Benjamin Blümchen 005 - auf hoher See
„Otto, wir sind eingeschlafen!“
„Gar nicht wahr, wir sind aufgewacht!“
So, letzte Folge mit Alexander Rosenberg, der in seinen bisherigen vier Folgen wirklich alles, was in dieser kurzen Zeit möglich ist, an Gefühlsregungen bei mir durchgespielt hat. Von Gleichgültigkeit über positive Überraschung bis hin zu Verärgerung war schon alles dabei.
Auch in seiner letzten Folge braucht er leider keine fünf Minuten, um sich wieder unbeliebt zu machen. Mir ist natürlich bewusst, dass auch Primel und Schaff Benjamin immer wieder aufziehen, aber bei Rosenberg kommt es einfach so gehässig rüber und nicht wie die Sticheleien eines besten Freundes.
Auch hier wird im Präteritum erzählt, was gerade bei Sätzen, die über eine sachliche Erzählung von Ereignissen hinausgehen („Was die zwei da oben wohl wollten?“) einfach völlig dämlich klingt. Sehr genial finde ich ja, dass der Erzähler das Verhalten von Benjamin und Otto rügt und sagt, es wäre ein schlechtes Beispiel für die zuhörenden Kinder. Das ist mir allemal lieber, als die Charaktere lang und breit diskutieren zu lassen, ob man dies und jenes jetzt macht oder nicht und dann doch zu weichgespült dafür ist.
Der Aufhänger für die Situation ist natürlich sehr gewollt, aber zumindest bei Otto nicht so unglaublich unrealistisch und bei den Zuckerstückchen ist es auch mit Benjamins Bedenken vorbei. Benjamins Versuch, auf Ottos Rollenspiele einzugehen, ist auch sehr putzig und wie die beiden zaghaft um Hilfe rufen, ist mega niedlich. Finde es auch sehr schön, dass Otto dann Angst bekommt und nicht mehr den Klugscheißer raushängen lässt und Benjamin ihm die Kombüse erklärt.
Interessant finde ich die Erwähnung, das Schiff sei von Holland „bis zu uns hier hoch“ getrieben worden. Somit kann Neustadt ja eigentlich nur in Schleswig-Holstein liegen.
Die Schatzsuche finde ich dann irgendwie recht banal. Ottos Beschreibungen davon, was der Kapitän und Karl als Taucher auch selbst sehen können, kommen einfach nicht gut rüber und sein Satz „Benjamin kann eine Menge, ist ja auch MEIN Freund!“ ist wieder sehr unsympathisch. Otto gibt sich also nur mit der Eliteklasse ab.
Es kommt einfach keine Spannung auf. Der Cast ist leider auch zu minimalistisch gehalten und ich bin zwischendurch abgeschweift und musste nochmal zurückspulen, geholfen hat es leider nicht. Witzige Szenen gibt es auch nicht wirklich. Den Kapitän finde ich hervorragend markant besetzt, weitere Einsätze hatte der Sprecher ja leider nicht, wieder Tierlieb als Bürgermeister und Karl außerhalb seiner Zoowärter-Rolle ist aber echt schwach. Ganz amüsant war noch die Saufparty mit Kokosmilch, die Erklärung, was der Staat mit dem Schatz macht und dass der Erzähler erst am Ende noch schnell aufklärt, dass Ottos Eltern sich keine Sorgen machen mussten.
Grundsätzlich ist die Idee ganz nett, wobei ich sowieso schon kein großer Freund von Meeres-Abenteuern bin (ganz große Ausnahme: DDF 83), aber hier hätte man wirklich mehr draus machen können, mir passiert zu wenig und die Dialoge sind auch nur begrenzt unterhaltsam. Die Geschichte plätschert genauso ruhig vor sich hin wie der Ozean in dieser Folge.
Wie spricht Nottke bitte „Kai“ aus? Keh? Am Ende freuen sich alle über ihre „winzig kleinen Goldbarren“ (so ganz ohne Staatskritik geht’s ja dann auch nicht, nech

) und alles ist gut.
Joa, die Figur vom Kapitän mochte ich und ein Totalausfall ist die Folge jetzt nicht, aber sie ist halt leider auch nicht gut. Bibi dürfte also in Führung gehen.
4/10