Nun ja, nicht böse gemeint, aber das klingt für mich so ein bisschen nach einer nicht sehr objektiven Lobeshymne für das Label Kiddinx an sich

Ich glaube jedenfalls nicht, dass Kindern (und selbst den meisten Erwachsenen) in den Hörspielen auffällt, ob da eine gute Regie geleistet wurde oder ob es vor dem Einsprechen eine Generalprobe gab. Es gibt schließlich auch kleinere Labels, die ihre Hörspiele mit viel Mühe produzieren, aber kaum Aufmerksamkeit bekommen, einerseits, weil die extreme Erfolgszeit des Mediums „Hörspiel“ schon lange zurückliegt, andererseits aber auch, weil sie nicht mainstreamtauglich sind. Dass Europa jetzt eine neue Mystery-Serie für Erwachsene plant, wird als mutig und gewagt angesehen. Klar, weil es nicht zu den Genres zählt, die sich gut verkaufen (Detektiv, Pferde, Fußball, Kindergeschichten). Abschließend sei noch gesagt, dass selbst die beste Regie nichts nützt, wenn die Story so stark Fremdscham ist wie die Hundebabys oder die Zooschwimmschule und dass Kiddinx im Wesentlichen vier große Zugpferde hat (Benjamin, Bibi, B&T, Wendy), deren Storys alle weniger komplex und kürzer sind als bei den großen Serien von Europa, alle laufen ohne Zwischenmusik (bei Wendy: mittlerweile), alle erscheinen seltener im Jahr als DDF und Co. und alle kommen in den meisten Fällen mit relativ wenigen Sprechern aus, der Fokus liegt oft sogar sehr stark auf den etablierten Figuren + 2-3 Nebencharaktere in einer Folge, mehr nicht. Da erwarte ich auch, dass man das hört. Apropos, auch Kiddinx bekommt zB große Menschenansammlungen/Schulklassen akustisch lange nicht mehr so gut hin wie in den 80ern.
Soll keine Hasstirade (gegen Kiddinx) sein, falls das so klingen mag, aber ich fand die Darstellung von SteSe etwas zu hochgegriffen.
Fast alle heute noch erfolgreichen Hörspielserien, egal von welchem Label, haben ihren Ursprung vor mindestens 20 Jahren, der Rest sind größtenteils Nischenproduktionen oder abgeschlossene / abgesetzte Serien. Ich behaupte ebenfalls mal, dass man heute mit einem sprechenden Elefanten und einer Hexe lange nicht mehr so viel reißen könnte wie damals. Einerseits liegt das am veränderten Konsumverhalten (von Kindern), dann spielt da noch die Art der Folgen mit rein, früher hatten die Produktionen deutlich mehr Pepp, waren kritischer, auch zeitloser und viel besser auch für schon etwas Ältere geeignet als heute. Elfie Donnelly hat natürlich mit ihren Geschichten einen Löwen-Anteil am Erfolg von Bibi und Benjamin gehabt, das ist auch logisch, sie hatte zur richtigen Zeit die richtige Idee, als das Medium Hörspiel gerade boomte, kam sie mit etwas Neuem, etwas Besonderem und man hat es einfach geschafft, die Beliebtheit der Serie durch regelmäßige Veröffentlichungen und mit der Zeit gehenden Werbung (soziale Netzwerke usw.) am Leben zu halten. Ich wünsche mir gerade bei Bibi und Benjamin immer öfter, dass man nach zu vielen Flops unter den letzten 40, 50 Folgen beider Serien langsam mal abtritt oder sich wieder mehr Back to the Roots ausrichtet, aber beides wird wohl in nächster Zeit nicht passieren. Die einzige Serie, die man seit Beginn relativ konstant auf gutem Niveau halten kann, ist Wendy, weil die Protagonisten dort älter sind. Das täte wenigstens bei Bibi auch mal ganz gut.