch mal im Zusammenhang gehört, da ist das leichter.

Es ist bereits der 19. Dezember, Tim und Gaby gehen shoppen. Mit Oskar, der freut sich bestimmt sehr, ins überfüllte Kaufhaus geschleppt zu werden. Roll Eyes
Man hält, schön großspurig, schön TKKG-mäßig, einen Ladendieb auf, Gabeln braucht man nicht nur zum Puddingessen!
An Dieb Ronnys Geschichte ist irgendwas komisch, also nehmen TKKG (jetzt vollständig) seine Spur auf und geraten damit in den Schlamassel.

In einem riesigen Kaufhaus über mehrere Tage mehrere Geiseln festhalten – das ist ein so irrer Plan, das ist schon wieder gut. Gezielt Geiseln auszuwählen, bei denen das Risiko von gesundheitlichen Notfällen besonders hoch ist und dann auch noch einen Hund – naja.

Ronny fand ich nicht so gut gesprochen, aber zum Glück war die Rolle zwar wichtig, aber der Sprechanteil hielt sich in Grenzen.
Es gibt gelegentliche Wechsel von „im Kaufhaus“ zu „vorm Kaufhaus“. Die Kommissare Glockner und Schalavsky hören sich für meine Ohren zu ähnlich an.

TKKG lassen sich so allerhand einfallen, auch die schon etwas ältere Frau Nussbaum hat so ihre Ideen. Die Schwangere und die Rollstuhlfahrerin sind nur selten zu hören und haben für das Hörspiel irgendwie keine Funktion. Dennoch habe ich mich gefreut, Alexandra Doerk mal wieder zu hören. Ich wette, sie hat eine Cousine in Kalifornien, die ebenfalls im Rollstuhl sitzt. Fettes Grinsen

Die Geiselnehmer stellen Forderungen, für Kinder in „Waisenheimen“ und dann für sich selbst.
Tamina lässt sich für Frau Nussbaum eintauschen und plappert gleich mal aus, wer sie ist, das sorgt für neue Unruhe. Hier fängt die Geschichte allerdings an, sich zu ziehen. Wäre es hier in den Showdown gegangen, wäre das eine richtig gute Weihnachtsfolge (eventuell mit etwas Überlänge) geworden.

Aber dieses Hin und Her und dann die Verschleppung auf die Hütte, das zieht sich zu sehr und so landet der Adventskalender nur im Mittelfeld.


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