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Geschrieben von Mikosch373 am 16.08.2022 um 15:11:

 

Benjamin Blümchen - Das Geheimnis der Tempelkatze (081)

Beim ersten Hören ist mir der Wechsel von Edgar Ott zu Jürgen Kluckert schwerer gefallen als jetzt beim zweiten Hören. Da ich in den letzten Jahren ja sehr oft die Gute-Nacht-Storys gehört habe, bin ich Kluckert-Benjamin einfach gewohnt. Und in dieser Folgenhöhe klingt er noch viel mehr nach Ott-Benjamin als heute.

Die Folge ist an sich toll und hat eine sehr spannende Story. Leider bin ich sowohl beim ersten Hören, als auch jetzt beim zweiten Hören ein bisschen abgeschweift. Das mit den rausgeschnittenen Szenen kann mich natürlich nicht stören, weil ich beide Male nur die gekürzte Fassung gehört habe.

Fazit: 7 von 10 Punkten



Geschrieben von Blümchen247 am 27.05.2024 um 08:26:

 

habe mich nun auch mal an die Folge getraut. Meine erste Kluckertfolge war "als Baggerfahrer" und ich muss sagen das ich über diese Folge sehr überrascht war, da Benjamin gut geklungen hat.

Nicht so gut wie von Ott gesprochen, aber für mich akzeptabel und angenehm. Finde diese Interpretation von Kluckert sogar besser als die von Klemm in seiner ersten Folge.

Warum hat er Benjamin irgendwann so "gekünstelt" gesprochen? Gibt es da eine Grund?



Geschrieben von HerrSchmeichler am 27.05.2024 um 08:36:

 

Zitat von Blümchen247:

Warum hat er Benjamin irgendwann so "gekünstelt" gesprochen? Gibt es da eine Grund?


Anfangs hat sich Kluckert direkt vor den Aufnahmen einige Tonaufnahmen von Ott als Benjamin angehört, um den Sprachduktus und Klang genau im Ohr zu haben und möglichst nah an diesen heranzukommen. Das hört man bei dieser Folge finde ich sehr, weil er hier Ott wirklich ziemlich ähnlich klingt.

Später hat er das dann immer mehr zurückgeschraubt, bis er seinen eigenen Benjamin gefunden hat. Parallel dazu wurden die Geschichten und Dialoge aber auch immer mehr für eine noch jüngere Zielgruppe geschrieben und da hat sich Kluckert dann auch von der Sprechweise her angepasst.



Geschrieben von Blümchen247 am 27.05.2024 um 10:32:

 

Danke für die Einschätzung. Schade das man den Weg gegangen ist und ihn sooo kindlich gemacht hat. Er war ja früher auch schon für Kinder und da funktionierte die ursprüngliche Art und Weise.

Habe Benjamin immer als sehr warmen und herzensguten Elefanten in der Kindheit wargenommen und ihn als sehr angenehm empfunden.

Jedenfalls hat sich nun mein Blick aug Kluckert etwas verändert und es hätte sogar ein für mich funktionierender Benjamin werden können.

Mal sehen welche Richtung mit Klemm eingeschreitet wird. Die erste Folge fand ich ganz passabel.



Geschrieben von Chantal-Marie am 24.06.2024 um 16:59:

 

Eigentlich habe ich diese Folge als Kind geliebt, aber nachdem ich sie gehört habe, war ich etwas enttäuscht. Ich finde die Folge zwar gut, habe hier aber eher eine 10 Punkte Bewertung von mir erwartet.

Das mit den Strahlen der Katzenaugen fand ich als Kind immer etws gruselig.

Die Atmosphäre war für ein Benjaminhörspiel sehr düster.

Die Gefangenschaft fand ich zwar spannend, allerdings ging mir das alles viel zu schnell.

Während des Hörens hatte ich immer das Gefühl, dass da irgendwas fehlt. Habe hier bisschen im Thread gelesen, da hatte mein Gefühl wohl recht.



Geschrieben von GenerationMartinshof am 08.07.2024 um 16:19:

 

Das war glaube ich eine der Folgen, wenn nicht sogar DIE Folge, auf die ich am gespanntesten war. Im Nachhinein bin ich mir auch nicht sicher, ob ich die TV-Folge zum Teil schon kannte, auf jeden Fall hatte ich an manchen Stellen Bilder vor Augen (und zwar mit blauen Strahlen aus den Katzenaugen statt mit grünen!), aber nicht bei allem. Ganz komisch. Die Bilder im Beitrag der Folge sagen mir aber auch nicht alle was. Echt komisch.

Nun ja, ist auch nicht so wichtig. Also, was soll ich sagen? Den Anfang der Folge fand ich schonmal richtig gut! Karla und der Professor sind ein cooles Duo, das hat mir gefallen.

Dann die Szene im Zoo fand ich auch super, als Benjamin und Otto mit Entsetzen feststellen, dass Karla gefangen genommen wurde. Gut, dass Ottos Eltern ihn nun einfach so mit Benjamin dorthin reisen lassen, um sie zu retten, ist etwas unrealistisch. Aber gut, so ist es halt. Fettes Grinsen Apropos Otto: Der klingt hier irgendwie an manchen Stellen etwas gepresst und gestellt, fand ich. Der neue Benjamin hingegen hat mir gut gefallen, ich bin aber auch mit mehr Kluckert Folgen aufgewachsen.

Und dann wird die bereits am Anfang spannende Folge auch immer spannender. Ich finde das alles richtig cool gemacht! Ich mag die Charaktere und die Story. Als Kind hätte ich mich vielleicht etwas gegruselt, so fand ich es einfach sehr spannend. Die Befreiung aus dem Kerker, die Suche nach der zweiten Tempelkatze, das macht alles viel Spaß anzuhören. Vor allem, weil ich es hier nicht alles super vorhersehbar fand und nicht sicher war, wie die Sache gelöst werden würde.

Insgesamt finde ich das eine super gelungene Folge. Da ich bis auf kleine Sprech-Details nichts auszusetzen habe und de Story echt spannend finde, gibt es von mir eine 10.

Aber eine Frage habe ich noch... Wo ist denn das arme Kamel abgeblieben? Fettes Grinsen



Geschrieben von Basti am 12.07.2024 um 01:31:

 

Meine absolute Lieblingsfolge! Verliebt
Ja, sie ist nicht ganz Benjamin-typisch. Ja, es ist nicht mehr Edgar Ott.
Aber beides stört mich nicht bzw. vermutlich gerade weil sie nicht Benjamin-typisch ist, finde ich sie klasse.

Denn gerade als Kind fand ich sie immer super spannend. Die Story ist für Benjamin-Verhältnisse auch ein wenig komplex. Ein Tempel, magische Katzen, ein zweiter Tempel, verschüttet, ein kleines Rätsel, Karla und Professor gefangen, mit Raffi einen richtigen Bösewichten, der nicht am Ende nur sagt "Tschuldigom" und dann ist alles wieder gut.

Die Location ist klasse, ich find es einfach mega! Woot

Gerne hätte ich mal wieder etwas vergleichbares... irgendeine spannede Expedition... das hat was. Woot



Geschrieben von Mangobanane am 03.09.2024 um 09:11:

 

Benjamin Blümchen 081 – Das Geheimnis der Tempelkatze

„Herr Blümchen! Wenn Sie von oben kommen, schickt Sie wohl der Himmel!“

Eine Folge meiner Kindheit, was ich ab hier wieder etwas häufiger sagen kann, da wir tatsächlich 14 der nächsten 18 Folgen auf Kassette hatten, was allerdings nicht bedeutet, dass ich die alle sehr gut kenne, an manche habe ich fast gar keine Erinnerung mehr. Meine Kindheitserinnerungen bei Benjamin enden mit den Murmeltieren, darüber ist alles quasi „Neuzeit“ für mich.
Was die Tempelkatze angeht, ich habe sie weder geliebt noch gehasst, hätte sie spontan im soliden 8-Punkte-Bereich verortet. Als ich hier mal einige meiner Kindheitsfolgen im Schnelldurchlauf bewertet habe, fiel die 81 unter den Tisch, weil die Erinnerung letztlich zu blass war. Bewertet wird hier übrigens die ungeschnittene Fassung, die andere habe ich gar nicht.

Wenn einem bereits der Erzähler die spannendste Benjamin-Blümchen-Geschichte ankündigt, die es jemals gab, dann ist man natürlich automatisch ein bisschen gespannt. Spannender als der kleine Hund? LOL

Direkt der Anfang ist sehr atmosphärisch und baut Spannung auf, braucht aber natürlich auch seine Zeit. Peter Groeger als Professor ist ein Hochgenuss und mit Raffi hat man endlich mal einen wirklich bösen Antagonisten, der skrupellos ist. Alleine die Formulierung „schwer bewaffnete Beduinen“ ist für ein Benjamin-Hörspiel reichlich ungewöhnlich und vor allem, dass man das hier nicht ins Lächerliche zieht (wie zB die Wilderer in Folge 4), ist echt mal was anderes.

Nach satten 8 Minuten kommt dann Benjamin das erste Mal vor – die 79 lässt grüßen. Ich hatte ja mit dem Sprecherwechsel nie Probleme, weil ich mit Ott und Kluckert gleichzeitig aufgewachsen bin und es als Kind auch gar nicht so wirklich registriert habe, aber nach 80 Folgen mit Ott hintereinander klingt Kluckert dann jetzt doch krass fremd und ich musste mich erstmal wieder dran gewöhnen. Übrigens, ich finde, Ott hat bis zum Schluss nie nachgelassen. Während Hermann Wagner als Herr Tierlieb in seinem chronologisch letzten Einsatz in der Eisprinzessin schon sehr heiser und gebrechlich klang und es hörbar war, dass da wohl eine Ära zu Ende geht, war das bei Ott überhaupt nicht so.

Innerhalb von zwei Minuten ist klar: Karla muss gerettet werden, also auf nach Nordafrika. Ist zwar natürlich sehr gestrafft, aber so eine Dramaturgie würde ich mir für Die drei ??? und TKKG mehr als wünschen – bzw. man hatte die auch mal…

Auch die Szene, in der Raffi den Emir (übrigens schön, Andreas Hanft nochmal zu hören) hereinlegt und zu seinem Sklaven macht, steigert das Spannungsgefühl. Man fährt hier schon ordentlich was auf.

Vielleicht unfreiwillig, aber auf jeden Fall komisch: Benjamin beschwert sich über den Krach auf dem Markt und beendet ihn mit einem lauten Töröö LOL Ja, man muss halt immer lauter als die anderen sein Zwinker

Dass so eine Geschichte zwischendurch auch mal aufgelockert werden muss, ist klar, schließlich sind wir immer noch bei Kiddinx. Da das aber durch einen absolut sympathischen Buddy-Moment zwischen Benjamin und Otto gemacht wird, in dem sie sich auf dem Weg durch die Wüste gegenseitig Mut zusingen, habe ich absolut nichts daran auszusetzen. Vielmehr sind das die Momente, in denen man beweist, dass Primel sich auch mit Kluckert von Beginn an hervorragend versteht.

„Wir Tiere haben einen feinen Instinkt“, weiß Benjamin, um dann zu zeigen, dass er den wohl durch sein Zusammenleben mit den Menschen nicht mehr hat Fettes Grinsen
Der Sandsturm ist ein weiterer Höhepunkt, bei dem Benjamin und Otto sogar kurz verschüttet werden. Auch hier eine großartige Leistung von Kluckert, wie er hustend gegen den Sturm ankämpft. Das ist im Studio garantiert nicht leicht.

Die Entdeckung der Ruine und dass Benjamin und Otto sie links liegen lassen, ist natürlich ein sehr plakativer Hinweis. Es ist klar, dass hier die zweite Tempelkatze versteckt ist, die aber noch nicht gefunden werden soll. Aber immerhin hat man einen plausiblen Grund, warum man nicht hineingeht. Ich erinnere mich da an eine Szene in Fünf Freunde 120, in der ein Fahrstuhl nicht ausprobiert wird, weil dafür keine Zeit ist, stattdessen schleppt man sich lieber die Treppe hoch Pfeifend

Man kann der Geschichte allerdings durchaus die Frage stellen, wieso Raffi so lange zögert, Karla und den Professor zu hypnotisieren. Denn dann hätten sie ja garantiert nach der zweiten Katze gesucht, eigentlich gibt es keinen Grund für ihn, damit zu warten. Eine kleine Skriptschwäche, auf der aber zum Glück nicht zu viel herumgeritten wird.
Hochinteressant ist Karlas Aussage, dass nur Benjamin helfen kann, der die Tür einrennt und sie befreit. Karla „weiß“ also, dass das eine Benjamin-Geschichte ist, an Bibi denkt sie hier nicht, obwohl die ja prinzipiell genauso helfen könnte. Das fällt besonders deshalb auf, weil Karla und Benjamin sich bis hierhin noch nicht in der Story begegnet sind. Ist nur die Frage, ob das eine bewusste Entscheidung von Ulli Herzog war oder er einfach gar nicht so weit gedacht hat.

Die Szenen mit dem Geschichtenerzähler gefallen mir sehr gut, ich mag es nur nicht so, dass Benjamin ihn permanent „Alter Mann“ nennt. Auch wenn es von ihm gesprochen jetzt nicht direkt respektlos klingt, finde ich es eher unschön. Und wo ist eigentlich das Kamel abgeblieben?

Bei der Idee, dass Benjamin sich als Zuckerstückchenhändler ausgibt, muss man ein wenig schlucken, dass niemand hinterfragt, dass er ein Elefant ist. Das ist schon etwas sehr gewollt, aber gut. Immerhin fällt Benjamin seine Unvorsichtigkeit kurz darauf aber auf die Füße. Der Erzähler kann sich auch nicht so richtig entscheiden, ob er es nun gut findet, dass Benjamins lautes Töröö überall im Palast zu hören ist oder ob das nicht so ideal ist Fettes Grinsen

Die Konfrontation zwischen Benjamin und Raffi ist wohl die Szene, die mir in der Kindheit am meisten in Erinnerung geblieben ist, mag ich sehr, weil das mit der Falltür nicht vorweggenommen wird.
Endlich ist Benjamins Hang zur Zerstörung mal zu was gut.

Sicherlich ist es etwas konstruiert, dass niemand das Rätsel lösen konnte, aber Benjamin erkennt die Figur schon beim ersten Versuch, aber ich mag es, wie sich alles zusammenfügt und man das Finale vorbereitet.
Benjamin darf hier noch schön selber schlau sein und eigenmächtig auf gute Ideen kommen, indem er sich den Teller vors Gesicht hält und sich somit rettet. Das ist wohl auch die beste Möglichkeit, einen Showdown mit einem wirklich bösen Antagonisten aufzulösen, ohne dass es eine Massenschlägerei gibt Fettes Grinsen

Es war für mich tatsächlich eine kleine Überraschung, dass der Geschichtenerzähler der alte Großwesir ist, obwohl es nahelag.
Raffi wird sich vermutlich bedanken, dass Benjamin ihm die Flucht ermöglicht hat – schließlich ist das Verlies durch Benjamin zerstört worden und ich glaube nicht, dass es in der kurzen Zeit schon renoviert wurde Fettes Grinsen

Im Endeffekt ist die Folge wirklich extrem stark und abenteuerlich. Auch wenn die Handlung hier und da ein paar Federn lässt, ist sie im Großen und Ganzen schlüssig, die Atmosphäre ist gelungen, die Sprecher sind hervorragend, mit Raffi hat man endlich mal einen ernstzunehmenden Bösewicht, es gibt keine Längen und Jürgen Kluckert hat einen starken Einstand als neuer Benjamin.

Ich habe zwischen 9 und 10 Punkten geschwankt und gebe am Ende 10, weil ich nicht groß was zu kritisieren habe, die Folge von Anfang bis Ende wirklich spannend ist und die Figuren einprägsam sind. Wieder mal ein hartes Brett für Bibi.

10/10



Geschrieben von Mikosch373 am 03.09.2024 um 13:04:

 

Zitat von Mangobanane:
Hochinteressant ist Karlas Aussage, dass nur Benjamin helfen kann, der die Tür einrennt und sie befreit. Karla „weiß“ also, dass das eine Benjamin-Geschichte ist, an Bibi denkt sie hier nicht, obwohl die ja prinzipiell genauso helfen könnte. Das fällt besonders deshalb auf, weil Karla und Benjamin sich bis hierhin noch nicht in der Story begegnet sind. Ist nur die Frage, ob das eine bewusste Entscheidung von Ulli Herzog war oder er einfach gar nicht so weit gedacht hat.


Stimmt, das ist wirklich hochinteressant. Die Folge liegt ja auch hinter der Crossover-Ära, vielleicht wollte man Benjamin und Bibi damals schon voneinander abgrenzen? Auf jeden Fall schade, dass Bibi nicht erwähnt wird.



Geschrieben von Basti am 03.09.2024 um 16:16:

 

Oha, das ist in der Tat ein sehr interessanter Punkt, der mir bislang so auch noch nie aufgefallen ist.
Bin mir aber ziemlich sicher, dass da nicht bewusst drüber nachgedacht wurde.
Es war klar, dass es eine Benjamin-Folge ist, also ist es klar, dass Karla na Benjamin denkt und fertig.



Geschrieben von BlinderPassagier am 22.09.2024 um 10:53:

 

@Mangobanane:

Zum Thema Wagner vs. Ott beim Ausstand: Naja, hier muss natürlich das ALter auch berücksichtigt werden. HErmann Wagner war zum Schluss 80 Jahre alt, Edgar Ott hingegen verstarb recht plötzlich/unerwartet bereits im Alter von "nur" 65 Jahren. Das ist ja schon ein Unterschied.

Das mit der Existenz einer "ungeschnittenen"/längeren Version ist ja hochinteressant, wusste ich noch gar nicht das es die gibt. Würd ich ja zu gern mal hören. Naja, der Schnittbericht legt ja zumindest nahe, dass nichts "wichtiges" fehlt. Trotzdem schade natürlich, das scheinbar nicht mal mehr Kiddinx davon weiß.



Geschrieben von Michael am 24.10.2024 um 14:42:

 

Ich finde die Folge cool! Ich finde es schön, dass man sich für die erste Folge mit Jürgen Kluckert so eine spannende Abenteuergeschichte ausgedacht hat. Sie bekommt 10 von 10 Punkten.



Geschrieben von Dominik am 26.01.2025 um 14:01:

 

Nach Ewigkeiten habe ich diese Folge mal wieder gehört. Bin da immer irgendwie drum rum geschifft und weiß jetzt nach dem Hören gar nicht, warum. Super Folge, tolle Atmosphäre, spannende Szenen und super Sprecher. Top. Ich erhöhe um einen Punkt.

9/10 Punkten



Geschrieben von Tierlieb-1991 am 26.01.2025 um 15:49:

 

Ich muss leider sagen, dass mir die ganzen Schnitte die Folge verdorben haben. Ich war schon sehr enttäuscht beim Hören damals und habe die Folge dann auch erstmal nicht mehr gehört.

Es mag nichts handlungsrelevantes geschnitten worden sein, aber die Atmosphäre leidet schon deutlich drunter, wenn man weiß, jetzt kommt eigentlich noch ein Satz und das fehlt und das... Erinntert mich etwas an das Musical Tanz der Vampire, wo im Vergleich zur Wiener Uraufführung auch immer wieder Lieder geschnitten wurden. Motzend

Aber mich stören ja auch die Schnitte der Folgenverweise bei den alten Folgen. Zum Glück sind diese auf meinen Kassetten aber noch enthalten. Happy


Aber der Punkt, dass Karla direkt an Benjamin denkt und Ihr Bibi garnicht in den Sinn kommt, ist echt interessant! Das fiel mir auch nie auf! Happy



Geschrieben von Rückkehrer am 01.10.2026 um 04:54:

 

Diese Folge nimmt einen speziellen Platz in meiner Biographie ein. Als Kind der 80er bin ich im alten Neustadt (sprich: im alten BB-Universum) großgeworden; die Edgar Ott-Folgen waren/sind so stark in meine Kindheitserinnerungen eingewoben, wie für andere heutzutage... tja, gibt es überhaupt einen sinnvollen Vergleich?
Ich bin mit diesen Folgen eingeschlafen, habe sie nach dem Aufwachen gehört, habe etwas gelernt, habe gelacht, und tatsächlich auch meinen Wortschatz durch diese Folgen erweitert (z.B. "Verbalinjurien" in der Folge als Pilot) - es war einfach eine andere Zeit und ein anderes Tempo.

Interessanterweise wurde die "Tempelkatze", die im BB-Kosmos eine so gravierende Zäsur darstellt, gewissermaßen mein Abschied von Benjamin Blümchen. Mit langsam einsetzender Adoleszenz und einhergehendem Zynismus, konnte ich mich immer weniger mit BB identifizieren- die heile Welt, das (wie man heute sagen würde) "Gutmenschentum" gingen mir mehr und mehr auf den Keks; ich begann überwiegend die Folgen zu konsumieren, in denen Benni leiden musste, wie z.B. durch Krankheit oder Zahnschmerz, ganz einfach als Ausgleich zur penetranten Tugendhuberei. Pfeifend

Die Tempelkatze war die letzte Folge, die mir meine Eltern kauften, wobei der Ablöseprozess eigentlich schon abgeschlossen war. Ich hörte die Folge an, registrierte etwas erstaunt, dass sich die Hauptstimme geändert hatte, aber ich war schon so aus der Reihe hinausgewachsen, dass mich das weder verwunderte, noch überhaupt kümmerte. Ebenso wenig, das seltsam andere Feeling, was sich durch die Folge zog.

Ich verließ die Reihe (wie wahrscheinlich die meisten), ohne einen Blick zurückzuwerfen und so blieb es für Jahrzehnte.
Nun als "Rückkehrer", 30 Jahre später, bin ich etwas milder und höre mir die Folgen meiner Kindheit wieder an- und unterhalte mich überwiegend königlich.

Um die Tempelkatze machte ich aber lange Zeit einen Bogen, aus einem gewissen Mulmigkeitsgefühl. Nun habe ich sie mir aber doch reingezogen, und tatsächlich fallen mir als Erwachsenem nicht nur die Brüche viel stärker auf; ich bewerte sie tatsächlich im Gesamtkontext als überwiegend negativ.

Ich weiß gar nicht, was zuerst auffällt- der stimmlich andere Benjamin Blümchen, inklusive einiger seltsamer neuer Persönlichkeitsmerkmale ("Tee trinke ich gerne"- hm, davon war bisher nicht viel zu spüren); oder die komplett neue Erzählweise. Es gab in den 90ern bereits einige Versuche, die Reihe etwas action- und spannungslastiger zu machen; aber nun betreten wir tatsächlich komplett Neuland - raus aus Neustadt, raus aus dem Zoo, weg von den gewohnten Figuren. Stattdessen nun Karla auf Archäologietrip, mit Hieronymus Hieroglyphus (bitte, wer?!), später dann ein Trip ins arabische Ausland, ein Artefakt (wofür sich BB nie interessiert hat) eine Intrigenstory, und Otto, der bis gestern noch in der Mathestunde saß, tanzt nun die Schrittfolge, um die Geheimtür zu öffnen. Fragend

Also dem treuen Fan werden da schon eine ganze Menge abgeschnittener Zöpfe zugemutet - mich hat´s damals nicht gekümmert, aber im Großen und Ganzen sind das schon ziemlich schwerwiegende Brüche mit dem Gewohnten.

Abgesehen von meiner eigenen Voreingenommenheit durch Kindheitserinnerungen, empfand ich alle diese Änderungen aber auch heute einen Schritt in die falsche Richtung. Natürlich hat man sich heute daran gewöhnt, dass Benjamin auch mal den Indiana Jones raushängen lässt, aber für mich waren die Auslandsreisen von Benjamin auch immer mit irgendeinem Lernbonus über Land/Leute/Berufe verknüpft.
Hier muss er sich in Actionheld-Manier aus Falltüren herauskämpfen oder überlistet einen "dicken, hässlichen" (aus dem Gedächtnis zitiert) Wicht mit Turban, durch Reflexion seiner Hypno-Strahlen durch ein Silbertablett, wie in einem Videospiel.

Alles passte (und passt) nicht in mein Bild der Reihe - heute hat die Serie einigermaßen die Kurve gekriegt und Action gewissermaßen mit Gemütlichkeit verknüpft. Ich war nur beim Wieder-Hören erstaunt, dass ich diese Story tatsächlich genauso schlecht fand, wie damals, und all sich in dieser einzelnen Folge abzeichnenden Veränderungen tatsächlich als negativ empfand.
Neue Stimme, neuer Schauplatz, neue Figuren, neuer Erzählfokus - quasi eine komplett neue Serie; und damit für mich nach wie vor das offizielle Ende der Reihe. Jüngere mögen das anders sehen, ich wollte Euch nur diesen Gesamtkontext meiner eigenen Hörerbiographie nicht vorenthalten.
Mit dieser Episode habe ich mich damals von BB verabschiedet; bei alten Folgen, die ich heute wieder höre, kommt sofort das Vertrautheitssgefühl zurück. Bei der Tempelkatze, und allem, was danach kam, spüre ich nichts.
Meine two cents.. danke fürs Lesen.



Geschrieben von Mangobanane am 01.10.2026 um 09:16:

 

Ich kann den Gedankengang sogar nachvollziehen, die Geschichte funktioniert in der Tat völlig anders als die klassischen Donnelly-Werke und baut sehr stark auf Action und Abenteuer und so gut wie gar nicht auf Wissenswertes. Ich finde sie aber wesentlich angenehmer zu hören als fast alles, was danach kam. Insbesondere wenn man dann zu Werken wie der Spaßmaschine, dem Abenteuerspielplatz, der Zoo-Feuerwehr und der Zoo-Schwimmschule kommt, die selbst den Intellekt eines 3-Jährigen beleidigen, dann weiß man solche Indiana Jones-Geschichten sehr schnell zu schätzen. Das ist qualitativ ein ganz anderes Level und auch, wenn es nicht "classic Benjamin" ist, ist es doch mit Herz und einer guten Portion Spannung erzählt, was man beides in vielen späteren Folgen so gar nicht mehr vorfindet.
Mal zum Vergleich: Das Bibi Blocksberg-Pendant zur Tempelkatze ist für mich die Folge "Der Hexenschatz". Und die funktioniert für mich wirklich gar nicht. Die Tempelkatze ist um Längen besser erzählt und auch deutlich besser für das Medium Hörspiel geschrieben. Also, nein, nur weil eine Benjamin-/Bibi-Geschichte mal anders ist, ist sie nicht gleich gut. Trotzdem finde ich es nicht verkehrt, wenn eine Serie nach zig Dutzend Folgen mal andere Wege geht. Klassiker hat sie ja genug.



Geschrieben von Basti am 01.10.2026 um 10:00:

 

Zitat von Rückkehrer:
Ich weiß gar nicht, was zuerst auffällt- der stimmlich andere Benjamin Blümchen, inklusive einiger seltsamer neuer Persönlichkeitsmerkmale ("Tee trinke ich gerne"- hm, davon war bisher nicht viel zu spüren);

Doch, es gab auch vor der Tempelkatze einige Folgen, in denen Benjamin Tee trinkt:

004. in Afrika: In der Steppe probiert Benjamin Wasser und findet es zwar nicht schlecht, sagt aber ausdrücklich: „Tee wäre mir lieber.“ Später nennt er als einen Grund für seine Heimreise, dass es dort weder Zuckerstückchen noch Pfefferminztee gibt.

013. im Krankenhaus: Benjamin trinkt einen ganzen Eimer Kräutertee.

017. Der Skiurlaub: Nach dem Aufenthalt draußen soll Benjamin sich den Rüssel waschen. Anschließend trinken sie heißen Tee.

033. Das Osterfest: Nachdem Otto und Kiki 200 Eier für das Osterfest besorgt haben, setzen sie sich mit Benjamin ins Heu und trinken Pfefferminztee, während Wärter Karl die riesige Menge Eier kocht.

043. Die Autorallye: Karl hat "an alles gedacht", unter anderem zwei Kannen Tee. Benjamin bittet ausdrücklich: „Gib mir doch mal einen Schluck Tee.“

und auch nach der Tempelkatze wird weiterhin hier und da Tee getrunken.



Geschrieben von Janni am 01.10.2026 um 11:40:

 

Und es wird auch mal gesagt, dass er regelmäßig mit Herrn Tierlieb Tee trinkt. War das beim Müllmann?



Geschrieben von Basti am 01.10.2026 um 12:37:

 

Ja korrekt, da wollte er eigentlich mit Herrn Tierlieb seinen Fünf-Uhr-Tee schlürfen, hält das Müllproblem aber aktuell für wichtiger.



Geschrieben von Janni am 01.10.2026 um 12:46:

 

Das heißt für mich, dass er das sogar jeden Tag macht, wenn er nicht gerade auf Abenteuer ist.


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