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Geschrieben von Holger am 04.05.2026 um 22:43:
Die Folge ist ja aktuell bei Spotify nicht streambar. Der Verdacht liegt nahe, dass es am N-Wort liegt. Anderswo habe ich gelesen, dass auch die Bezeichnung "Farbiger" kritisch sei. Ehrlich gesagt, als priviligierter, weißer Mensch, wird es dann langsam schwierig den Überblick zu behalten, was man sagen darf, wenn man es richtig machen möchte.
Geschrieben von Mangobanane am 11.05.2026 um 13:12:
„Hallo, danke für deine Nachricht! Wir haben uns vorerst entschieden, diese Folge nicht mehr zu veröffentlichen. Über 200 andere Folgen kannst du dir natürlich weiterhin anhören. Wir wünschen dir ganz viel Spaß beim Zuhören und beim Miträtseln. Liebe Grüße sendet das TKKG-Team“
Geschrieben von HerrSchmeichler am 11.05.2026 um 14:17:
| Zitat von Holger: |
| Die Folge ist ja aktuell bei Spotify nicht streambar. Der Verdacht liegt nahe, dass es am N-Wort liegt. Anderswo habe ich gelesen, dass auch die Bezeichnung "Farbiger" kritisch sei. Ehrlich gesagt, als priviligierter, weißer Mensch, wird es dann langsam schwierig den Überblick zu behalten, was man sagen darf, wenn man es richtig machen möchte. |
Ich habe eine Zeit lang den Diskurs darum etwas aufmerksamer verfolgt und dabei zeigte sich, dass man sich selbst innerhalb der "Community" nicht zu 100% einig ist, welche Begriffe unbedenklich verwendet werden können. Gerade weil es international betrachtet Unterschiede gibt und manche ein Wort als diskriminierend empfinden, während andere es vollkommen in Ordnung finden.
Den größten Konsens gibt es mittlerweile wohl (von außen betrachtet, also bitte nicht drauf festnageln) bei den Begriffen "Schwarz"/Black (besonders unter Afro-Amerikanern) und im formellen Umfeld (bei Studien, auf dem Arbeitsmarkt etc.) wird vermehrt von PoC (Person of Color/People of Color) gesprochen, oder sogar "BIPoC" (Black, Indigenous, People of Color), um ganz genau zu sein.
Dass sich viele mit dem Begriff "Schwarz" identifizieren, sorgt dann allerdings dafür, dass Begriffe wie Schwarzfahren, Schwarzarbeit, etc. von diesen Personen als kritisch betrachtet werden, auch wenn deren Ursprung und negative Konnotation nicht auf die Hautfarbe zurückgehen. Aber die Assoziation ist für diese Menschen nun mal da und ist unangenehm.
"Dunkelhäutig" und "Farbig" wird heute fast komplett abgelehnt, weil es den Fokus in den meisten Augen zu sehr auf die "Andersartigkeit" der Hautfarbe legt, während "Schwarz" oder "Schwarze Menschen" mittlerweile auch als Bezeichnung für Schwarze Kultur, Mode und politische Positionierung stehen kann.
Geschrieben von Mangobanane am 11.05.2026 um 14:41:
| Zitat: |
| Dass sich viele mit dem Begriff "Schwarz" identifizieren, sorgt dann allerdings dafür, dass Begriffe wie Schwarzfahren, Schwarzarbeit, etc. von diesen Personen als kritisch betrachtet werden |
Interessant, das hab ich bisher umgekehrt erlebt, dass da eher drüber gewitzelt wird („Ich fahre immer schwarz“). Ist aber sicherlich von Person zu Person unterschiedlich.
Geschrieben von Holger am 11.05.2026 um 15:51:
Es ist - für mich - halt ein bisschen ein Widerspruch, wenn sich jemand einerseits als "PoC" bezeichnet, aber dann "Farbige/r" ablehnt. Ich stelle mich auch nicht hin und sage, "Ich bin gay, nicht schwul." (Und nein, ich meine damit nicht die Diskussion, dass schwule Männer sich nicht als Bestandteil von Queer sehen).
Geschrieben von HerrSchmeichler am 11.05.2026 um 17:49:
| Zitat von Mangobanane: |
| Zitat: |
| Dass sich viele mit dem Begriff "Schwarz" identifizieren, sorgt dann allerdings dafür, dass Begriffe wie Schwarzfahren, Schwarzarbeit, etc. von diesen Personen als kritisch betrachtet werden |
Interessant, das hab ich bisher umgekehrt erlebt, dass da eher drüber gewitzelt wird („Ich fahre immer schwarz“). Ist aber sicherlich von Person zu Person unterschiedlich. |
Ja, das ist wohl von Person zu Person unterschiedlich. Ich habe in dem Zusammenhang einen Beitrag gesehen, in dem Schwarze Menschen auf der Straße interviewt wurden und gefragt wurden, ob sie den Begriff "Schwarzfahren" diskriminierend empfinden. Manche sagten Ja, manche sagten Nein. ¯\_(ツ)_/¯
| Zitat von Holger: |
| Es halt ein Widerspruch, wenn sich jemand einerseits als "PoC" bezeichnet, aber dann "Farbige/r" ablehnt. |
Das stimmt natürlich und das meinte ich auch damit, dass es innerhalb der Community selbst noch keinen ganz klaren Konsens zu geben scheint (Es sind halt auch wahnsinnig viele Menschen). Als politisch korrekt wird oft "PoC" wahrgenommen, vor allem in formellen Situationen oder politischen Diskussionen, besonders (aber nicht nur) in den USA. Im alltäglichen Leben in Deutschland fährt man mit "Schwarz" im Allgemeinen am besten, da sich mit diesem Begriff (so weit ich das als Außenstehender mit Schwarzen Bekannten und Kollegen beurteilen kann) die meisten identifizieren können.
Geschrieben von Holger am 11.05.2026 um 22:12:
Nur ist halt nicht jeder "Farbige Mensch" halt auch schwarz. Am anderen Ende der Skala wäre dann auch bei "Gelber", usw. Und das ist für mich erst recht eher rassistisch.
Geschrieben von HerrSchmeichler am 11.05.2026 um 23:25:
Weil es in dieser Folge um einen Afrikaner geht, habe ich mich bei meinen Antworten primär auf diese Personengruppe bezogen. Der Begriff "PoC" schließt im Grunde alle Menschen ein, die nicht "Weiß" sind, also auch Menschen aus Asien. Es ist aber natürlich auch möglich, einfach "Asiate/Asiatin" zu sagen.
Ich bin aber halt auch kein Ethnologe und das ist nicht mein Spezialgebiet😅
Geschrieben von Holger am 12.05.2026 um 00:25:
Das war ja jetzt auch nicht als Kritik an dem von dir geschriebenen gedacht. Nur, dass es halt manchmal einfach zu kurz gedacht ist. PoC ist ungleich Schwarze ist ungleich Farbige.
Geschrieben von Holger am 15.06.2026 um 14:00:
Das habe ich gerade zufällig bei Instagram gesehen und dachte mir, ich poste es mal hier.
Habe übrigens gestern ein Reel von Comedian Alain Frei gesehen, wo er von einem "schwarzen Freund" spricht. Aus dem Publikum rief jemand "Das heißt Farbiger". Daraufhin meine Alain, dass der Freund schwarz sei und nicht bunt.
Geschrieben von Quadro am 15.06.2026 um 23:10:
| Zitat von Holger: |
| Habe übrigens gestern ein Reel von Comedian Alain Frei gesehen, wo er von einem "schwarzen Freund" spricht. Aus dem Publikum rief jemand "Das heißt Farbiger". Daraufhin meine Alain, dass der Freund schwart sei und nicht bunt. |
In diesem Zusammenhang ist auch der Begriff "Hautfarbe" etwas, womit man sich kritisch auseinandersetzen sollte.
Wenn Kinder in der Gruppe einen Menschen malen sollen und die erwachsene Person vorgibt, dafür den Stift mit der "Hautfarbe" zu verwenden, dann denken nur Kinder aus oben genannter Normgruppe sich nichts dabei. Normal halt.
Doch das Kind, welches vielleicht etwas dunkler daherkommt, wird schon früh damit konfrontiert, nicht in die Gruppe zu gehören und auch irgendwie anders oder falsch zu sein.
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