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Wenn nur 20 % der Handlung ins Hörspiel gelangt - Der TKKG - Hsp - Folgenblock 47 - 52
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MihaiEftimin
Ikonenjäger mit Waffenschein
   
Dabei seit: 26.04.2021
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Herkunft: Westfalen
1. Experte: Die drei ???
2. Experte: TKKG
3. Experte: Die drei !!!
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| Zitat von MihaiEftimin: | | Ich müsste die auch noch alle haben. Muss ich mal wieder rauskramen ... es ist so lange her, dass ich die gelesen habe, dass sie mir jetzt vermutlich wirklich völlig neu vorkommen würden. |
Drei der sechs besagten Bücher habe ich jetzt tatsächlich mal wieder rausgekramt und nach dort sehr langer Zeit mal wieder gelesen, nämlich "Gangster auf der Gartenparty", "Todesfracht im Jaguar" und "Bestien in der Finsternis" (in dieser Reihenfolge). Alle drei Hörspiele habe ich in dem Zeitraum mindestens dreimal gehört, und auch die TV-Folgen habe ich mehrmals gesehen. Wie erwartet, wirkt der Großteil wie eine komplett neue Geschichte, während das jeweilige Ende fast 1:1 dem entspricht, was man aus den Hörspielen kennt.
Gangster auf der Gartenparty: Hier wurde die Story maßgeblich erweitert. Nicht nur gewinnt Obrecht, von dem sich hier herausstellt, dass er gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde, nachdem er zwei Jahre lang unschuldig gesessen hat, eine völlig neue charakterliche Ebene, sondern man lernt auch Alfons Krätzkow kennen, von dem TKKG gleich zu Beginn ein für Gabys Vater wichtiges Geständnis erwirken wollen, und das auf eine (selbst für TKKG!) unkonventionelle und rechtlich gewiss nicht einwandfreie Weise. Das geht aber schief. Krätzkow leiert auch Hermann Sauerlichs Entführung an, nachdem er in der Zeitung von den Sauerlichs gelesen hat - etwas, wovon wir im Hörspiel nichts erfahren. Ab dem Zeitpunkt ist der Roman schon recht fortgeschritten, und die Handlung des Hörspiels setzt ein.
Fazit: Zu einem ohnehin recht guten Hörspiel gesellt sich auch ein gutes Buch, bei dem man zwar lange braucht, ehe man es als geneigter Hörer überhaupt wiedererkennt, aber lesenswert ist es dennoch. Das Hörspiel funktioniert aber auch für sich allein.
Todesfracht im Jaguar: Ein essentieller Teil der Geschichte handelt von einem Immobilienhai, der auf ganz gewiss nicht legale Weise versucht zwei alte Leute aus ihren Häusern zu vertreiben, um die Grundstücke aufkaufen zu können. Auf diesen ist auch ein Attentat geplant, das TKKG noch um Haaresbreite verhindern. Leppich und Frese lernen wir hier wesentlich früher kennen; sie sind Berufsverbrecher (wird im Hörspiel nebenbei erwähnt) und arbeiten für den bekannten Unterweltboss Oswald Browski, dessen Sohn Dieter sie versehentlich überfallen, und auch Schwittei rutscht mit in die Geschichte, indem er dessen Wagen klaut. Der erste, vergebliche Versuch des Heroinschmuggels erfolgt durch einen Transportwagen für eine Tigerin in einem Wanderzirkus, die daraufhin ausbricht. In einem Nebenstrang werden die Erlebnisse von Klößchens Eltern in Mailand geschildert; die "Vermutung" des Mailänder Komplizen Scattamoni bezüglich des Motivs der Autodiebe entspricht wortwörtlich derjenigen, die im Hörspiel Herr Sauerlich selbst äußert. Auch der Schlussteil, ab dem Buch- und Hörspielhandlung wieder weitestgehend übereinstimmen, unterscheidet sich jeweils; Peter Kleptomar kommt im Buch nicht vor (Leppich übernimmt seinen Part), und somit auch nichts, was Bezug auf ihn nimmt. Dafür enthält das Buch die kurze Szene mit der Straßensperre, die man auch aus der TV-Episode kennt.
Fazit: Gewiss kein schlechtes Buch, gerade zu einem Hörspiel, das für sich genommen auch gut funktioniert, aber der Erkenntnisgewinn für den geneigten Hörer ist eher klein. Hier merkt man stark, dass der "Rest" eher als Beiwerk hineingefrimelt wurde. Lesenswert ist es dennoch.
Bestien in der Finsternis: Das Buch ist gerade bei diesen Temperaturen gut lesbar, da es ein gutes Sommerfeeling hat. Wir erfahren von einer alten Dame, deren Ersparnisse gestohlen werden, und da es nur einen Verdächtigen gibt, suchen TKKG diesen auf, während Gabys Vater noch mit der alten Dame spricht. Der Herr Zenke, der ein Ferienhäuschen an einem nahegelegenen See besitzt, leugnet natürlich alles und muss aus Mangel an Beweisen freigelassen werden. Er will auch die Hütte seines Nachbarn abfackeln und macht sich daran, schafft es aber im letzten Moment nicht; da das Haus trotzdem abbrennt, wird er vorläufig festgenommen. Auch mit besagtem Nachbarn Schlottloff gibt es ein paar denkwürdige Szenen. TKKG (und nicht nur die, auch Patzke und Röbl sind mit von der Partie) stellen fest, dass Zenke wertvollen Schmuck gestohlen hat, woraufhin bei ihm eingebrochen wird, doch erst Tim und Klößchen, die aus Versehen die beiden Gangster verjagen, finden diesen, und benutzen diesen auf eine eher nicht legale Weise, von der auch Gabys Vater nicht erfahren darf, um doch noch an das Geld der alten Dame zu gelangen. Der Trick, den sie anwenden, überführt letztendlich auch Zenke. Später erfolgt dann die mehrmals nebenbei angekündigte Rückkehr von Amtsrichter Solthus, und das Buch verläuft im Wesentlichen wie das Hörspiel (und die TV-Folge, wobei die Rolle des Blumenhändlers von Francis erdacht wurde und nur im Hörspiel vorkommt). Der Schlussgag ist anders als im Hörspiel und bezieht sich auf die Zenke-Geschichte.
Fazit: Das Hörspiel ist hörbar, aber eher mittelprächtig, wohingegen das Buch von den drei hier rezensierten meiner Meinung nach mit großem Abstand das beste ist. Der im Hörspiel fehlende Teil würde für sich gut genug funktionieren, sodass man daraus ein eigenes, recht gutes Hörspiel machen könnte, denn hier wirkt es nicht wie eine bestehende Geschichte, die erweitert wird, sondern wirklich eher wie zwei voneinander weitgehend unabhängige Geschichten.
Zwischenfazit: Für die drei Folgen sieht das Hörspielranking für mich so aus: 1. Gangster auf der Gartenparty, 2. Todesfracht im Jaguar, 3. Bestien in der Finsternis. Mein Buchranking: 1. Bestien in der Finsternis, 2. Gangster auf der Gartenparty, 3. Todesfracht im Jaguar.
Ich bin jetzt schon gespannt, wie sich das nach erneuter Lektüre der anderen drei Bücher gestalten wird.
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18.06.2021 00:05
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Retro
Junghexe
Dabei seit: 09.09.2020
Beiträge: 1.167
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Gangster auf der Gartenparty
Buch Ausgabe -> 01. Januar 1987
TV Episode -> 12. November 1987
Die Ausgabe des Hörspiels (Kassette) muss also irgendwo in der Mitte der beiden Daten erfolgt sein. Nix mit maßgeblich "erweitert". Sondern HG Francis hat hier einen großen Teil bewusst weg gelassen um ein gutes Hörspiel hinzubekommen. Zusätzlich müssen wir bedenken, dass von Folge 44 bis Folge 56 satte 13 Hörspiele von TKKG allein im Jahr 1987 heraus kamen. Da die Gartenparty die Nr 51 trägt, dürfte es ziemlich mitten im Jahr gewesen sein.
Stefan Wolf war sauer, bestimmt so sauer wie ich nachträglich, weshalb er beschloss, für die zweite Staffel der TV Serie, selbst die Drehbücher zu schreiben. (Wer "Das Geheimnis der chinesischen Vase" gesehen hat, dürfte wissen, was ich meine)
Zusätzlich ist der Block dieses Themas genau der Abschnitt, in dem die echte Gaby fehlt. Sie war zu diesem Zeitpunkt in Amerika. Und Scarlett Lubowski sprach den Part von Gaby (44 bis 52).
Ein Kommentar von Request:
| Zitat: |
Weshalb das Hörspiel soo gut geworden ist, obwohl es im Buch um etwas völlig anderes geht, ist kein Wunder: Das Buch handelt von einem "Drecksack", der seine Mieter aus den Wohnungen ekeln will. Also hat H.G. Francis das Naheliegende getan: Er nahm den Teil, der für die Titelgebung nötig ist und schmiss den ganzen anderen Kram, gut 85% des Buches, über Bord. Das Ergebnis: Flott erzählt, kurzweilig und verbale Schlagfertigkeit am laufenden Band. Waren das noch Zeiten, als Tim noch nur mit dem Mundwerk schlagfertig war!
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http://www.hoerspiel-request.de/tkkg.shtml
Da HG Francis für das Hörspiel zuständig war und Stefan Wolf für die TV Episode, muss man hier differenzieren. Auf jeden Fall werde ich das Buch mal lesen.
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18.06.2021 04:09
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MihaiEftimin
Ikonenjäger mit Waffenschein
   
Dabei seit: 26.04.2021
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Herkunft: Westfalen
1. Experte: Die drei ???
2. Experte: TKKG
3. Experte: Die drei !!!
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| Zitat von Retro: |
Die Ausgabe des Hörspiels (Kassette) muss also irgendwo in der Mitte der beiden Daten erfolgt sein. Nix mit maßgeblich "erweitert". Sondern HG Francis hat hier einen großen Teil bewusst weg gelassen um ein gutes Hörspiel hinzubekommen. Zusätzlich müssen wir bedenken, dass von Folge 44 bis Folge 56 satte 13 Hörspiele von TKKG allein im Jahr 1987 heraus kamen. Da die Gartenparty die Nr 51 trägt, dürfte es ziemlich mitten im Jahr gewesen sein.
Stefan Wolf war sauer, bestimmt so sauer wie ich nachträglich, weshalb er beschloss, für die zweite Staffel der TV Serie, selbst die Drehbücher zu schreiben. (Wer "Das Geheimnis der chinesischen Vase" gesehen hat, dürfte wissen, was ich meine) |
Ich bin immer davon ausgegangen, dass Wolf die Drehbücher selbst geschrieben und für die jeweiligen Bücher dann die zusätzliche Handlung hineingewurschtelt hat, da die Plots dieser TV-Folgen, als die sie angelegt sind, zu dünn wären, um sie ohne weiteres auf 190 Seiten zu strecken, und dass Francis für die Hörspiele eben bewusst nur die Handlung der TV-Folgen übernommen und mithilfe von Dialogen auf 35 bis 40 Minuten erweitert hat, weil nur die titelgebend ist. Erscheinungs- bzw. Ausstrahlungsdaten dürften da wenig Relevanz haben, da wir nicht wissen, wann was genau entstand.
| Zitat von Murphy: |
Mihai Eftimin: Danke für Dein Feedback zu den einzelnen Folgen. Du könntest ja in den Einzelthreads in deinen zukünftigen entsprechenden Hörspiel-Rezensionen bzw. -Kommentaren auch noch auf die Punkte hinweisen. |
Kein Thema. Ja, auf die Punkte werde ich garantiert hinweisen, wenn ich die Hörspielfolgen in den Threads kommentiere. Aber da ich mich hier ausschließlich auf die Bücher beziehen wollte, mit nur kleinen Verweisen auf die Hörspiele, hielt ich es für sinnvoller das in diesem Thread zu posten.
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18.06.2021 12:51
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