Benjamin Blümchen 050 – als Sheriff
„Karla! Wirklich? Yes, groß bist du geworden… und unhöflich!“
Diese Folge habe ich letztes Jahr aufgrund des Fights kennengelernt – ich brauchte noch Folgen für meine Top 10 in der Rückholaktion und wollte keine unbekannten Folgen mit aufnehmen. Da fand ich die Folge okay, aber vom Hocker gehauen hat sie mich nicht. Ich vermute so 6-7 Punkte.
Otto ist ja ganz krawallig drauf - „Peng, peng, peng! Halt oder ich schieße euch alle über den Haufen!“. Er hat es wohl nicht überwunden, dass er als Pirat nichts gerissen hat
Der Erzähler ist ganz erleichtert, dass das alles nur ein Spiel ist - ich hatte eigentlich auch definitiv vermutet, dass Otto gerade Amok läuft. Okay, zugegeben… in den USA wäre man mit der Inszenierung solcher Szenen vermutlich eher vorsichtig gewesen
Dass der Erzähler mal eine nicht geflüsterte Erzählung verpasst, ist aber mal kreativ, gefällt mir irgendwie
Karl tut mir schon wieder mega leid. Nie darf er irgendwohin mit

Das kann schon deprimieren. Der Erzähler kommt auf die bahnbrechende Idee, nach Amerika mitzukommen. DAS ist ein Plan! Wäre sinnvoll, sonst hören wir ja gleich nur noch 40 Minuten lang, wie Karl sich alleine um den Zoo kümmert und das will ja nun wirklich keiner!
Dass Benjamin zwei Sitze bekommt, ist interessant, hat er nicht beim Piloten sogar drei gebraucht? Bin mir gerade nicht mehr ganz sicher. Wenn ja, scheint die Diätküche von Karl ja angeschlagen zu haben.
In Amerika ist alles riiiiiesig (Nottke betont es halt echt so), aber am Ende ist die Welt doch so klein, dass Hugo und Karla sich ganz zufällig am selben Schalter treffen (an dem definitiv der Mitarbeiter des Monats im Fachbereich Kommunikation sitzt

)
Im Anschluss bekommen wir mal wieder ein schönes Beispiel davon, wie klischeehaft Amerika in Kiddinx-Hörspielen beschrieben wird: Wolkenkratzer, Menschen aller Hautfarben (die gab es damals in Deutschland offenbar nicht?), Hamburger- und Pizzabuden. Es fehlen eigentlich nur die Waffenläden.
Aber leider geht es raus aus der Stadt und rein in die Geisterstadt. Also so hinterhältig und gleichzeitig freundlich wurden Benjamin, Otto und Karla auch echt selten verschaukelt
Mit 105 kann man schon mal in Frieden den Löffel abgeben denke ich. Aber verständlich, dass Hugo sich jetzt einsam fühlt - wobei Dorette nicht besonders nett zu ihm in ihrem Testament ist.
Benjamin weiß nicht, was ein Testament ist? Er wurde doch in Folge 10 selbst schon zu einer Testamentseröffnung eingeladen…
Der Gag mit dem großen Tier funktioniert nicht so richtig, „hohes Tier“ wäre besser gewesen. Mir war durch diese Formulierung zunächst nicht klar, was damit gemeint war.
Hugo gesteht seine unverzeihlichen Sünden und Benjamin feiert ihn dafür
Was macht man so in einer Geisterstadt? Genau, ein Lagerfeuer, Bohnen aus der Dose und man dichtet ein paar nette Lieder. Karla lässt sich voll demokratisch zum Bürgermeister wählen (sie sagt tatsächlich nicht Bürgermeisterin, das wundert mich dann doch), na, wenn’s ihr Freude macht
Als mitten in der Nacht ein mysteriöser Reiter auftaucht, wird es endlich mal spannend - und witzig: „Stehen bleiben oder ich niese!“
Benjamin hält gut mit dem Geisterpferd mit (ist das nicht sogar seine erste etwas längere Verfolgungsjagd?) und stellt den Dieb. Wie sich das für einen Dieb bei Benjamin gehört, hatte „Joe“ natürlich nur die besten Absichten. Witzig finde ich ja, dass er den Diebstahl damit rechtfertigt, dass Hugo eh so viele Bohnen-Büchsen hat, die er gar nicht alle alleine aufessen kann - trotzdem verurteilt Benjamin seine Tat, während er in der 41 noch genauso dachte
Natürlich schafft die Begegnung mit Joe einen Übergang zum Ende der Geschichte. Nun geht es - wie sich das im Wilden Westen gehört - ans Gold schürfen. Das geht dann auch ziemlich schnell - nach fünf Minuten Suche haben Benjamin und Otto bereits einen riesigen Goldklumpen gefunden. Wenn das immer so leicht wäre…
„Vorsicht ist die Mutter dieses Goldklumpens“ - Genau, Karla
Und dann kommen die deutschen Touristen in Scharen, um die Miene zu besichtigen

Der Aufbruch von Benjamin, Otto und Karla kommt ganz schön plötzlich und überstürzt und leider versäumt man es, nochmal ein bisschen Feeling von der wieder zum Leben erweckten Geisterstadt rüberzubringen, zB mit einer Szene im Saloon. Stattdessen wird Karl noch ein wenig aus dem Konzept gebracht, nun denn.
Ja, mein Eindruck ist unverändert, es ist wirklich eine Folge, bei der ich zwischen 6 und 7 Punkten schwanke. Die Story unterhält, ist sogar ein wenig tiefgängig mit dem Testament, aber es wäre sicher noch ein wenig mehr gegangen. Die Nachtszene ist sehr gelungen, die Schatzsuche nachher nicht mehr so spannend. Da aber vieles dabei ist, was man von einer Story in einer Geisterstadt erwartet, bin ich mal nett und gehe einen Schritt mehr auf die 7 zu.
7/10