Eines vorweg: Richtig schönes Cover!
Mir hat die Folge alles in allem ganz gut gefallen, auch wenn es ein paar Kritikpunkte gibt.
Als Thema finde ich den Kanuausflug gut, denn es ist eine schöne sommerliche Aktivität, die auch gut zur Falkensteiner Umgebung passt und für die Reihe etwas total Neues darstellt. Dass die Pferde dadurch bei der Hitze entlastet werden, ist nachvollziehbar. Ich finde auch nicht, dass es in jeder einzelnen Folge zwangsläufig um Pferde gehen muss, nur weil die Geschichte auf einem Reiterhof spielt. Da gibt es auch bei Wendy mehrere gute Beispiele und so freue ich mich eher über die Abwechslung.
Das Thema Umweltschutz wird hier mal mehr, mal weniger gelungen aufgegriffen: Das Upcycling des T-Shirts und die Dekoration der Tasche hat mir gefallen, die Müllsammelaktion im Fluss kann ich mit einem zugekniffenen Auge auch noch durchwinken, weil die Szenen eigentlich ganz unterhaltsam gestaltet waren (und am Ende noch einmal aufgegriffen wurden). Der erhobene Zeigefinger von Dr. Eichhorn und sein fast direkter Aufruf an die Hörer war mir aber viel zu plakativ. Da wurde das Thema der Selbstverwirklichung deutlich besser aufgegriffen und von Bibi so treffend auf den Punkt gebracht: "Es soll doch jeder machen, wie es ihm oder ihr gefällt."
Die Ferienkinder sind in dieser Folge in der Tat vielschichtiger dargestellt als in manch anderen Folgen. Man bekommt schnell ein Gefühl für ihre Charaktere und auch die Dialoge finde ich gelungen und glaubwürdig. Ich muss allerdings sagen, dass mir die Streitigkeiten und der Geschlechterkampf an zwei Stellen doch ein bisschen auf die Nerven gingen und ich lieber etwas mehr von der fröhlichen und entspannten Kanutour-Atmosphäre gehabt hätte.
Zugegeben, die zweite Hälfte des Hörspiels hat wenig Überraschungen zu bieten, aber welche "Bibi und Tina"-Folge hat das schon? Bei "Hilfe für den Wald" z.B. weiß man nach fünf Minuten schon, worauf es hinausläuft und es kommt dann wirklich alles genau so, wie man denkt.
Dafür hat mir die Umsetzung der Action-Szenen hier richtig gut gefallen, sowohl von den Geräuschen als auch den Sprechern.
Schön auch, dass man hier mal wieder so viele Charaktere dabei hat. Freddy hat mir in dieser Folge gut gefallen und hat für den Humor gesorgt. Ich bin nur überrascht, dass hier so viele schreiben, dass er ganz anders dargestellt wird als sonst. Natürlich ist er hier nicht der "coole" Moped-Biker, der er in den ersten Folgen war, aber sein Charakter ist doch schon seit langem immer mehr aufgeweicht worden. Ich sehe da jetzt keinen großen Bruch, ehrlich gesagt.
Die neue Sprecherin von Frau Martin hat auf mich einen guten ersten Eindruck gemacht. Es ist meiner Meinung nach von der Stimmfarbe her auch ein deutlich kleinerer Unterschied von Arianne Borbach zu Silvia Mißbach, als es damals von der ersten Sprecherin Evelyn Meyka zu Arianne Borbach war. In dieser Folge hat sie zudem auch noch nicht so viel Gelegenheit gehabt, zu zeigen, was sie kann, aber ich bin sehr positiv gestimmt.
Alles in allem eine recht gute Folge, die mit ein bisschen weniger erhobenem Zeigefinger und etwas weniger Streitereien für mich noch etwas besser hätte sein können.
7 von 10 Punkten
Edit:
Eine Sache habe ich nicht ganz verstanden oder es ergibt einfach keinen Sinn: Wie konnte Nick die Flaschenpost mit dem Hilferuf zu Bibi und Tina schicken, wenn sich die Mädchen doch hinter ihnen, also flussaufwärts befinden? Der Fluss fließt doch (besonders an den Stromschnellen) in eine Richtung, nämlich flussabwärts. Wie kann die Flaschenpost da gegen die Strömung schwimmen?