Benjamin Blümchen 053 – wird reich
„Wer hat eine Million gewonnen?“
„Ein gewisser Benjamin Blümchen!“
„Der Name kommt mir bekannt vor.“
„Ja, das glaub‘ ich. Das bist nämlich du!“
Eine Folge, die wir früher nicht hatten, die ich aber irgendwann mal digital gehört habe, was aber auch schon echt lange her ist. So ganz grob kenne ich die Story noch, aber ich habe bestimmt viele Details vergessen.
Am Anfang wird Benjamin erschossen. Gut, das war’s dann an dieser Stelle, hat mich gefreut, coole Nummer
10/10
Leider will Benjamin nicht sterben und deshalb passiert es auch nicht. Na toll, dann muss ich die 10 leider zurücknehmen
Aber wo Benjamin recht hat, hat er recht: Durch Spielen lernt man. Und für Squid Game und GTA 5 ist Otto wirklich noch etwas zu jung. (Kein Scherz: Sogar an Grundschulen wurde Squid Game schon nachgespielt. Die heutigen Kinder werden mir etwas zu schnell groß. Selbst mir war das Gemetzel too much).
Nur Sekunden später hat Benjamin das mit der Vorbildfunktion schon wieder vergessen und findet Glücksspiel geil. Auch schön, dass die Zeitung einfach den vollen Namen der Millionengewinnerin abdruckt. Ich hätte dann gerne noch Adresse, Telefonnummer, Kontonummer und die PIN wäre auch nicht schlecht
Nachdem Benjamin seine Beziehung zu Karla in der 52 wieder angekurbelt hat, ist nun Karla wieder dran und küsst Benjamin ungefragt. „Ich will Sie ja nicht heiraten!“ – Noch nicht…
Wir begleiten Benjamin mal wieder in einen Traum und Karla tritt als Glücksfee auf. Noch deutlicher kann man den Heiratswunsch ja kaum darstellen.
„Zahlen von 1 bis 6 … muss ich mir gut merken“ – Ja, ist auch schwierig
Fun Fact: Die Zahlenkombination 1 bis 6 ist nicht unwahrscheinlicher als jede andere Kombination. Es hat ja jede Zahl dieselbe Chance, aus dem Behälter gezogen zu werden. Dass es sechs aufeinanderfolgende Zahlen sind, klingt natürlich sehr unwahrscheinlich, aber da die Kugeln in völlig zufälliger Reihenfolge in der Mischkugel liegen, könnte es genauso passieren wie eine Kombination, die einen größeren Zahlenrahmen absteckt.
Schon geil, wie Benjamin anfängt Otto „Lotto“ zu nennen

und dann die „Gestern“-Nachrichten kommen, schöne Anspielung aufs ZDF – wobei Lotto doch immer im Ersten läuft, wenn ich mich nicht irre.
Warum Benjamin nach der Ziehung so eine vehemente Trotzreaktion nach seinem Gewinn zeigt, verstehe ich nicht. Vielleicht wollte man damit das „Ich kann’s nicht glauben“-Gefühl eines Gewinners nachstellen, es ist aber ein bisschen zu übertrieben und dauert auch viel zu lang. Cool allerdings die Anspielung auf Folge 15.
Karla küsst Benjamin schon wieder – also so langsam…
Tja, dann geht die Kernessenz der Folge los: Die Leute rufen, Benjamin solle ihnen was abgeben. Dass man mit so einer Million keine ganze Stadt ernähren kann, ist den Leuten hoffentlich klar – nein, ich glaube eher nicht.
Unweigerlich muss ich an die traurige Geschichte von Marlene Grabherr denken, die als erste Frau bei Jauch die Million abräumte – und später völlig verarmt starb, weil sie nicht Nein sagen konnte. Ein sehr abschreckendes Beispiel, man will nicht als Geizhals rüberkommen, aber trotzdem muss man irgendwo Grenzen ziehen. Wobei Benjamin hier halt auch mega unschlau sein Glückserlebnis quer durch die Straße brüllt. Am besten ist es eben immer noch, wenn niemand von dem Geld weiß.
Benjamin hat sich in all den Wochen, in denen er Lotto gespielt hat, offensichtlich absolut keine Gedanken über die Verwendung des Gewinns gemacht und findet alle Vorschläge doof.
Dass ihm das Geld nicht einfach auf sein Konto überwiesen wird (laut Folge 40 hat er ja ein Sparbuch), muss natürlich so sein, weil es witziger ist und besser für die Story.
„Wenn Sie uns das Geld leihen, dann bekommt es sozusagen Kinder“ – Ach herrje

Man muss halt auch sagen, es ist nicht so einfach, das Wirtschaftssystem der Zielgruppe verständlich zu erklären. Warum hat man hier denn nicht einfach den Klingelsack genommen? Vermutlich, weil der zu nett gewesen und Benjamin vor weiterem Unheil bewahrt hätte und dann wäre die Geschichte ja aus gewesen. Wie garstig Benjamin werden kann, wenn er etwas nicht versteht – also da hätte er in den 100er-Folgen ruhig mal Stella zum Frühstück… äh, ich meine natürlich, auch das ist heute nicht mehr denkbar
Natürlich setzt sich das Prozedere fort und alle wollen Benjamins Kohle – oder Nutzen aus der Situation ziehen. Die Tante von der Lebensversicherung ist aber wirklich geil und typisch Donnelly.
Gut, dass Karla rechtzeitig kommt, bevor das vom Bürgermeister angeführte Trio dem mittlerweile völlig dehydrierten Benjamin das Geld aus der Tasche – äh, vom Heuhaufen – ziehen kann.
Als Otto dann Benjamin die Regenbogen-Bruchbude zeigt, ist natürlich klar, wo die Reise hingeht und wo das Geld am Ende landen wird. Dass Benjamin es für einen guten Zweck spendet, war ja ohnehin abzusehen. Verwunderlich, dass er nie auf die Idee gekommen ist, dem Zoo was abzugeben, aber das ist es halt – die Story wäre zu schnell vorbei gewesen.
So plätschert die Geschichte seicht ihrem Ende entgegen und wird auch nicht mehr wirklich aufregend oder amüsant, auch wenn die Fassungslosigkeit des Bürgermeisters noch ganz nett anzuhören ist. Auch der Schlussgag mit den Zuckerstückchen geht in Ordnung. Ob Benjamin wohl nicht an den Zoo gedacht hat, weil Herr Tierlieb im Urlaub ist? Dann hat der Zoo natürlich auch keine Geldsorgen, ist ja klar
Na ja, die Folge ist ganz okay, die Szenen mit den Bittstellern finde ich am besten, aber der Rest ist eher dürftig. Alleine Benjamins minutenlange Begriffsstutzigkeit ist eher nervig und die letzten Minuten plätschern nur noch uninspiriert vor sich hin. Kann man hören, muss man aber nicht.
5/10