Eine unterhaltsame Geschichte, die allerdings stark konstruiert ist. Mit 10-12 Jahren wäre mir das wohl nicht weiter aufgefallen, als Erwachsene allerdings schon.
Was sollen die Jungs zwei Wochen in einer fremden Schule? Da könnten sie genauso gut in einer unteren Klasse sitzen und Dinge vom Vorjahr wiederholen oder eigene Aufgaben machen. Oder ein Praktikum machen. Diejenigen, die auf Klassenreise sind, haben schließlich auch keinen Unterricht. Aber gut, irgendwie muss man die Jungs ja an die Mädchenschule kriegen.
Das Leanderinternat ist unten im Städtchen. Wenn das Leanderinternat so nahe ist, warum kommen die Jungs nicht nur zum Unterricht nach Lindenhof?
Ach ja, weil es sonst diese Folge nicht geben würde!
Frau Theobald hält die Jungs für ein großes Wagnis. Was sie wohl befürchtet? Dass in zwei Wochen alle Mädchen schwanger sind? Oder dass sie ernsthaft so durchgehend abgelenkt sind, dass innerhalb dieser zwei Wochen die Noten in den Keller rauschen?
Letztlich ist es alleine Elli, die sich wirklich für die Jungs als Jungs interessiert. Für die anderen sind es einfach drei weitere Leute in ihrer Schule. Das passt zur Serie, denn Beziehungsgeschichten (für die Schülerinnen) gibt es niemals.
Ich kann die Stimmen der Jungs nicht gut auseinander halten, für das Verstehen der Handlung macht das aber nichts.
Lustige Szene, Frau Roberts kommt ins Klassenzimmer: „Guten Morgen, Mädchen.“
Einer der Jungs: „Hm, sind wir Mädchen?“
Frau Roberts: „Ach so, ja. Guten Morgen, die Herren!“
Hanni und Nanni wollen Elli an Frau Theobald melden, wenn sie nochmal eine Lehrerin belügt? Früher hätten sie sowas als Petzen verachtet und die Dinge unter sich geregelt. Was nicht in jedem Fall besser ist.
Welchen Sinn hat es, dass Ronny drei der Mädchen schon Nachts über seinen Einfall informiert, zumal er offenbar schon Nachmittags die Idee hatte. Muss pubertärer Übermut sein, das ist man von den Lindenhof-Mädchen ja gar nicht gewohnt, die sind immer so vernünftig.
„Die schlafen wie Mumien“, ärgert sich Anja. Ich wusste gar nicht, dass Mumien schlafen.
Keine Strickleiter parat? Klar, die wohnen schließlich im Turmzimmer und nicht im Adlernest.
Seit wann gibt es Nachtwachen? Dann könnte man ja nie wieder ein Mitternachtsfest veranstalten!
Nur Hanni und Nanni müssen zu Frau Theobald, nicht Anja, nicht Ronny. Was glauben die Lehrerinnen eigentlich, was der eine Junge und die drei Mädchen vorhatten? Eine Orgie? Die sie dann später mit noch mehr Mädchen im Pferdestall fortsetzen?
Warum sagen Hanni und Nanni nicht, dass Ronny eine Idee für ein Jubiläumsgeschenk hatte? Sie müssen ja nicht verraten, was genau es ist. Denn
dass es Geschenke geben wird, dass dürfte Frau Theobald sich denken können.
Interessant, dass die Jungs und Mädchen jeden Tag im Stall verbringen und keine Lehrerin (oder die Hausmutter) sich jemals fragt, wo sie stecken. Außer offenbar die Direktorin, die plötzlich im Stall auftaucht.
Gleich mit Schulausschluss zu drohen wegen Kontakten zu den Jungs, die ohnehin schon bald wieder weg sind, ist wirklich hart und passt gar nicht zu der (ursprünglich) so klugen und gütigen Direktorin.
Warum stürmt Frau Roberts so aufgeregt in den Speisesaal? Als wäre ein Ufo gelandet. So ein Auftritt hätte eher zu Mamsell gepasst. Und dann gehen auch noch alle zusammen raus. Wo kommt der Marmorsockel her? Ich frage schon wieder zu viel.
Gerührte Entschuldigung, Reue der Direktorin. Mit triftigem Grund darf man Schulordnung übertreten. Okay, ein Jubiläumsgeschenk ist offenbar ein triftiger Grund.
Und dann eine spontane Party bis in die Nacht. Happy End.