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Geschrieben von Info-Box am 22.05.2026 um 11:20:

  239 - Das Geheimnis der sieben Palmen




Geschrieben von Mangobanane am 22.05.2026 um 23:23:

 

Ja, es ist wahr...

Die Produktion der drei ??? ist nach etwa 47 Jahren an ihrem absoluten Tiefpunkt angekommen. Wenn man denkt, dass einen nach "Im Bann des Barrakudas" nichts mehr erschüttern kann, setzt Minninger mit der Hörspielumsetzung von "Das Geheimnis der sieben Palmen" noch einen drauf. Tatsächlich habe ich "Falsche Schuld" bis heute nicht zu Ende gehört, was mir in all den Jahren als aktiver Fan, der eine neue Folge hört, noch nie passiert ist. Ich hab es dann ganz bleiben lassen und hier angesetzt. Und bin ... entsetzt.

Das Gespür für Dramaturgie ist hier quasi nicht existent. Die Geschichte schleppt sich mühevoll von Schauplatz zu Schauplatz, nur um das nächste ermüdende Gespräch zu führen. Es gibt ganze zwei Spannungsmomente in der kompletten 80-Minuten-Inszenierung, die zusammen kaum eine Minute Spielzeit ausmachen. Der Rest sind Dialoge, Dialoge und ... Überraschung: Dialoge!

Über die Geschichte selbst will ich mich gar nicht so sehr auslassen, da sie sicher nicht das Schlechteste ist, was Marco Sonnleitner je eingefallen ist. Sie ist im Grunde Dienst nach Vorschrift, denn abgesehen von Thomas Mann ist das hier alles schon mal irgendwie dagewesen, ich fühlte mich vor allem an die Rätsel aus "Rache des Untoten" und "Schrecken aus der Tiefe" erinnert. Mit dem Aufgreifen der deutschen NS-Geschichte gibt es zumindest einen interessanten Aspekt, der ein wenig bei der Stange hält.

Wofür Sonnleitner aber sehr wohl etwas kann, ist diese infantile Selbstverständlichkeit, mit der die drei ??? gefühlt Stunden in einer Bude verbringen, in die sie gerade selber eingebrochen sind. Nur deshalb können sie den Fall am Ende überhaupt lösen (bzw. Justus. Aber wie er am Ende worauf gekommen ist, ganz ehrlich, das war mir irgendwann völlig egal). Von ihrer Heldentat erzählen sie dann natürlich auch brühwarm dem Inspektor, der sie unverständlicherweise nicht direkt festnimmt. Selbst die überführten Kriminellen sind dann noch wunderbar kooperativ und tanzen natürlich bereitwillig nach Justus' Pfeife.
Wie offensichtlich und platt manche Charaktere in die Geschichte eingeführt werden, davon will ich gar nicht anfangen. Vielleicht sind diese Szenen im Buch ausgeschmückter und es kommt dort nicht ganz so dämlich rüber, ansonsten ist das einfach nur Grundschulniveau.

Man hätte hier so viel zusammenstreichen können, um das Ganze zu beschleunigen, aber man tut es leider nicht, walzt jedes Gespräch bis zum Erbrechen aus und versucht halbherzig, zwischendurch wenigstens noch ein bisschen Interaktion zwischen den Detektiven reinzubringen, damit man am Ende sagen kann "Na immerhin hab ich zwei Mal geschmunzelt, als sie sich gekabbelt haben". Aber was bringt das noch? Warum sollte man sich diese 80 Minuten Dialoge ein zweites Mal anhören, wenn man nicht gerade glühender Fan von Thomas Mann ist? Kann Minninger sich nicht einfach mal hinsetzen und ein Machwerk wie diese Folge mit "Die Villa der Toten", "Stimmen aus dem Nichts", "Der Nebelberg" oder "Labyrinth der Götter" vergleichen? Schlafen ihm hier nicht selber die Füße ein? Mittlerweile bin ich wirklich davon überzeugt, dass selbst ein Fan ohne Erfahrung ein besseres Skript aus der Vorlage gemacht hätte.

Peter sagt irgendwann, dass ihm der Schädel brummt und ich kann mich da anschließen. Die "Ermittlungen" in diesem Fall sind trocken, theoretisch und man bewirft den Hörer mit allerlei Infos nach dem Motto "Friss oder stirb". Spätestens bei der finalen Konfrontation war ich komplett raus und hatte einfach keinen Bock mehr.
Auf Instagram wurde vermehrt das offene Ende bemängelt und ich dachte noch so "Na ja, vielleicht gibt's ja nochmal nen erinnerungswürdigen kontroversen Moment am Ende, das wäre wohl noch das Beste an der ganzen Schose" - nein, gibt es nicht. Das Ende erinnert mich leider total an das Motiv im "Dreiäugigen Schakal" und da war das schon Murks. Das ist hier nicht besser.

Zäh, langweilig, lustlos. Und da bin ich noch gnädig in der Wortwahl. Storymäßig rangiert Folge 239 irgendwo im unteren Mittelfeld - produktionstechnisch ist sie kaum zu unterbieten. Eigentlich fehlt nur noch, dass man die Hintergrundgeräusche komplett streicht und direkt eine Lesung mit mehreren Stimmen draus macht.

Bitte, bitte, bitte tretet mit der 250 ab. Ich weiß, es ging bereits nach dem Rechtsstreit stetig bergab, aber es war nie so schlimm wie heute. Selbst meine persönliche DDF-Hass-Ära zwischen Folge 41 und 60, in der ich kaum einer Folge viel abgewinnen kann, übertrifft das Niveau der 230er um Längen.
Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass Andreas Fröhlich und Kai Schwind ihren Bobcast bis zu den Ü200-Folgen durchziehen, denn sie würden irgendwann nur noch verkrampfen. "Feuermond" ist ein guter Cut.

Nach diesem Machwerk würde ich wirklich nicht ausschließen, dass es in Zukunft häufiger vorkommt, dass ich Folgen abbreche und wochenlang nicht zu Ende höre. It's time to say goodbye.

1/10



Geschrieben von KaiAhnung am 23.05.2026 um 03:13:

 

Hui, jetzt muss ich auch mal schreiben. Nicht, weil die Folge so schlecht ist - ich mag sie sehr gerne - sondern weil ich es schade finde, wie negativ einige Folgen mittlerweile bewertet werden. Man kann sie ja schlecht finden, aber 1/10 finde ich schwer nachzuvollziehen, auch wenn jede Meinung natürlich gerechtfertigt ist. Ich kritisiere auch einiges an vielen der letzten Folgen. Teilweise schlechte Sprecherleistungen, zu lange Szenen mit bla bla bla … oder die Kürzung der Höhepunkte im Buch. Dennoch kann ich fast jeder neuen Folge Positives abgewinnen und sehen sie nicht mehr ansatzweise so negativ wie noch vor ein paar Jahren. Bis auf Folge 231 hatte jede der letzten 10 Folgen für mich irgendeinen Bestandteil, der ihr eine Daseinsberechtigung gibt. Gerade 235 war großartig. Einfach schade, wie negativ die neuen Produktionen gesehen werden. Ich verstehe die Kritik, fühle sie teilweise auch sehr, da könnte ich jetzt wirklich einiges aufzählen, aber für mich ist gerade nicht der Serientiefpunkt erreicht, wie viele immer wieder schreiben. Da gab es schon schlimmere Zeiten. Auch wenn es auch schon bessere Zeiten gab, ich denke da an den Zeitraum der späten 90er und früher 2000er. Trotzdem möchte ich nicht eure Meinung schlecht reden, vielleicht bin ich jetzt auch nur laute Minderheit. Dennoch gibt es auch Fans wie mich, die alles kennen, den Vergleich also haben, und trotzdem noch zufrieden mit der Reihe sind, auch wenn es vielleicht mehr Ausreißer mach unten gibt, als noch vor paar Jahren (wobei ich den 210er Raum wirklich am schlechtesten fand). Bevor ich jetzt aber zuuu weit abschweife … zur Folge:
Der Anfang … ich mag es, dass direkt etwas passiert. Das ist auch gut gespielt und inszeniert. Danach wird wieder viel geredet. Als jemand, der das Buch diesmal nicht gelesen hat, war das aber nicht schlimm. War alles halbwegs interessant und auch die Atmosphäre war schön, ich mag auch den Sprecher von Mr. Leeman (Lemann? Keine Lust, das jetzt nachzuschauen Zwinker ) einfach sehr. Danach wieder ein wenig Bla bla, aber auch wieder nicht langweilig (mit schöner klassischer Musik im Hintergrund, fand ich toll. Und ab jetzt geht es richtig los. Ein interessantes Rätsel, schöne Ermittlungsarbeit, gute Dialoge. Also für mich hat alles gepasst. Besonders möchte ich den Realitäts-Bezug loben, wie hier reale Geschichte mit Fiktion verbunden wurde, das war sehr interessant zu hören.
Die Sprecher haben alle auch gut abgeliefert, unsere drei Hauptsprecher waren toll, Cotta klang wieder so wie vor paar Jahren (als wäre er im Vergleich zu den letzten 2 Folgen rückwärts gealtert, oder seh nur ich das so?) und die Gastsprecher waren auch sehr gut besetzt. Ich möchte auch die Produktion loben. Musik hat immer gepasst, Szenen wirkten stimmig, also keine zuu lang oder zu kurz, Justus Nacherzählungen wurden immer unterbrochen und vom Erzähler zusammengefasst (bitte weiter so!!) und die Musik war fast durchweg neu, wenn ich mich nicht irre. Gefällt mir auch sehr gut. Auch wenn ich die alte Musik natürlich sehr mag. Geräusche waren auch schön. Ich habe auf Kopfhörern gehört und man konnte immer hören, wo sich die drei gerade befinden. So hört man in Mr. Leemans Wohnzimmer immer eine Uhr ticken, sein Flur hat leichten Hall usw. Klar, das ist nichts neues, freut mich aber immer, wenn das konsequent im ganzen Hörspiel gut funktioniert.
Einzig und allein die Szene mit der Schauspiel-Probe war seltsam. Keine spannende Musik bei dem Messer-Angriff und auch keine davor im Szenen-Übergang. Ist aber auch vielleicht gewollt, keine Ahnung. Jedenfalls auch nicht schlimm.
So, ich geb dem ganzen eine 9/10, weil ichs wirklich einfach sehr interessant fand, mal wieder Kopfkino hatte und zu keiner Zeit gelangweilt war.



Geschrieben von Schulzi am 23.05.2026 um 17:57:

 

@KaiAhnung den Sprecher von Mr. Lehmann fand ich auch spitze aber auch seinen Bruder. der erste wird von Claus Wilcke und der zweitgenannte wird von Olaf Kreutzenbeck gesprochen.



Geschrieben von Die3FragezeichenFan am 26.05.2026 um 15:44:

 

Immer wieder schön, wenn Leute einem die Bepunktung absprechen wollen...



Geschrieben von MewMew am 26.05.2026 um 15:48:

 

Mich hat die Folge leider nicht sonderlich gut abgeholt. Sie tut nicht weh, aber es bleibt auch nicht ein nennenswerter Höhepunkt in Erinnerung. Wenn ich jetzt an das Gehörte zurückdenke, weiß ich, dass gefühlt 50x Thomas Mann genannt wurde,...

...
es Diebstähle gab, die Detektive selbst einbrechen und es dann ohne Reue zugeben, die Forscher Dreck am stecken haben und am Ende der Gärtner flieht und nicht gefasst wird.


Alles ist sehr geradlinig und hätte durch lebendigere Szenen moderner wirken können. Besonders negativ fand ich wieder den "Seht mal Kollegen, da greift jemand eine Frau an" Moment. Das hatten wir zuletzt beim Büffel mit dem Tonband. Es dauert ewig, bis die 3 etwas unternehmen. Ein zackigeres "Da wird eine Frau angegriffen. Schnell hin!" während sie schreit, hätte das gleiche erreicht.

...
Was ich der Folge aber zu Gute halten möchte, sind mal wieder zwei Dinge: Die Musik, die sehr stimmig durch die Geschichte geführt hat und das Ende. Es ist schön, wenn es auch mal solche Fälle gibt. Und wer weiß, vielleicht begegnen die 3 dem Entflohenen ja noch einmal irgendwo.


Insgesamt reicht es nur für 4/10 Punkten, weil sie einfach keine Substanz in ihrer Präsentation hat. Die Geschichte selbst, fand ich gar nicht so schlecht und hätte sie mir in einer besseren Inszenierung gut und mit höheren Punkten vorstellen können. Zwinker



Geschrieben von Schlapfel am 26.05.2026 um 20:24:

 

Dafür, dass Thomas Mann so oft im Hörspiel erwähnt wird, erfährt man erstaunlich wenig über ihn und seine Werke.

Mein Eindruck vorab war positiv, das Buch schien gut anzukommen bei den Fans, was ich persönlich von der Hörspielumsetzung nicht sagen kann.
Evtl ist hier das Buch auch besser, ich habe es nicht gelesen.

Es ist wiedermal eine große Laberfolge und dadurch verschwimmen die Szenen ineinander - außerdem hätte man gerne ein paar Charaktere zusammenfassen und dadurch ausbauen können. Mehrere Szenen gab es so schon einmal und in spannender, alles nix Neues.
Spoiler Ende
Der Endlacher ist halt da damit man einen hat,
Schade dass man den "Imma" Charakter nicht nocheinmal verwendet hat für die Auflösung, schließlich will sie sogar (Schauspiel)Detektivin werden.
Hätte sich doch hübsch angeboten?
Bemerkenswert, dass den Verbrechern am Ende mehrfacher Einbruch vorgeworfen wird... und woher haben wir diese Beweise? Mehrfacher Einbruch.
Also Beweise, die man gar nicht erst vor Gericht verwenden kann: Großartig Jungs! Thumbs Up

Ich werde die Folge definitiv nocheinmal hören für eine finale Wertung.



Geschrieben von Die3FragezeichenFan am 26.05.2026 um 20:27:

 

Es würde schon helfen, wenn man die Folgen mal kürzen würde. Ich kenn kein anderes Label, das ständig so lange Hörspiele produziert. Ich mein, schon klar, dann kriegt man mehr Kohle, aber sollte man vielleicht mal überdenken. 10 Minuten kürzer und ich bin mir sicher, die Dinger würden wieder knackiger werden. Selbst wenn die Stories dann immer noch dürftig sind.



Geschrieben von Andromeda am 26.05.2026 um 22:52:

 

Ich bin der Meinung, dass man auch bei der Musikauswahl merkt, dass in der Folge wenig Liebe für Details im Spiel war. Klassische Stücke fehlen allenthalben. Wenn zudem die wenigen spannenden Szenen oftmals nicht musikalisch untermalt werden, sagt das schon einiges. Wirklich gut inszeniert fand ich den finalen Showdown. Da dachte ich, außer Gelaber wäre produktionstechnisch doch etwas im Studio Körting zu holen. Da machte die TKKG-Folge weit mehr richtig, wenn man mal von der Vorhersehbarkeit absieht. Minninger kann je nach Tagesform und Motivation selbst die Musikauswahl verhauen oder wirklich ansprechend inszenieren. TKKG macht es vor. Warum man bei den drei ??? die wenigen Stücke auch noch oft nur so kurz anspielen muss, ist wohl der langen Laufzeit geschuldet. Vielleicht ändert sich das, wenn die drei ??? nicht mehr auf CD erscheinen...

Stand heute werden ich die Folge maximal noch ein einziges Mal hören.



Geschrieben von HildaW am 27.05.2026 um 13:11:

 

Die allererste Szene ist spannend geworden, Justus ist irgendwo, man weiß nicht wo, und geht k.o.
Aber gleich in der nächsten Szene wird es bemüht und umständlich. Man hat jedenfalls einen Fall: Es gibt einen Einbruch aufzuklären. Und noch einen…. und noch einen… und… Schlafend

Schließlich verüben die drei ??? selbst einen Einbruch und steigen ins Kulturzentrum im Haus der sieben Palmen ein. Sie finden dort, wie auf dem Silbertablett, sämtliche Hin- und Beweise und können sich in aller Ruhe vor Ort besprechen.

Endlich die Auflöseszene, leider sehr lang und umständlich. Feierliche Bergung des Manuskripts und „Hände hoch!“ rennt einer (der Gärtner – neulich bei TKKG war auch schon der Gärtner der Mörder Bösewicht) mit dem wertvollen Stück davon.

Nachklatsch einige Wochen später im Police Department. Ein Bericht über das „damals“, Spekulationen über das Motiv und: „Es wird immer ein paar Ganoven geben, die uns durch die Lappen gehen“.

Interessanter Hintergrund, aber ich hätte es besser gefunden, hätte man sich nur von der realen Geschichte inspirieren lassen, und dann einen Schriftsteller frei erfunden – dann hätte man die Geschichte rund abschließen können, mit dem sichergestellten Manuskript und dem verhafteten Banditen.

Ansonsten: Wie inzwischen leider gewohnt alles recht schwerfällig, langatmig, gestelzt-unnatürlich, irgendwas funktioniert da nicht mehr so recht.



Geschrieben von JuliaTee am 05.07.2026 um 14:23:

  001 - Fehler???

Ich weiß nicht, ob Herr Sonnleitner oder das Europa Team den Fehler gemacht hat, aber: Thomas Mann ist mit seiner Ehefrau, Katia Mann, vor dem 2. Weltkrieg 1938 in die USA emigriert. Im Hörspiel wird gesagt, Thomas Mann wäre mit seiner Mutter ausgewandert.
Hat jemand das Buch gelesen und mir sagen, wie es da ist?



Geschrieben von Wernerbros am 05.07.2026 um 17:37:

 

Die Folge habe ich heute Morgen dann auch endlich mal gehört und ich mochte Sie im Großen und Ganzen.

Ich schwanke so zwischen 6 und 7 Punkten.

Das Erzähltempo war für mich eher langsam, was ich aber nicht weiter schlimm fand.

Im Gegenteil, alles hat einen roten Faden und die Ermittlungen bei den Einbrüchen waren für mich auch sehr interessant.
Die letzte Viertel Stunde war dann echt übertrieben, man wird zugekleistert mit Erklärungen und so nen Spannungshöhepunkt gibt es garnicht.
Nee die machen sogar nen Zeitsprung und Cotta darf nochmal erklären Kratzend Kratzend

Note 2/3



Geschrieben von HerrSchmeichler am 28.07.2026 um 17:55:

 

Eine Folge, die mich nach dem ersten Hören mit gemischten Gefühlen zurücklässt. - Achtung, Spoiler!

Der Anfang gefiel mir gut: Wir hören Justus, wissen aber nicht, wo er ist oder was er macht und sieht. Dann wird er niedergeschlagen und wird ohnmächtig. Das ist doch mal ein schneller, actionreicher Einstieg. Leider wird dieses Tempo nie wieder in den folgenden 78 Minuten erreicht...

Es folgen sehr viele sehr lange Gespräche, erst mit Mr. Lehmann, dann mit dem anderen Mr. Lehmann, zwischendurch auch mit den Drei Fragezeichen unter sich... Man regt sich in der Fan-Community zwar gerne auf, wenn Sachen aus dem Buch gestrichen werden (Ich nehme mich da nicht raus, gerade beim "Roten Büffel" habe ich ja einiges dazu geschrieben), aber hier ist wieder mal ein Beispiel, wo das Hörspiel von einer Kürzung meiner Meinung nach profitiert hätte.
Beispiel: Dass Mr. Lehmann schlecht hört, ist zwar ein ganz nettes Detail, aber es hat keinerlei Relevanz für den Fall, darum hätte man die vielen Nachfragen mit "Wie bitte?" etc. weglassen können. Auch, dass er einen Chevey fährt - schönes Detail, aber vollkommen unwichtig, mit welchem Auto er jetzt zu seinem Bruder fährt. So dümpeln viele der Gespräche nach dem Austausch der eigentlich wichtigen Informationen noch eine Weile vor sich hin, anstatt dass man ein hohes Erzähltempo an den Tag legt. Und das zieht sich leider durch das ganze Hörspiel.

Dabei ist die Story an sich recht interessant: Es gibt mehrere Einbrüche von mehreren Einbrechern, bei denen es offenbar um verschlüsselte Briefe vom Vater der Lehmanns ging, der für Thomas Mann auf dessen Anwesen Seven Palms gearbeitet hat. Bei den Ermittlungen treffen die Jungdetektive auf mehrere literaturwissenschaftliche Mitarbeiter und einen Gärtner.
Dass dieser am Ende der Bösewicht ist, war bei dieser Einführung leider überhaupt keine Überraschung. Da wünsche ich mir manchmal einen H.G. Francis zurück, der in diesem Fall vielleicht eine kleine Szene mit dem Gärtner reingeschrieben hätte, auch wenn sie so nicht im Buch vorkommt, einfach damit er nicht nur ein Name ist, der gedroppt wird.

Abgesehen davon gab es noch ein paar Szenen, die mir nicht so gefallen haben: Der inszenierte Angriff auf Imma im Park (als würden Schauspieler*innen an öffentlichen Plätzen mit Küchenmessern Szenen proben Roll Eyes ); dass der Diebstahl der bei Imma verbliebenen Briefe zu 100% hätte verhindert werden können, wenn die Detektive ihren Job etwas ernster genommen hätten; der Einbruch in das Kulturzentrum, den man genau so gut am Tag hätte inszenieren können (z.B. mit einer Ablenkung, um die Büros durchsuchen zu können, dann hätten sie sich weniger strafbar gemacht).

Ich fand es allerdings sehr gut, dass mit Thomas Mann eine Brücke geschlagen wurde zwischen Deutschland (wo die Geschichten der Drei Fragezeichen hauptsächlich geschrieben und konsumiert werden) und Amerika (wo die Fälle der Drei Fragezeichen hauptsächlich spielen). Interessant, dass man diesen Umstand nicht schon viel früher mal aufgegriffen hat. Dass es um ein verschollenes Manuskript ging, fand ich spannend. Ebenso die Tatsache, dass es mehrere Einbrecher gab, die offenbar hinter demselben McGuffin her waren. Dass Glitzer zur Überführung von einem der Täter geführt hat, fand ich sehr lustig, denn der verteilt sich wirklich überall und man wird ihn einfach nicht mehr los. Sehr realistisch Thumbs Up

Die Rätseltexte... na ja, irgendwie wurden die am Ende einfach gelöst, aber so richtig mitraten konnte die Hörerschaft nicht dabei. Irgendwie schade. Mir ist auch nicht ganz klar, wie Justus auf die Lösung für die Verschlüsselung gekommen ist. Die verschiedenen Täter (alle im Kulturzentrum Beschäftigten Fettes Grinsen ) sind leider auch relativ blass geblieben, was aber meiner Meinung nach nicht an den Sprecher*innen lag.

Die Sprecher*innenauswahl hat mir sehr gut gefallen. Claus Wilcke als Joseph Lehmann hat eine tolle Charakterstimme und sein Bruder, gesprochen von Olaf Kreutzenbeck, hat sogar stimmlich etwas Ähnlichkeit (Könnten akustisch betrachtet also tatsächlich Brüder sein), aber war trotzdem gut von ihm zu unterscheiden. Annika Baumann und Sofie Junker fand ich ebenfalls überzeugend und beide hatten eine eigene aber angenehme Stimmfarbe und haben den Figuren trotz des wenigen Textes etwas mehr Charakter verliehen.

Bei der Musik- und Geräuschuntermalung ist mir aufgefallen, dass manche Szenen (vor allem der scheinbare Angriff im Park) keine stimmungsvolle, treibende Musikuntermalung erhalten haben, wie es in früheren Folgen der Fall gewesen wäre. Die Zwischenmusiken waren ganz nett, aber nur eine einzige ist für mich etwas mehr positiv herausgestochen. Der Rest war sofort wieder vergessen, sobald der letzte Ton verklungen war. Es wurde auch ungewöhnlich oft bei Gesprächen ausgeblendet...

Fazit:
Ich hatte eigentlich gar nicht vor, so viel zu schreiben, aber ich hatte dann wohl doch einiges zu sagen... Zuammengefasst: Das Thema hat mir gut gefallen und einige Elemente ebenfalls. So richtig spannend wurde es aber leider nicht, weil gefühlt fast nur geredet wurde, aber es wenig Aktionen gab. Ob dies an der Hörspieladaption liegt oder bereits ein Problem des Buches ist, kann ich nicht sagen. Gefühlt wäre da mehr drin gewesen, besonders mit so tollen Sprechern.

5 von 10 Punkten



Geschrieben von Holger am 23.09.2026 um 15:48:

 

Im Gegensatz zum "lebenden Tresor" finde ich das "offene" Ende hier nicht störend.

Allerdings wäre dem Klassiker-Justus das Manuskript niemals abgenommen worden. Der hätte dafür gesorgt, dass der Dieb mit etwas anderen/wertlosem abhaut (vgl. "die rätselhaften Bilder").



Geschrieben von Ela06 am 24.09.2026 um 17:59:

 

Während das Buch für mich noch im unteren Mittelfeld angesiedelt war, fällt das Hörspiel dann leider doch mal wieder sehr ab. Mit mehr Sorgfalt und Augenmaß sowohl bei Kürzungen und der gesamten Umsetzung wäre auch hier mehr drin gewesen. Unglücklich

Das Buch an sich war für mich eine der besseren Geschichten von Sonnleitner, trotz Thomas Mann Bezug. Der hat mich in der Schule halt wahnsinnig gelangweilt und wurde daher ein rotes Tuch. Ich hatte auch länger überlegen müssen, das Buch überhaupt zu lesen.

Da ich das Buch dann aus der Bücherei ausgeliehen und nur einmal gelesen habe, kann ich mich jetzt auch nicht mehr an Aussagen zu Thomas Manns Emigration erinnern bzw. diese nachlesen. Würde mich aber weder wundrn, wenn der Fehler schon im Buch war oder aber erst im Hörspiel passiert ist. Roll Eyes

Mit dem offenen Ende kann ich hier auch besser leben als beim lebenden Tresor. Und ja, früher hätte Justus noch für die entscheidende, unerwartete Wendung gesorgt. Wäre auch nicht schwer gewesen, dass im Buch einzubauen.

Insegsamt werde ich das Buch wahrscheinlich nicht noch einmal lesen wollen und auch das Hörspiel wahrscheinlich nicht so bald wieder hören.

So wie es umgesetzt wurde, kann ich dem Hörspiel leider nicht mehr als 3 Punkte geben. Unglücklich


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