Ja, Minningers Anteil an der Post-Wolf-Ära ist doch erstaunlich groß, das ist mir jetzt beim Auflisten auch aufgefallen. Und ja, Rummelfolgen sind auch nicht mein Ding, aber da hab ich schon Schlimmeres gehört als die 156. Die 157 ist mir auch nicht nachhaltig im Gedächtnis geblieben, vielleicht könnte sie beim Wiederhören ein paar Trashpunkte von mir kassieren, sofern sie es hergibt.

Aber ja, wirklich grottig war keine seiner Folgen. Wie schon gesagt, meiner Meinung nach hat er den Esprit der Serie sehr gut eingefangen, er verstand, worauf es ankommt, und wusste, wie er die Fans zufriedenstellt (warum zum Gehörnten gelingt ihm das bei DDF dann so selten ...?!).
Bei Hofstetter weiß man echt nie, woran man gerade ist. Gerade in seiner Anfangszeit hat er ja nicht wahnsinnig viele Meisterwerke rausgehauen, und dort hatte man auch nicht den Eindruck, es mit einem TKKG-Experten zu tun zu haben. Mittlerweile scheint er sich etwas gefangen zu haben, wobei besagtes Namedropping, welches ich in einer Jubiläumsfolge wie der 200 durchaus für angebracht halte, allmählich wirkt, als wollte er uns beweisen, dass er TKKG doch kennt.

Spricht nicht gerade dagegen, dass er sich anfangs noch "eingrooven" musste und jetzt eher in der Materie drin ist. Wobei ich ihm, wie schon mal erwähnt, nicht alles allein zur Last lege, was in der unsäglichen Kuschel-Ära alles verbockt wurde; einige Entscheidungen wurden da vermutlich eine Etage weiter oben gefällt. Immerhin hat er bewiesen, dass er es besser kann, auch wenn es da ein paar Folgen gibt, bei denen ich mich frage, ob die Serie nicht mittlerweile eher eine Parodie ihrer selbst ist (206, 211, 212). Ein Rausschmisskandidat ist er in meinem Augen nicht, aber wie ich schon sagte, er könnte etwas Unterstützung gebrauchen.
Kussmauls drei Folgen (es waren tatsächlich
nur drei ...!

) mag ich auch alle. Ich hätte mir durchaus gewünscht, die Buchserie wäre mit ihm als Stammautoren fortgeführt worden. Aber wir wissen ja, was daraus wurde.
Speaking of which - Herbert Friedmann ... wurde schon erwähnt, bedarf keiner weiteren Worte. Und es heißt ja auch, über die Toten nichts Schlechtes ...
Ja, von Wenderoth hätte ich auch gerne mehr gehabt; sein Einstand war sehr gut, und er hat sich, verglichen mit Minninger und seinem "lebenden Gemälde", durchaus Mühe damit gegeben, zu verbergen, dass "Der Unsichtbare" ursprünglich ein DiE-DR3i-Skript war (auch wenn man es im Nachhinein mit dem entsprechenden Wissen dann doch stellenweise merkt). Aber daraus wird wohl nichts mehr ...
Katja Brügger ... der "vertauschte Koffer" war noch so lala, "Blindgänger im Villenviertel" ein Serientiefpunkt. Die Fünf Freunde scheinen ihr dann ja mehr zu liegen ... ich glaube, mehr als zwei oder drei weitere Folgen von ihr hätte ich nur noch schwer ertragen, zumindest wenn diese auf dem gleichen Niveau geblieben wären.
Corinna Harder ... zwei Bücher, zweimal einen auf Karl-Theodor gemacht. Ja, Stefan Wolf hat auch schon öfter abgeschrieben. Allerdings bei sich selbst, das ist ein Unterschied!
Veronika Hampls "Moorleiche" gefiel mir vor allem, weil es thematisch mal eine Abwechslung war, aber ja, hier gewinnt man den Eindruck, als hätte da jemand ein paar dubiose Artikel auf das-interessiert-die-klofrau.de gelesen und glaubt, frühere "Fehler" wieder glattbügeln zu müssen. Die "Wölfin" müsste ich mal wieder hören. Den "Friedhof" fand ich jetzt nicht gravierend schlecht, aber verglichen mit den Folgen, von denen sie umgeben wird, ist sie gewiss kein Brüller. Vielleicht ist es auch ganz gut so, dass wir von ihr nicht mehr hören.
Kai Schwind hatte nicht den allerbesten Einstand, aber da wir ihn ja auch aus anderen Serien kennen, wissen wir ja, dass er es auch besser kann. Einer weiteren Folge von ihm würde ich auf jeden Fall eine Chance geben.
Von Adelholzer haben wir ja nur das eine Referenzwerk, und da der Name ein Pseudonym ist, und wir nicht wissen, von wem (ich kann mir jetzt schlecht vorstellen, dass schon wieder Wenderoth dahintersteckt ... wobei, weiß man's?

), haben wir sonst nichts vorliegen, was wir vergleichen könnten. Sein Einstand war aber okay.
Da hätten wir noch Kim Fuchs, deren einziges Werk aktuell leider nur denjenigen zur Verfügung steht, die Amazon Music besitzen. Ich hoffe, es erscheint auch noch als reguläres Hörspiel, oder wenigstens als Download. Das Osterspecial hat mir extrem gut gefallen, gerade weil es etwas Besonderes war - eben, wie ich schon sagte, eine professionell produzierte Fanfiction (was ich ausdrücklich nicht despektierlich meine! Wobei, wieso sollte ausgerechnet ich den Ausdruck in herabwertender Form gebrauchen ...). Ob sie auch für reguläre Folgen taugen würde, liegt aktuell außerhalb meines Urteilsvermögens. Wobei, was sollte sie noch anstellen, was nicht schon wer anders vergeigt hat ...
Ich komme im Grunde auf dasselbe Resümee. Ein Autorenteam mit Hofstetter, Minninger und Kussmaul (und zwar ein Team, das sich abspricht, und nicht "jeder macht für sich") hätte wirklich Potenzial, die Reihe qualitativ dauerhaft zu verbessern und in eine Richtung zu lenken, die auch als solche erkennbar ist.