Ich bin ein absoluter Fan, was Fünf Freunde-Folgen angeht, die in der Einsamkeit spielen und in der die Fünf Freunde durch fremde Einflüsse von der Außenwelt abgeschnitten sind. Von den Klassikern bis zu Folge 157 gibt es einige Glanzlichter in der Serienhistorie. Das neueste Machwerk bildet keine Ausnahme. Geschichten, die nicht in Kirrin spielen, überzeugten mich zuletzt tendenziell ohnehin mehr. Die Folge 155 mal großzügig ausgenommen.
Der Fall startet seicht, steigert sich spannungstechnisch bis zum Finale hin. Die Gefahr und die fehlende Hilfe, nachdem sich die Fünf Freunde im winterlichen Schottland verlaufen haben, wird von Minute zu Minute greifbarer. Der eigentliche Kriminalfall entwickelt sich erst im letzten Drittel richtig, was dem Fall keinen Abbruch tut und wird gekonnt mit der hilflosen Situation, in der sich die Fünf Freunde eingeschneit im Cottage befinden, verknüpft.
Musikalisch werden im ersten Drittel gekonnt weihnachtliche und entspanntere Klänge neueren Datums eingesetzt, der Bruch in der Handlung wird ebenso bezüglich der Musiken deutlich. Plötzlich dominieren spannungssteigernde und düstere Klänge, die größtenteils aus einem Best-of-Album von Jens-Peter Morgenstern aus den späten 90ern und beginnenden 2000er-Jahren zu stammen scheinen.
Die Musik kann leider nicht verhindern, dass die Rettung der Fünf Freunde etwas abrupt erscheint. Ich hätte diesem Hörspiel auch noch länger lauschen können.
Die Sprecherliste ist recht kurz, was zu der kammerspielartigen Folge gut passt. Bis auf Alexandra Garcia, die mit ihren Betonungen nicht immer den richtigen Ton trifft, können die Hauptsprecher überzeugen. Selbst der zuweilen etwas träge performende Patrick Baehr schafft es, Julians Tatkraft auch stimmlich zu untermauern.
Christian Rudolf als weiterer Gestrandeter in der Hütte ist schauspielerisch in der Folge eine Bank und reiht sich mit Werner Wilkening in eine gute Schauspielriege in Folge 157 ein. Die Implementierung von Patrick Berg und Marco Schäffler als Mitarbeiter der Bergwacht und Radiosprecher gefällt mir dagegen eher bedingt. Vor allem, dass der Radiosprecher sofort ausgeblendet wird, nachdem er über die angekündigten Schneeschauer berichtet hat, fügt sich nicht homogen in die Handlung ein.
Weitere Sprecher und Sprecherinnen sind Simona Pahl und Gordon Piedesack als Onkel Quentin.
Die Geräuschkulisse bringt die winterliche Atmosphäre gut rüber. Der winterliche Sturm hätte durch Holzknarzen am Gebälk und entsprechende Windgeräusche authentischer umgesetzt werden können. In Bezug auf die Geräusche wurde eher Dienst nach Vorschrift geschoben.
Ich vergebe sehr gerne 9 Punkte. Gailus streut in Relation zu seinen Vorlagen sehr, was die Bewertungen bei mir angeht. Mit Folge 157 unterstreicht er jedes Anrecht darauf, den Autorenpool neben Katrin McClean ergänzen zu dürfen.
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