Benjamin Blümchen 061 – Otto ist krank
„So… jetzt sag‘ mal schön A!“
„Kann ich nicht auch B sagen?“
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich die Folge schon mal gehört habe. Es kommt mir irgendwie bekannt vor, dass Otto krank ist, aber vielleicht verwechsle ich das auch mit der 22.
Otto kommt einfach nicht. Keine Frage, dann ist was passiert. Also die nächste Tür kaputtmachen (wann ist da eigentlich verloren gegangen? Kann mich düster erinnern, dass es dann in der 111 mit „hatten wir lange nicht mehr“ kommentiert wurde) und Herrn Tierlieb wieder mal in den Wahnsinn treiben. Nach einem flüchtigen „Tut mir leid“ darf Benjamin natürlich trotzdem telefonieren.
Ottos Mutter ist inzwischen nicht mehr Barbara Blocksberg und klingt eigentlich mehr nach seiner Oma, aber gut.
Benjamin will auch mal wieder schlau sein und stellt vor dem todkranken Otto klar: „Schwitzen ist richtig – und wichtig!“
41 Grad Fieber sind gesund? Weiß ich jetzt nicht… Ottos Mutter ist irgendwie nicht sonderlich empathisch, ganz trocken erklärt sie ihrem Sohn, was er haben könnte, als wäre sie Ärztin.
„Der Körperpolizei gewinnt immer“ – Joa, nur in den Fällen halt nicht, in denen man stirbt. Aber so was passiert ja bei Benjamin nicht.
Otto steigert sich trotzdem rein und verfasst schon sein Testament. Junge, du bist nicht zum ersten Mal krank, jetzt chill mal! Immerhin erfahren wir, dass Otto Briefmarken sammelt. Ich dachte immer, das fängt man erst später an…
Das Lied vom Krank sein ist wirklich ganz nett, Edgar Ott hat halt auch eine schöne Singstimme. Frage mich nur, ob Ottos Mutter das Lied schon kannte, wenn sie die Noten sofort im Kopf hat.
Die Idee mit der Lügengeschichte finde ich klasse und sie kommt auch wirklich gut rüber. Da hat man sich wohl von dem Scherzgedicht „Dunkel war’s, der Mond schien helle“ inspirieren lassen. Auch gut, dass Benjamin immer einfach direkt weitererzählt und nicht auf die Einwürfe von Otto reagiert.
Schade, dass man beim Besuch des Arztes den naheliegenden Verweis auf die 22 unterlässt. Aber wie der Arzt erklärt, warum man A sagen soll, ist ganz cool.
Otto ist vermutlich das einzige Kind, das gerne in die Schule geht

Benjamin wird zum Krankenelefanten ernannt – als der Doktor dann sagt „Hör mal gut auf deinen Krankenelefanten“ kann man das durchaus auch falsch verstehen
Komisch ist, dass Otto nicht mehr weiß, wozu Benjamin Wadenwickel macht. Hat er doch in der 54 selber gemacht.
Benjamin klemmt Otto das Thermometer unter die Zunge – „Aber nicht aufessen“ – da werden wohl Erinnerungen an die 13 wach, was?
„Benjamin? Warum sterben Menschen eigentlich?“ – Uff. Das nun folgende Gespräch zwischen Benjamin und Otto mit der Erzählung von dem alten Mann ist wahnsinnig schön und Edgar Ott bringt es wunderbar rüber. Das ist definitiv ein großer Pluspunkt.
Otto kriegt Krankenbesuch von der typisch überdrehten Karla, die ihm nicht gerade Mut macht, tonnenweise Süßes anschleppt, ihn für die Zeitung fotografiert und dann auch noch Benjamin einen Krankenpfleger-Hut bastelt

Schließlich hat sogar Benjamin die Schnauze voll und weist sie höflich, aber bestimmt zurecht. Schon wieder verpasst man die Gelegenheit für einen Folgenverweis, schade…
Nach Musik, Geschichten und Pflege folgen nun also Scherzfragen. Ist auch ne Art, sich die Zeit zu vertreiben. Man ist hier schon wirklich kreativ geworden. Ich denke auch, dass Kinder mit dieser Krankheitsfolge wesentlich mehr anfangen können als mit der 54. Lachen ist ja bekanntlich die beste Medizin.
Lustig finde ich, dass man hier erstmals auf die Laufzeitbeschränkung hinweist. So ist es wenigstens amüsant, nicht so platt nach „Ach, ich habe keinen Bock mehr, ich fasse den Rest einfach zusammen“-Art.
Natürlich verpasst Otto sein Fußballspiel nicht, aber immerhin wurde es nicht abgesagt, weil er krank ist. Dass das Lied am Ende umgetextet wird, mag ich auch sehr. Und es gibt Erdbeeren
Mir hat die Folge unerwartet gut gefallen, sie hat viele tolle Momente, manche sind witzig, andere etwas nachdenklicher und Ottos Todespanik hält sich im Rahmen – das war ja auch das, was mir die 54 echt vermiest hat. Ich bin kein Fan von dieser Krank sein-Thematik, aber hier hat man wirklich was Schönes draus gemacht, was ich gerne gehört habe. Schade ist nur, wie wenig man hier auf Kontinuität achtet, für sich allein genommen funktioniert die Folge besser als im Serienkontext.
Ich war zunächst bei einer 7, spendiere aber für die Geschichte von dem alten Mann einen Extrapunkt, man kann hier ruhig auf eine 8 gehen. Unspektakulär, aber dennoch gelungen und mit Charme erzählt – warum schafft man so was heute nicht mehr?
Für Bibi wird es aber voraussichtlich nicht reichen, der Flaschengeist ist eine Kindheitsfolge bei mir…
8/10