Geschrieben von Mangobanane am 13.05.2025 um 15:15:
Bibi Blocksberg 139 – Chaos am Flughafen
Alte Bewertung: 6 Punkte
„Diese drei seltenen Frösche wurden meinem Chefredakteur jetzt heute Nacht gestohlen!“
„Ja und? Sein Problem!“
Ich will nicht sagen, dass ich mich total auf die Folge freue, aber ich bin doch ein wenig neugierig, wie ich sie heute finde. Ich habe sie damals ausschließlich wegen Kiras Einführung gehört und großzügige 6 Punkte dagelassen. Nach 18 Folgen Kira bin ich jetzt doch ein wenig gespannt, ob hier Sachen erwähnt werden, die – wie bei Elea – später in der Serie gar keine Rolle mehr spielen.
Um mal den Bogen zu meiner alten Rezension zu schlagen: An den Blocksberg-Eltern störe ich mich zum Glück mittlerweile nicht mehr so doll, hab mich dran gewöhnt (also, soweit wie es eben geht).
Ulrike Stürzbecher ist leider wieder sehr überkandidelt unterwegs, einmal mehr bin ich froh, dass sie nur einen kleinen Auftritt hat. Die etwas derbere Sprache bei Kira scheint man auch hier einfließen zu lassen: „Jaja, erzähl’s deiner Großmutter!“
Und dann ist sie auch schon da: Kira Kolumna. Stimmlich klingt sie hörbar anders als mittlerweile in der Serie, etwas jünger. Dass sich die Mädchen einander direkt vorstellen, nur weil Bibi versehentlich Kiras Koffer erwischt hat, ist wohl eher unrealistisch, muss aber natürlich so sein. Kira fragt Bibi geradeheraus, ob sie eine Hexe ist? Ich bin mir fast sicher, dass man das heute bereits so nicht mehr schreiben würde.
Ansonsten erfährt man erstmal nicht so wahnsinnig viel über Kira, außer dass sie hier noch in Madrid wohnt und sich am Flughafen auskennt. Sie bleibt fürs Erste auch die Erklärung schuldig, wieso sie alleine ist.
Übrigens: Die 139 und die 140 sind die einzigen regulären Bibi-Folgen von Matthias von Bornstädt, dazu kommen noch ein paar B&T-Folgen, hauptsächlich schreibt er aber Find’s raus mit Benjamin (und durfte trotzdem noch nie in der Hauptserie ran, warum nicht?) und eben Kira Kolumna. Ich finde auch, dass man der Folge den Autorenwechsel durchaus etwas anmerkt, sie hat mehrere Facetten und es werden auch Dinge eingebunden, bei denen man im ersten Moment nicht genau weiß, wo das hinführen soll. Genau das sind Sachen, die Bibi seit Ulli Herzogs Abgang immer häufiger fehlen.
Nun ist der fremde Koffer also erstmal weg, was kein Wunder ist – man lässt Koffer an Flughäfen nicht unbeaufsichtigt!
Der Einschub mit dem Märchenschloss und Leonie kommt etwas random herüber, auch wenn erklärt wurde, warum man da kurz mal hingeht. Vor allem ist es verwunderlich, dass der Erzähler die Froschgeräusche so gar nicht kommentiert und einfach nur trocken erzählt.
Erstaunlich, dass Bibi es cool findet, dass Kira ihren Cookie in einem Online-Blog postet. In der 131 hatte sie zum Thema Handys noch eine ganz andere Meinung
Kira erzählt im Doppel-Interview dann von „einer Freundin aus Dublin“, die sie gerade besucht hat. Wer das wohl sein könnte?
Bibi drückt Kira die Daumen, dass das mit dem neuen Job ihres Vaters nicht klappt – das hat ja gut funktioniert

Wir sollten besser sagen: Zum Glück. Sonst müssten wir ja ständig Rapha ertragen
Bei dem farbenfrohen Frosch hätte ich vermutlich erstmal das Weite gesucht – ich hätte auf einen Pfeilgiftfrosch getippt und eine Begegnung mit denen ist nicht so spaßig…
Gut finde ich, dass man die Nennung von Karlas Namen gegenüber Kira nicht ewig künstlich hinauszögert.
Was gerade im Vergleich zur 138 ebenfalls sehr positiv auffällt: Kira fokussiert sich nicht nur auf Bibis Hexerei, das war ja das Einzige, was Basti im Vorgänger interessiert hat.
Noch während der Folge ist der Umzug beschlossene Sache, was Johannes seiner Tochter per SMS mitteilt – in der 18 nimmt er sogar extra nen früheren Flug, um es ihr persönlich zu sagen.
Natürlich trieft die Story vor Zufällen, alleine was die Begegnungen von Bibi angeht und die Lebendigkeit eines Flughafens kommt im Hörspiel auch nur bedingt und in vereinzelten Situationen gut rüber. Gerade dass Bibi und Kira völlig unbehelligt mit den Fröschen hantieren können, ohne dass jemand guckt, ist arg unwahrscheinlich.
Die Verfolgungsjagd mit Bibis Pannen ist noch recht unterhaltsam, aber dann ist leider wieder Karla an der Reihe. Ich wünsche mir eigentlich auch keinen Gastauftritt von ihr bei Kira, aber interessieren würde es mich schon, ob die Regie sie dort bremsen würde…
„Einen Dreck verrat‘ ich euch!“ – Schimpftiraden kann von Bornstädt
Wieso ist Karla eigentlich Bibi hinterhergeflogen, obwohl sie die Frösche noch gar nicht gefunden hatte?
Im Abschlussgespräch overacted Ulrike Stürzbecher wirklich ohne Ende, furchtbar. Schön, dass Yvonne Greitzke sich davon nicht anstecken lässt und ganz lässig bleibt.
Insgesamt eine zwar recht durchschaubare, aber dennoch unterhaltsame Folge, die hier und da ein paar Fragen aufwirft und eine sehr gelungene Hauptfigur vorstellt. An das Elea-Crossover kommt man jedoch bei Weitem nicht heran. Natürlich bietet sich bei Kiras Lebenslauf eine Begegnung auf dem Flughafen irgendwie an, schade ist es dennoch, dass man hier aus der Kira-Serie nur Kira allein kennenlernt. Bei Elea spürt man permanent, dass da Potential für eine eigene Serie schlummert, bei Kira nur bedingt. Zumal man nach dieser Folge wohl andere Erwartungen an eine Kira-Serie hat als das, was letztlich daraus geworden ist. Bei Elea hatte man den Serienkern doch deutlich besser erfasst. Allerdings hätte man, wenn Bibi hier Kiras neues Umfeld kennengelernt hätte, natürlich dann die ersten beiden Kira-Folgen umstrukturieren müssen.
Matthias von Bornstädt ist aber in einem Punkt deutlich besser als Elfie Donnelly: Nichts von dem, was Kira hier sagt, wird später noch radikal umgeworfen. Sprich, das Konzept war hier bereits deutlich besser ausgearbeitet als Elea, wo sich die Findungsphase ja sogar noch bis in die Hauptserie zog. Man muss aber natürlich auch dazu sagen, dass man von Kiras Welt im Verhältnis eher weniger mitbekommt. Bibi 43 und 44 spielt auf dem Martinshof, Bibi 78 spielt in Altenberg – Bibi 139 nicht in Südberg. Und das macht schon einiges aus. Von den Backdoor-Piloten ist es klar die schwächste Folge. Schätzungsweise kommt sie aber halt auch einfach zu spät und im Verhältnis zur Folgenregion geht das Ding schon irgendwie in Ordnung, deswegen darf es die 6 Punkte auch behalten. Für mehr reicht es allerdings trotz Yvonne Greitzke nicht.
Was mich zu der Frage bringt, ob hier Benjamin oder Bibi siegt. Ich entscheide mich für Bibi, da die Story mal was anderes war, die Folge den Kira-Bonus hat und Karla nur wenig Raum einnimmt. Hörbar sind aber beide Folgen.
6/10
Benjamin 76:63 Bibi