Eine der Klassikerfolgen, die mir richtig gut gefällt und die ich immer noch gerne höre.
Achtung, Spoiler!
Die Drei Fragezeichen werden unversehens neue Besitzer einer Taube, als eine Zufallsbekanntschaft in einem Restaurant die Box mit dem Tier zurücklässt. Aber wem könnte die Taube gehören? Man erkundigt sich bei der Vogelfreundin Miss Melody, die definitiv mehr als einen Vogel hat, aber trotzdem ganz liebenswert ist. Wunderbar, wie sie auf die Frage reagiert, ob Elstern nicht diebische Vögel wären: "Nein, im Gegenteil, mir bringt Edgar Allen Poe immer etwas mit." Dass dieses Ding dann woanders fehlt, scheint der alten Dame gar nicht in den Sinn zu kommen.
Als dann neben einer von einem Vogel mitgebrachten Perle und einem nicht ganz ehrlichen Juwelier noch die Taube der drei ausgetauscht wird, baut sich ein ziemlich komplexer Fall auf. Dieser wird meiner Meinung nach aber trotzdem so präsentiert, dass man gut folgen kann und am Ende nicht komplett verwirrt ist.
Der Juwelier Frisbee hat mit den Japanern einen Deal: Sie schmuggeln mithilfe der Brieftauben besonders schöne Perlen aus der Austernzucht und bekommen dafür Geld. Blinky hat von dem Geschäft Wind bekommen und will davon profitieren, in dem er sich als Frisbee verkleidet und den Japanern seine Taube mitgibt. So soll ab und zu eine Perle ihren Weg zu ihm finden und er kann sie zu Geld machen. Allerdings haben die Habichte, die über Miss Melodys Haus kreisen, diese Pläne zerstört.
Das ist meiner Meinung nach wirklich gut konstruiert.
Leider ist die Darstellung der Japaner hier wieder sehr klischeehaft, wobei ich finde, in dieser Folge geht es sogar fast noch bzw. zerstört es mir nicht die komplette Freude am Hörspiel. Das ist in anderen Folgen viel schlimmer.
Die Sprechleistung ist besonders stark. Gisela Trowe macht die Figur zu ihrem eigenen, der Welt entrückten Wesen und liefert dadurch eine überzeugende Darbietung. Hans Paetsch als Parker Frisbee ist mit dieser Stimme natürlich großartig, über den Mann ist schon alles gesagt worden. Hier mal nicht der Märchenonkel, sondern der undurchschaubare Kriminelle. Auch die Jungs sind sehr energetisch und mit viel Spielfreude dabei und absolut glaubhaft.
Eine sehr schöne Folge, die öfter mal bei mir läuft. Ich mag die Atmosphäre, das kleine Küstenstädtchen, die schrulligen Charaktere, einen komplexen und spannenden Fall, der sich nach und nach entrollt und dabei die Hörerschaft aber nicht komplett abhängt. Hat ein bisschen CrimeBuster-Vibes, weil die Folge sich weniger auf übernatürliche Phänomene stützt (außer vielleicht kurz die nachgewachsene Zehe der Taube), sondern mehr auf einen bodenständigen, "realen" Kriminalfall.
9 von 10 Punkten