Bei dieser Folge bin ich immer äußerst hin- und hergerissen. Aus meiner erwachsenen Perspektive ist sie wirklich ziemlich albern und überhaupt nicht spannend. Es passiert fast nichts und das, was passiert, ist in sich kaum plausibel oder kohärent. Aber ich bin ja eigentlich auch nicht die Zielgruppe, sondern Kinder ab 3 Jahren.
Darum würde ich sagen: Wenn man sich auf so eine Perspektive versucht einzulassen, kann genau da der Reiz dieser Folge liegen. Ich bin mir sicher, dass ich es als Kind super witzig gefunden hätte, wie albern und wie absurd es teilweise wird. Die Reime, die Dialoge, die Idee, für die Elchkuh zu dichten und den Bürgermeister durch ein Gedicht zu überzeugen, den Wald zu "behüpfen", weil das Betreten verboten ist, die Verbindung von "Dichter" und "nicht ganz dicht" usw. Da gibt es viele Sprachspiele und viel Humor, der aber natürlich ein sehr kindlicher ist.
Dass hier nicht einfach nur eine Handlung vorangetrieben wird, sondern auch die Form genutzt wird, gefällt mir sehr. Das passiert sonst verhältnismäßig selten und es freut mich, dass hier mal nicht nur in langweiligen Erzählweisen Handlungselemente aneinandergefügt werden. Aber zugleich muss ich sagen: Man muss ja auf Handlung auch nicht beinahe ganz verzichten. Wieso nicht diesen Sprachwitz mit mehr Handlung kombinieren? Oder eben ihn auf die Spitze treiben?
Wenn man die Folge z. B. mit ...auf dem Baum vergleicht, die ebenfalls eher 'handlungsarm' ist und ebenfalls ihre Komik vornehmlich aus Absurdität und Sprachwitzen zieht, fällt schon auf, dass hier das Potenzial nicht wirklich ausgeschöpft wurde. Um es wirklich zu einem gelungenen Konzept zu machen, hätte man sich meiner Meinung nach noch mehr trauen müssen. Da wäre noch manches gegangen, z. B. außer dem Paarreim noch mehr Gedichtelemente einzuführen, keine Ahnung, verschiedene Reimschemata oder Metren beispielsweise. Also die hätte man natürlich nicht erklären müssen, aber einfach im Text variieren, wie denn nun 'gedichtet' wird.
Die Sprecherleistung fand ich ganz passabel. Matti Klemm souverän und er trägt die Folge gut. Katja Primel und Roland Hemmo auch souverän, Ulrike Stürzbecher etwas 'drüber', Kaspar Eichel irgendwie etwas farblos und in den Betonungen stellenweise irritierend für mich. Insgesamt aber okay und ich hätte auch kein größeres Ensemble gebraucht für diese Art von Folge.
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