Als jemand, der auch die Bücher kennt, kann ich vorweg schon mal sagen: Nein, HGF trägt keine Schuld an den Schwankungen. Im Gegenteil, er hat viele Passagen der Bücher deutlich entschärft.
Nehmen wir als frühes Beispiel das schon angesprochene "Geiseldrama" und Klößchens Spruch gegenüber der Oliviri: Den "Hühnerkram" hat HGF erfunden; Klößchen sagt im Buch "Scheiß". Er wollte also einerseits sprachlich entschärfen, andererseits seinen eigenen, typischen Witz ins Skript mit einbauen. Eine weitere sprachliche Entschärfung findet sich in "Hilfe! Gaby in Gefahr", wo im Buch zwar teils auch vom "Triebi" die Rede ist, allerdings auch von "Sex-Gangster", was HGF bei der Bearbeitung durchgängig gestrichen hat.
Wenn wir schon bei diesem heißen Eisen sind, können wir auch inhaltliche Kürzungen ansprechen: Im "Bösen Geist vom Waisenhaus" wird nebst physischem und psychischem Kindesmissbrauch auch sexueller angesprochen, und das sehr explizit, mit einem gerade 13 gewordenen Missbrauchsopfer, das zudem auch noch unter Stockholm zu leiden scheint und sich dem Täter gegenüber sogar als seine "Geliebte" bezeichnet. SPOILERALARM: Übrigens will er sie auch noch vergiften, besinnt sich aber und warnt sie im letzten Moment noch davor. Nee, sorry, ich finde das Thema zwecks Aufklärung der Zielgruppe an sich okay, aber so, wie Wolf es hier eingebaut hat, ist das für mich einfach nicht mehr TKKG. Würde HGF noch leben, würde ich ihm allein für diese Kürzung einen Dankesbrief schreiben, ist der Rest des Hörspiels ja schon heftig genug (und in dieser Aufmachung eigentlich auch nicht mehr TKKG-like).
Auch entschärft hat HGF die Sache mit Nadjas Hund in "Gefangen in der Schreckenskammer". Wird er im Hörspiel durch einen Streifschuss verletzt, so wird er im Buch mit einem gezielten Schuss zwischen die Augen getötet. Ein himmelweiter Unterschied.
Nein, HGF ist für mich in der Hinsicht von jedem Verdacht freigesprochen.
Die Leichtigkeit, die in der Serie unter Wolf (auch im Verbund mit HGF) vorgeherrscht hat, gehört für mich fest dazu, und ich merke, dass ich an Einzelepisoden Gefallen verliere, sobald diese fehlt, siehe oben. Natürlich kann man auch mal ernsthaftere Themen ansprechen und hat das auch oft getan, aber immer so, dass es zum generellen Tenor der Serie passt. Und da bin ich wieder bei Mango, was Hofstetter angeht - da gibt es einfach eine extreme Diskrepanz zum Ursprungskonzept der Serie, und auch wenn er an sich gute Folgen schreiben kann, wenn er will, so fehlt ihm einfach das Händchen für das, was TKKG mal ausgemacht hat. Ich würde es ihm nicht mal vorwerfen, da Wolfs Stil einmalig und schwer zu imitieren ist, aber Hennig hat mit "Beim Raubzug helfen Ahnungslose" ja durchaus gezeigt, dass das Ursprungskonzept auch heute noch funktionieren kann und umsetzbar ist. Aber das ist eine andere Baustelle.
Und ja, sowohl unter Wolf, als auch nach ihm, war und ist TKKG stilistisch um einiges konsistenter als die DDF-Folgen der Neuen Ära.

Gut, Kunststück, wenn man nicht das Problem hat, dass sieben Autoren parallel an der Reihe werkeln, deren Ideen offenbar konsequent und zuverlässig keinen Mülleimer von innen zu sehen bekommen ...