Obwohl das Lied so dermaßen grausig ist, dass ich es gerne aus meinem Gedächtnis raus hätte (hat natürlich nicht geklappt, die Kinderlieder-Mafia macht das schon sehr geschickt *hüstel* Miss Melody *hust*), hab ich das Hörspiel einfach mal auf Spotify laufen lassen.
Der Erzählstil ist schon ziemlich nervtötend. Ein, zwei Mal kann man solche Gags, in denen alles voll witzig betont wiederholt wird vielleicht bringen, aber hier wird das enorm übertrieben. Die "Lehrerin" hörte sich verdächtig männlich an
Dazu ist die Geschichte völlig belanglos. Die Eltern sind mit den Kindern im Urlaub, aber total genervt von ihnen. Also kommt der Vater auf die tolle Idee, die beiden weit weg zu schicken. Sein "Spiel" verkündet er den beiden Kindern in einem Tonfall, den ich eher dem Killer aus Saw zuordnen würde.
Dummerweise haben Hänsel und Gretel dieses Mal keine Brotkrumen am Start, als sie mitten am Strand plötzlich in einen Urwald kommen (was nicht mal durch irgendwas wie "Sie gingen durch einen Spiegel" oder so erklärt wird... habe mich daraufhin gefragt, ob die Story vielleicht von Fünf Freunde-Autorin und Logik-Expertin Katrin McClean stammt...) und sich verlaufen. Übrigens passiert das in einem Urwald mit "tödlichen Klapperschlangen". Wow... Nicht mal bei den Fünf Freunden verwendet man solche Bezeichnungen, aber in einem Hörspiel für eine eindeutig noch jüngere Zielgruppe schon?
Zwei selbsternannte Jäger warnen sie vor dem titelgebenden Tier, das "riesige Haufen" macht und das gefährlichste Raubtier der Welt ist, das sie allerdings noch nie gesehen haben. (Und ja: Obwohl der Klopapier-Elefant schon einen so fragwürdigen Namen hat, wird tunlichst vermieden, "kacken" zu sagen). Die Jäger sind noch gar nicht richtig weg, da heult besagtes Tier schon los, was aber natürlich nur die Kinder hören. Sie finden es weniger bedrohlich und befreien es aus der Tierfalle.
Leider ist der Kackofant nur Benjamin Blümchen auf Wis(c)h bestellt, denn sprechen kann er nicht, aber man hört an seinen Geräuschen so andeutungsweise, wie er sich fühlt. Er führt die Kinder aus seinem Land wieder heraus, das sie eigentlich gerade mal ein paar Meter weit betreten haben können und schwupps sind sie wieder am Strand. Natürlich glauben die Psycho-Eltern nix davon und den Beweis treten die Kinder unverständlicherweise gar nicht erst an.
Weil ihr der Aufsatz über das Kackofanten-Land nicht gefällt, sperrt die Lehrerin Hauptperson Paula (wenn ich mich richtig an den Namen erinnere) im Klassenzimmer ein, bis sie 1000x geschrieben hat, dass es den Kackofanten nicht gibt. Aber was ein Glück, da kommt der Kackofant voll unauffällig zur Schule (hm, ist klar), macht einen riesigen Haufen vor das Fenster des Klassenzimmers und Paula bemerkt, dass sie jetzt darüber flüchten kann. An dieser Stelle konnte ich dann endgültig nicht mehr.
Sie gibt den Kackofanten noch den Auftrag, das Auto der Lehrerin zu ... na, ihr wisst schon und dann ist die Geschichte auch schon aus. Auch das Lied danach vermeidet tunlichst den Begriff "kacken" und ist inhaltlich ungefähr so gehaltvoll wie das hier:
https://www.youtube.com/watch?v=4hswHOEQfj8
Also, den Sinn dahinter hab ich nicht verstanden. Gut, es ist anzunehmen, dass die beiden anderen Geschichten über eine derart simple Einführung hinausgehen und auch so was wie einen Plot haben, zumindest mehr als diese hier, aber ich frage mich, wer so was seinem Kind vorsetzen soll. Allerdings ging es 2012 auch nicht über diese eine Veröffentlichung hinaus und sonderlich bekannt ist dieses Machwerk wohl auch nicht (ca. 20.000 Streams auf Spotify). Frage mich, ob das heute noch so durchgehen würde. Ich bin nun wirklich niemand, der so was nicht mit Humor nehmen könnte, aber das hier ist so flach, peinlich und einfallslos, dass ich froh bin, wenn ich das wieder halbwegs verdrängt habe.