Benjamin Blümchen 028 – rettet den Kindergarten
Alte Bewertung: 9 Punkte
„Tammo ist aber doof!“
„Du bist doof!“
„Nein, gar nicht!“
„Doch!“
„Nein!“
„Doch!“
„Nein!“
„Doch!“
„Nein!“
Absolute Kindheitsfolge, ganz weit oben damals bei mir. Wurde allerdings ebenfalls schon lange nicht mehr gehört (ich habe ja immer ein bisschen Angst, dass ich irgendwann mal einen Kindheits-Liebling nicht mehr so toll finde wie damals) und meine Einstellung zu Kindern mäandert je nach Stimmungslage zwischen „Voll niedlich“ und „Nicht zum Aushalten“
Direkt den Anfang finde ich total sympathisch und obendrein auch noch wichtig für die Kontinuität (bzgl. der Affenbabys). Das ist mir früher nicht aufgefallen und freut mich jetzt umso mehr. Otto macht einen auf Stella und scheucht Benjamin hoch zur Abenteuersuche – und ich liebe es, dass er dabei nicht dieses Hochnäsige in der Stimme hat, das Rosenberg bei solchen Aufforderungen oft hatte.
Interessant: Sie füttern die Enten mit altem Brot. Das ist heutzutage sehr verpönt und wird nicht gern gesehen. Ein bisschen crazy mutet es ja schon an, dass man sich quasi wünscht, dass jemand in Gefahr gerät, damit es ein Abenteuer gibt
Otto ist schon groß und bald ein Mann. Eine Anspielung auf den bald bevorstehenden Sprecherwechsel?
Das Gespräch mit Tante Rosi und die Unterbrechung durch die zwei Streithähne ist soooo toll! Tante Rosi ist einfach wahnsinnig sympathisch und on point besetzt. Ich finde die Anpassungsfähigkeit der Sprecherin auch klasse, hätte Frau Axelhofer vom Wendy-Feuer-Zweiteiler da jetzt so nicht rausgehört, das ist nochmal ein ganz anderer Charakter, den sie genauso top spricht.
Auch die Szene mit dem verärgerten, aber auch verständnisvollen Polizisten und das Telefonat mit Karla, die Benjamin Heißhunger unterstellt, haben sich in mein Gehirn förmlich eingebrannt.
Und dann natürlich noch der Tritt aufs Formular und „Pop, Stolizei! Äh, Stei, Polipop! Äh, Stopp, Polizei!“ von Hufschmied Jahnke / Ottos Vater als Oberpolizeirat, mega
Was ich auch so bemerkenswert an der Folge finde: Benjamin wird hier genau so dargestellt, wie ich es liebe: Keine dummen Aussetzer, klug, ein wenig tollpatschig, engagiert und einfach sehr reif. So kann es gerne bleiben.
Auch die Elternversammlung ist so wunderbar lebhaft dargestellt und vor allem, wie Benjamin einem Vater kontert („Ich hab doch so wenig Zeit“ – „Wenn der Kindergarten schließen muss, haben Sie noch weniger Zeit“) mag ich sehr. Niedlich die kleine Szene, als Benjamin unbedingt ein klitzekleines Bulettchen schnabulieren will und sich dann beschwert, dass es wirklich klein war
Otto lebt hier noch stark nach dem Motto: „Keine Minute Langeweile!“ und treibt früh morgens die Leute an. Bei den Primel-Folgen hab ich öfter das Gefühl gehabt, Otto könnte auch gut den ganzen Tag auf der Zoowiese chillen.
Und dann werden natürlich auch die 3-Jährigen für die Arbeit eingespannt, man kann ja nie früh genug anfangen mit dem Engagement

Immerhin: Der Neustädter Musikantenstadl hat mal das Lied gewechselt!
„Mami, die sollen nicht die Birnen verbrennen, die ess‘ ich doch so gerne!“
„Ich mach das, Frau Senatorin! Ich bin der Ober!“ – Awww
Der reimende Oberpolizeirat – „Merke dir: Bist du jung, gesund und frei, komm zu unserer Polizei!“ – Benjamin, der sich klein machen will und die sehr gut erhaltene Jugendsenatorin – ich liebe es. Und die Polizisten vergnügen sich mit den Damen vom Frauen-Friedensverein

Wo kriegen die nur immer diese versauten Praktikanten her, die an die Skripte randürfen?
Das Fest ist einfach wunderbar lebhaft dargestellt und bietet immer wieder kleine Schmunzler, die zusammen ein exzellentes Gesamtbild erzeugen. Ein bisschen schade ist natürlich, dass man dafür dann weniger Kindersprecher hat und nur Tammo und Moritz zu hören sind, aber das Skript gleicht das phänomenal aus.
„700.000, 800.000…“ – „So viel Geld gibt’s gar nicht auf der Welt!“ – Auch fantastisch! Hier bin ich absolut im „Kinder-sind-so-niedlich“-Modus.
Bei der Versteigerung hab ich dann zunächst mal gedacht: Wenn Benjamin da alleine von den Stoffelefanten schon hundert Exemplare einzeln versteigert, wie lange dauert das dann?

Zudem hätte ich hier einen Verweis auf die 25 maximal witzig und passend gefunden, aber es sollte wohl nicht sein
Das Ende ist natürlich sehr vorhersehbar mit der unbürokratisch bewilligten Stelle und der Benennung des Kindergartens nach Benjamin, aber es ist ein schöner runder Abschluss dieser fantastischen Folge, die viele tolle Szenen und Dialoge aneinanderreiht und bei der einfach alles passt. Etwas Anderes als die Höchstpunktzahl ist hier gar nicht möglich. Nichts auszusetzen, alles perfekt.
10/10