Geschrieben von HerrSchmeichler am 15.09.2026 um 15:23:
Ich weiß noch, dass ich vor dem ersten Hören dieser Folge sehr wenig erwartet hatte. Ich dachte, bei dem Titel kann das nur kitschiger Trash sein, aber wurde dann sehr positiv überrascht.
Ein Kostümball samt Wettbewerb steht an und Barbie sucht sich Hilfe bei der Kostümbildnerin Anne Carlo des örtlichen Theaters. Ist das eigentlich erlaubt, wo es doch allen anderen Teilnehmern gegenüber ein großer Vorteil ist? Aber gut, die Idee stammt von Barbie und den Großteil des Kostüms hat sie ja auch selbst geschneidert, nur bei der Motorik der Schmetterlingsflügel braucht sie etwas Hilfe.
Ich habe mich sehr gefreut, dass Midge und Alan dabei sind, denn ich finde beide Figuren sympathisch, was sicherlich auch an den Sprecher:innen liegt. Dass Barbie und Midge sich ihre Kostüme gegenseitig nicht verraten, ist ein schönes Detail und sorgt auf dem Kostümball für ein paar Verwechslungen.
Der Kostümball nimmt auch den größten Teil der Folge ein und ist akustisch wunderbar umgesetzt. Besonderes Highlight ist Ulli Herzog als Seeräuber, bei dessen "Ahoi, meine Schöne!" ich jedes Mal schmunzeln muss. Wer unter der Maske der hochnäsige Madame Pompadour steckt, ist dem aufmerksamen Hörer natürlich sofort klar, aber das macht in diesem Fall wirklich nichts. Als Barbies Kostüm sabotiert wird, geht es im weiteren Verlauf nämlich viel mehr darum, das Kostüm zu reparieren und rechtzeitig zur Preisvergabe im Ballsaal zu sein. Das schließt sogar eine actionreiche Kletterpartie ein, die ich am Anfang der Szene nun wirklich nicht kommen gesehen habe.
Mir gefällt, dass Barbie nicht gleich den Mut verliert, sondern eine positive Einstellung beibehält. Gleichzeitig muss man aber auch sagen, dass es jetzt kein Weltuntergang wäre, wenn sie diesen Kostümwettbewerb nicht gewinnen würde. Skipper ist aber natürlich um ihre Schwester besorgt und redet dem sorglosen Ken ganz schön ins Gewissen.
Mir gefällt die Geschichte, weil sie relativ schlicht ist und auch ohne großangelegte, verschachtelte Handlung sehr unterhaltsam erzählt ist. Manchmal braucht es nicht mehr, als eine "Slice of Life"-Geschichte, die mit starker Atmosphäre und kleinen Spannungsmomenten aufwarten kann. Dazu lassen die vielen Kostüme vor dem inneren Auge tolle Bilder entstehen und es war schön zu hören, wie sich Barbie und Anne aus ihrer Situation befreien.
Die Sprecher:innen sind alle toll. Elisabeth Günther gefällt mir wie immer gut als Barbie, weil sie dieses Lächeln und "Zwinkern" in der Stimme hat, das der Figur den nötigen Charme verleiht. Alexandra Wilcke und Ariane Borbach sind super, ebenso Schaukje Könning als Tilla Trent. Sie spielt die Figur auf den Punkt, so dass sie zwar unsympathisch rüberkommt, aber immer noch unterhaltsam und ohne eine Karikatur zu werden. Daniela Reidies nehme ich die Sorge um Barbie ab.
Für mich persönlich eine sehr schöne Folge, die vor allem von der tollen Atmosphäre lebt und davon, dass Barbie und Anne auf eine kleine Frauenpower-Mission gehen. Höre ich immer wieder gerne - und das, obwohl (oder vielleicht auch gerade weil) ich beim ersten Hören damals wirklich wenig erwartet hatte.
10 von 10 Punkten