Geschrieben von Mangobanane am 03.09.2024 um 09:36:
Bibi Blocksberg 094 – Die verhexte Zeitreise
„Wir erkundigen uns in der Zukunft nach der Vergangenheit, um etwas über die Gegenwart rauszubekommen.“
Von dieser Folge wurde mir schon ein bisschen vorgeschwärmt, daher habe ich einige Erwartungen und bin, nachdem mit Folge 93 bewiesen wurde, dass man es noch kann, wenn man will, auch wieder etwas positiver gestimmt.
Der Anfang ist aber schon sehr gewollt. Bibi nimmt sich das erstbeste Buch heraus und findet nach einer Minute bereits das versteckte Dokument zur Stadtgründung von Urbs Nova, das bisher niemand entdeckt hat. Na ja. Gut gefällt mir aber, dass Urbs Nova nochmal aufgegriffen wird, nachdem es bei Benjamin schon mal Thema war. Frau Kniesebeck flippt so stark aus, dass Florian mal eben Kaiser wird
Dass so ein Bohei um die Feier des Bürgermeisters gemacht wird, ist für mich nicht nachvollziehbar. Er schadet doch ausnahmsweise mal niemandem und trotzdem kriegt er wieder Stress mit Bibi und Karla. Wenn ich diese Entdeckung gemacht hätte, wäre die Story an dieser Stelle beendet gewesen
Der Verweis auf eine Videofolge überrascht mich etwas, hätte gedacht, dass man das stärker trennt.
Schon witzig, wie Pichler Frau Kolumna „Chef“ nennt und sich total freut.
Mich würde mal interessieren, ob die Kalenderreform hier Einfluss auf das richtige Datum hat, schließlich geht es um eine Zeit, in der noch der julianische Kalender benutzt wurde.
Die Atmosphäre im alten Neustadt wird sehr gut und lebhaft eingefangen. Die Sprache erinnert natürlich sehr an die Folgen 30 und 32 und ich hoffe, dass es nicht übertrieben wird. Lustig ist ja, dass der Fährmann ablegen will, aber bis dahin gar keine Fahrgäste hat
Ich mag es, dass die Bezahlproblematik aufgegriffen wird. Schade nur, dass das Problem sehr rasch von Flori gelöst werden kann – eine Währungsdiskussion wäre sicher witzig gewesen.
Es hilft der Dynamik, dass abwechselnd Bibi und Flori sowie Pichler und Karla (mit den Sprechern eh eine 1A Kombi) begleitet werden. Allerdings ist das Rätsel um die letzte Ziffer auf dem Stein sehr schnell und unkompliziert gelöst und dass Bibi von der Zeitreise erzählt, finde ich auch etwas… gewagt.
Wie Pichler sich dem alten Bürgermeister fügt, dabei aber gleichzeitig einen Plan hat und Karla als „lästiges Frauenzimmer“ abgewiesen wird, gefällt mir. Dass sich das Zimmer des Bürgermeisters im Rathaus in 500 Jahren null verändert, ist aber etwas dick aufgetragen.
Ich finde es ein bisschen schade, dass die Geschichte mehrere Möglichkeiten auslässt, das Geschehen etwas spannender zu inszenieren. Spannungsmomente kommen nur kurz zum Tragen, es gibt einfach keine Komplikationen während der Suche nach der Wahrheit. Flori verliert das Hexenkraut, aber der Fährmann handelt mit Kräutern. Pichler und Karla werden erwischt, müssen aber nur Strafarbeit – ganz zufällig am Treffpunkt – leisten. Bibi und Flori müssen nur einmal bei Meister Meißel vorbeischauen und schon erfahren sie, was sie wissen wollen. Ein bisschen spannender könnte es ruhig sein, auch wenn die Dialoge unterhalten.
Bibi will eine Goldmünze hexen? Das darf sie gar nicht – und laut der 87 kann sie es auch nicht.
Der Trip in die Zukunft hätte eigentlich gut eine eigene Folge füllen können. Hier macht man so ein bisschen den „Brieffreund“-Move – die 40 Minuten sind noch nicht voll, aber wir haben nichts mehr zu erzählen, also schnell noch in die Zukunft springen.
Bibi beschwert sich, dass sie nicht Iris heißt, Karla und Pichler sollen mit einem nicht erreichbaren Sachbearbeiter sprechen und „Die renitente weibliche Person hat Redeverbot“

Die Folge hat der 74 definitiv voraus, dass man die wenigen Minuten ganz gut nutzt.
Die Stelle mit dem Hologramm „mit Originalstimme“ ist aus heutiger Sicht irgendwie interessant. Solche Stellen würden heute Möglichkeiten für gewisse Gastauftritte offenbaren…
„Vielleicht können wir ihn mitnehmen und austauschen“
„Das ist ja lustig“ – „Ich bin nicht auf Lachen programmiert“ – „Das ist uns bekannt!“
Joa, man einigt sich also darauf, dass das richtige Datum eigentlich egal ist, was den Sinn der Zeitreise etwas ad absurdum führt, aber okay.
Insgesamt ist die Folge wirklich gut, atmosphärisch, streckenweise witzig und unterhaltsam, es wird nicht langweilig, aber leider auch nicht spannend. Die Folge verschenkt die Chance auf eine Topwertung sehr leichtfertig, weil das Geschehen etwas zu gradlinig und völlig unkompliziert abläuft. Da war mehr drin. Dennoch für diesen Folgenbereich ein Lichtblick. Ist auch nötig, denn Bibi wird bei den nächsten beiden Folgen gegen Benjamin kaum Land sehen…
8/10
Benjamin 53:41 Bibi
Geschrieben von HildaW am 01.01.2025 um 11:28:
Bibi und Flori in der Bibliothek, genauer im Archiv.
Klar, eine Münze in einem Buch von Fünfzehnhundertnochwas muss auch von Fünfzehnhundernochwas sein und kann nicht später hineingeraten sein.

Und ein Sensationsfund: Die Gründungsurkunde von Neustadt bzw. Urbs Nova.
Karla Kolumna und der Bürgermeister eilen in die Bibliothek – und es entbrennt eine Diskussion um das richtige Gründungsdatum. Der Bürgermeister bockt und Bibi will in die Vergangenheit reisen. Mit Flori und Karla und Pichler.
Dort angekommen trennt man sich, Bibi und Flori suchen den Jahresstein, der gewissermaßen der „Stein des Anstoßes“ ist. Die Lösung ist ein simples Versehen, damit ist alles geklärt, aber die Geschichte geht noch weiter.
Karla und Herr Pichler treffen auf Bruno den Borstigen. Und benehmen sich, als wäre es der Bürgermeister-Chef. „Sie mittelalterlicher Rüpel, Sie!“ schimpft Karla.
Sehr schöne Szene, auch die folgenden mit dem Fotografieren der Urkunde.
Beim Zurückhexen geht was schief, man schießt gewissermaßen über das Ziel hinaus und landet in der Zukunft. Karla will sich mit der Technik anlegen und Herr Pichler will einfach nur nach Hause.
Letztlich ist sowieso alles egal, man feiert einfach jedes Jahr die Stadtgründung.
Ja. Eher gemütlich erzählt, mir fehlte da so ein bisschen die Spannung. Und ich mag Floris Stimme einfach nicht, und bei dem hohen Sprechanteil mindert das doch den Hörgenuss. Manche Szenen sind sehr unterhaltsam geworden, besonders Karla darf sich ausleben. Für eine verhexte Zeitreise wurde eher wenig gehext, es war eher eine gehexte Zeitreise.