Joa, 2021 scheint das Jahr der gelungenen Adventskalender zu sein.

Zwar hat man hier nicht wirklich die heimelige und familiäre Atmo wie bei den drei !!!, aber man hat mal wieder einen soliden und inhaltlich noch nicht so abgedroschenen Kriminalfall, der sich über die ganze Adventszeit erstreckt, und bei dem wir auch entsprechende Adventszeit-Atmosphäre bekommen.
Neuerung: Klößchen geht trainieren.

Hier gibt er zwar an nicht zu wissen, wie man so tut, als ob man trainiere, obwohl er bereits in "Die Mafia kommt zur Geisterstunde" genau das getan hat (gut, ist lange her, kann man mal vergessen

), aber trotzdem sind die Stellen herrlich und machen einfach Laune.
Zwei Dinge, die ich besonders bemerkenswert finde: Tim bringt mit dem Spruch "Das haut mir doch den Draht aus der Mütze!" mal wieder einen Spruch, wie man ihn vom Klassiker-Tarzan erwartet hätte (vgl. "Das haut den stärksten Eskimo vom Schlitten!"). Zum anderen darf er am Ende endlich mal wieder auf seine Judokünste zurückgreifen! Herrn Hofstetter scheint allmählich zu dämmern, dass man mit solch subtil eingebauten Elementen der Klassiker viel eher einen Blumentopf gewinnt, als mittels Fanservice und Metahumor einen modernen Klassiker erzählen zu wollen und sich zu wundern, dass die Nummer nicht aufgeht. Wenn das für die nächsten regulären Folgen prägend sein sollte, wäre ich durchaus nicht unzufrieden.
Auch noch erwähnenswert ist die Interaktion zwischen Gaby und Klößchen am Anfang. Früher hätte Klößchen irgendeine unüberlegte Bemerkung rausgehauen und Gaby hätte ihn lautstark gemaßregelt - hier ist es mal ganz anders. Mag nicht jedem Puristen gefallen, aber ich halte es für eine logische Weiterentwicklung der Figuren und ihrer Interaktion. Es ist keineswegs so out-of-character wie so manches, was wir in der jüngeren Vergangenheit zu hören bekamen.
Hier also Achim Buch erstmals als Kommissar Glockner. Man muss sich erst etwas dran gewöhnen, aber ich denke, ich werde damit wenig Schwierigkeiten haben, da mir seine Leistung schon mal recht gut gefällt, und er nicht ganz so den "Helmut Grevenbroich"-Vibe hat. Er reiht sich gut in das heutige Ensemble mit Schalavsky und Hübner ein; die Interaktion funktioniert sehr gut.
9 Punkte.