Wow, diese Folge hat mich wirklich total berührt.
SPOILER
Nanni findet ein altes Tagebuch von "Biggi", die in den 90ern Schülerin auf Lindenhof war. Während Nanni das Tagebuch liest, springt die Handlung teilweise zu Biggi und ihren Freundinnen Anne und Luise zurück, sodass wir hier eine zweite Zeitebene bekommen. Wir erfahren, dass die drei einst die Mitternachtspartys "erfunden" haben und diese seitdem von Schülergeneration zu Schülergeneration weitergegeben werden (dass allerdings NIE eine Lehrerin davon Wind bekommen hat, wie im Tagebuch behauptet wird, bezweifele ich allerdings).
Parallel dazu wird Hanni ins Fußballteam aufgenommen und erweist sich als Naturtalent. Wieso es unbedingt Fußball sein muss und nicht Handball erschließt sich mir allerdings nicht ganz, denn im Hörspiel selbst wird sogar erwähnt, dass Hanni früher Handball gespielt hat. Dann hätte man das in Lindenhof doch weiterführen können. Aber gut. Außerdem kommt Pepa neu in die Schule und es stellt sich heraus, dass sie ein Zirkuskind ist (also so wie Carlotta aus der alten Serie). Pepa wird von Derya Akyol gesprochen, die ich auch bei Kira Kolumna sehr gerne mag.
Zurück zu Biggi, Anne und Luise: Die Freundschaft endet, nachdem Luise bei einer gemeinsamen Radtour der drei einen Unfall erleidet. Sie verletzt sich dabei so sehr, dass sie nie wieder Tennis spielen kann - und das, obwohl sie gerade kurz davor stand, mit dem Profitraining anzufangen. Sie verlässt Lindenhof und auch die Freundschaft zwischen Anne und Biggi zerbricht.
Die Szene mit dem Unfall kommt echt dramatisch rüber und man befürchtet an der Stelle schon das Schlimmste, und ist dann erleichtert, dass Luise überlebt hat.
Da das Tagebuch an dieser Stelle endet, machen sich die Mädchen, die total in der Geschichte versunken sind, daran, herauszufinden, was aus den dreien geworden ist. Tatsächlich ist "Biggi" niemand anderes als Frau Theobald und "Anne" ist Anne Sullivan, die Mutter der Zwillinge.
Beim Stadtsportfest verliert das Lindenhofer Team gegen die Mannschaft des Auguste-Gymnasiums und es gibt jede Menge Streit unter den Mädchen. Vor der Siegerehrung haut jedoch die Direktorin des Auguste-Gymnasiums, Frau Elisabeth Korbmacher, fluchtartig von der Veranstaltung ab, was Frau Theobald (und alle anderen) vor den Kopf stößt. Der Hörer ahnt allmählich, dass hinter Frau Korbmacher Luise steckt, die Mädchen finden es heraus, da sie vorher bemerkt haben, dass Frau Korbmacher dieselbe Angewohnheit, zwei Sprichwörter miteinander zu vermischen, hat, wie Luise sie früher hatte.
An der Stelle fand ich es ein bisschen konstruiert, dass Frau Theobald das nicht bemerkt hat. Auch wenn sie zwar sagt, dass sie beim Sportfest den ganzen Tag über selbst mit ihren Schülerinnen beschäftigt war, kann ich mir das irgendwie nur schwer vorstellen. Die beiden werden sich da doch irgendwie mal über den Weg gelaufen sein?
Aber gut, für die Story muss Frau Theobald an dieser Stelle ahnungslos bleiben. Denn die Mädchen versuchen nun, die drei alten Freundinnen wieder zu versöhnen. Luise bekommt einen anonymen Brief, der ihr verrät, dass sie am Bootshaus (dem früheren Lieblingsplatz der drei) ihren alten Tennisschläger abholen kann (was irgendwie mehr wie eine Einladung von einem Serienkiller klingt, aber es scheint ihr nicht besonders merkwürdig vorzukommen) und die Zwillinge arrangieren unter einem Vorwand ein Treffen zwischen ihrer Mutter und Frau Theobald. Und, wie sollte es auch anders sein, es kommt natürlich am Ende zur Versöhnung.
Ein bisschen schnell zwar, aber irgendwie ist die ganze Story so rührend erzählt und von den Darstellern so überzeugend und emotional gespielt, dass man es trotzdem sofort glaubt.
Nachdem ich bei der ersten Folge noch nicht DEN krassen Wow-Effekt hatte, hat mich diese Folge bis auf ein paar kleine Unstimmigkeiten total abgeholt und ich freue mich jetzt schon auf weitere Folgen.