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Was stört euch am meisten an den Folgen 90 - 155?
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MihaiEftimin
Ikonenjäger mit Waffenschein
   
Dabei seit: 26.04.2021
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1. Experte: Die drei ???
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Viele der Folgen zwischen 90 und 155 kranken an ebendiesen Gangsterdialogen. Gangsterdialoge an sich können ja durchaus auch gut funktionieren, siehe "Columbo", oder auch einige "Derrick"-Folgen (wobei die ersten drei ja gerade deshalb 1974 vom SPIEGEL verrissen wurden; infolgedessen wechselte der Stil). Es klappt durchaus auch nicht nur im Film, sondern auch bei Hörspielen; "Perry Clifton" ist ein gutes Beispiel dafür. Nur muss man das Konzept eben auch richtig umsetzen, damit es keine Spannung herausnimmt. Auch in klassischen Folgen gab es Gangsterdialoge, allerdings nie in der Häufigkeit späterer Folgen, und ohne, dass es langweilig wird. Ein "Howcatchem" muss halt mit demselben Aufwand durchdacht werden wie ein klassisches "Whodunnit", ansonsten geht das in die Buxe, insbesondere wenn der Ermittlungserfolg am Ende doch auf Kommissar Zufall zurückgeht. Die Bücher hatten ja noch viel mehr davon (auch dort schon mit unterschiedlicher Wirkung), was nahelegen dürfte , dass H.G. Francis' Verskriptungen maßgeblich zum Erfolg und zur Qualität der Serie in den ersten 15 Jahren ihres Bestehens beitrugen.
Auch in dieser Ära gab es (meiner Meinung nach) einige gute bis sehr gute Folgen, wie "Hilflos in eisiger Nacht", "Angst auf der Autobahn", "Mörderischer Stammbaum", "Das Phantom im Schokoladen-Museum", "Klassenfahrt zur Hexenburg", "Vergebliche Suche nach Gaby", "Die gefährliche Zeugin verschwindet", "Stundenlohn für flotte Gangster", "Schreckensnacht im Schlangenmaul" oder "Hinterhalt am schwarzen Fels" ... und wir haben noch nicht mal von "Opfer fliegen 1. Klasse" gesprochen - die Folge ist für mich ein Serienhighlight. Nur gab es dazwischen auch eine gehörige Portion mittelmäßiger, schlechter, sowie wertungsunabhängig extrem trashiger Folgen.
Es ist auch rein objektiv anzumerken, dass dies eine neue Ära darstellt, eben aus oben genannten Gründen. Während es Hardcore-Klassikerfans geben mag, für die "Gefangen in der Schreckenskammer" die letzte brauchbare Folge in der Serie überhaupt ist, so dürfte die Zäsur zwischen Folge 90 und 91 auch denjenigen auffallen, die den eigentlichen "Verfall" schon weitaus vorher sehen. Ebenso, dass dies nach Folge 155 wieder anders wurde.
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26.05.2021 23:09
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26.05.2021 23:13
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Mangobanane
Juniordetektiv
   
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1. Experte: Die drei ???
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Ich bin ja mit beiden Phasen, Ü100 und unter 100 gleichzeitig groß geworden und ja, auch als Kind war mir der Bruch bewusst, wenn auch nicht die Hintergründe dazu. Damals hatte ich für die neueren Folgen einfach aus Prinzip, weil sie moderner waren, etwas mehr übrig, allerdings war das nicht so schlimm wie bei den drei ???, wo ich als Kind die Klassiker mit gerade mal einer Handvoll Ausnahmen als unhörbar abgestempelt hatte. Das war bei TKKG nicht so (bei den Fünf Freunden übrigens genauso wie bei TKKG). Allerdings haben die Umstände auch eine Mitschuld daran, denn Die drei ??? sind heute der einzige gemeinsame Nenner, der auf langen Autofahrten von allen Familienmitgliedern akzeptiert wird, jedoch nur die Folgen 61 und aufwärts, Klassiker hören wir bei solchen Fahrten tatsächlich sehr, sehr selten bis nie, ich musste also selber dafür sorgen, diese besser kennenzulernen, bei TKKG hingegen haben wir Kinder alles von Anfang an querbeet gehört, das war weniger anspruchsvoll, irgendwie ein Stück mehr für Kinder als die Klassiker von DDF. Das mag jetzt komisch klingen, denn TKKG hat früher mit Mordanschlägen und Terrorismus die deutlich heißeren Eisen angepackt als die drei ??? in ihren Klassikern, dennoch war die Vermittlungsart eine andere, lockerer, manchmal fast sarkastisch und was noch dazu kam, die Hauptsprecher haben bei TKKG damals viel besser Hand in Hand gearbeitet als bei den drei ???. Manche Klassiker von DDF sind so dermaßen Justus-dominant, dass man Peter und Bob praktisch gar nicht wahrnimmt (Ameisenmensch, tanzender Teufel). In anderen muss er wiederum aus fadenscheinigen Gründen zwischenzeitlich aus den Szenen geschrieben werden, damit Jens und Andreas überhaupt mal zu Wort kommen (Grüner Geist, Aztekenschwert). Bei TKKG gab und gibt es mit Tarzan/Tim natürlich auch DIE Hauptfigur, durch die Stereotypen können sich KKG aber viel besser behaupten. Der Nerd, der alles weiß, der Süßigkeitenfresser, der immer lustige Sprüche macht und das Mädchen, das Tarzans Love Interest und eine Polizistentochter ist. Bei DDF gibt es solche Stereotypen auch, allerdings eher in den Hintergrund gerückt und gerade das führte dann dazu, dass Justus das Kind sehr oft alleine geschaukelt hat.
So, jetzt hab ich ganz schön weit ausgeholt. Was ich damit sagen will: TKKG hat durch die ganzen Vorurteile und Klischees früher in den 80ern für mich als Kind besser funktioniert, gleichzeitig war der Umbruch viel heftiger als der bei DDF. Ich kann Stefan Wolf auch heute noch verstehen, wenn er sagte, ihm gefiel es nicht, dass seine Bücher als Hörspiele ganz anders rüberkamen als geplant. Ich habe mal hier und da in so ein Buch reingelesen, der Stil hat mich aber nicht angesprochen, zumindest nicht auf Anhieb. Und ich denke, da liegt der Hund auch begraben. Wolf hat in Kauf genommen, dass seine späteren Folgen weniger Anklang gefunden haben, er hat sein Ding durchgezogen und wenn er das von Hörspielfolge 1 an getan hätte, wäre TKKG vielleicht nie so erfolgreich gewesen - aber vielleicht hätten die Fans dann heute auch eine andere Sichtweise auf ihn und sein Werk. TKKG ist für mich heute zu angepasst an den restlichen Europa-Kanon. Zwischen Folge 91 und 155 waren sie einzigartiger, hatten einen eigenen Stil und waren damit bei mir häufiger erfolgreich als bei vielen. Ich würde allerdings größtenteils andere Highlights nennen als Mihai, nur was die Trash-Folgen angeht, sind wir uns sehr einig 
Auffällig ist, dass sich die Sprecher - und damit meine ich nicht nur die Hauptsprecher - auf die ungewöhnlichen Texte eingelassen haben, sie haben sie richtig gespielt, das sollte man unabhängig davon, ob man die Folgen an sich mag, durchaus anerkennen. Und dadurch konnte auch ich ein Stück weit in dieses andere TKKG eintauchen.
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27.05.2021 14:04
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MihaiEftimin
Ikonenjäger mit Waffenschein
   
Dabei seit: 26.04.2021
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Aus Wolfs Sicht ist es ja nachvollziehbar, dass er seinen eigenen Stil in den Hörspielen nicht mehr wiedererkannt hat und der Meinung war, das müsse sich ändern. Dass er erst nach 13 Jahren zu der Erkenntnis gelangte, mag verwundern, aber wenn man bedenkt, was für ein Vielschreiber er war, hatte er vielleicht gar nicht die Zeit, sich die Hörspiele anzuhören und ein Urteil zu bilden. Ich hatte als Stöpsel nur wenige Hörspiele, vor allem aus neuerer Zeit, dafür einige Bücher aus alter und neuer Ära. Als ich an die drei ??? gelangte (auch hier sowohl alte als auch neue Folgen, Bücher wie Hörspiele gleichermaßen), blieb ich zunächst auch dabei; an TKKG hab ich mich erst mit ca. 13 wieder herangewagt, und da zündeten für mich vor allem die alten Folgen. Nach und nach wurde dann der Stilwechsel für mich auch ersichtlich, und damit auch, wo vorher mein "Problem" lag. Seitdem bin ich Fan beider Serien gleichermaßen (auch wenn mir permanent etwas anderes unterstellt wird 
). Als ab Folge 156 Minninger am Ruder war, war der erneute Stilwechsel auch wieder erkennbar und hat mich positiv überrascht. Ich muss eben feststellen, dass ich ein beinharter Fan von Francis' Stil bin, der erheblich dazu beigetragen hat, dass ich bei der Stange geblieben bin - was nicht heißt, dass ich grundsätzlich Francis-Jünger wäre, für den nichts anderes in den Player käme, oder gar, dass er unfehlbar gewesen wäre (witzigerweise bin ich bei den Fünf Freunden fast noch eher Hartmann-Fan). Mit dem Stil in 91 bis 155 musste ich mich erst eine Weile lang anfreunden, ehe ich ihn schätzen gelernt habe, zumal ich in der Zeit auch an fast alle Bücher kam, in denen Wolf ja schon immer "seinen" Stil hatte.
Nicht zu vergessen, vieles von dem, was nach der 155 kam, hat diesen Stil für mich nochmal nachträglich aufgewertet.
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27.05.2021 15:15
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27.05.2021 15:19
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Boris-Baby
Ökohexe

Dabei seit: 13.10.2018
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1. Experte: Bibi Blocksberg
2. Experte: Benjamin Blümchen
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Ich denke es hat eher damit zu tun, dass H.G. Francis 1994 seine Arbeit für Europa beendet hat.
| Zitat von "Die drei ??? die Welt der Hörspiele" S.117: | | Nachdem H. G. Francis viele Jahre lang die Dialogbücher zu den Hörspielen geschrieben hatte, war 1994 auf einmal Schluss damit. Warum? "Nun - irgendwann ist es genug. Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist", begründete Franciskowsky diplomatisch [...] Dass Franciskowsky lukrative Angebote von der Konkurenz vorliegen hatte, erleichterte ihm diese Entscheidung. |
(Und wenn wir schauen, wer ab '94 die Wendy-Folgen bei KIOSK schrieb, wissen wir auch, wer diese Konkurenz war.)
Daher würde ich sagen, dass Wolf ihn zwar nicht verdrängt hat, aber die Chance ergriff die offene Position selbst auszufüllen.
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27.05.2021 17:36
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MihaiEftimin
Ikonenjäger mit Waffenschein
   
Dabei seit: 26.04.2021
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| Zitat von Mangobanane: | | Wenn ich davon ausgehe, dass die 180er von 181-190 gehen und nicht von 180-189, womit der erste Block der Serie nur 9 Folgen hätte, dann komme ich auf sage und schreibe 26/100 Punkte (absoluter Negativrekord), was auch daran liegt, dass die Folgen 187-190 bis heute die größte, bzw. längste Ansammlung an Totalkatastrophen hintereinander in einer Serie überhaupt sind. Wären Hofstetter die Folgen 192 und 193 nicht so geglückt, ich wäre damals ausgestiegen und vielleicht nicht wiedergekommen. |
Selbst wenn ich das Raubtierhaus durch den Clown ersetze, bin ich immerhin noch bei 43/100 ... trotzdem noch recht mager, wenn man bedenkt, dass mal gerade ungefähr die Hälfte aller Punkte des bislang von mir am besten bewerteten Blocks wäre (30er, 82/100).
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22.07.2021 17:53
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Retro
Junghexe
Dabei seit: 09.09.2020
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Was das betrifft, lieg ich höher obwohl ihr im Gesamten kulanter gewertet habt.
Eftimin - 135 (10 bis 7)
Mango - 107 (10 bis 7)
Retro - __89 (10 bis 7)
Ich hab für die 180er je nach dem 63 oder 64 Punkte.
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22.07.2021 18:18
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