Ich liebe Schiff fahren! Deshalb hat mir auch der Beginn der Geschichte ganz gut gefallen, vor allem die Fähren-Sounds. Wir treffen Frau Müller* aus der vorherigen Geschichte wieder und das ist einerseits nett, lenkt aber umso mehr den Fokus darauf, woran alle drei Geschichten kranken: dass sie nicht wirklich im bisherigen Universum verankert sind. Dass man das Thema „Neustadt-Geschichten“ nutzt, um die bisherige Welt etwas zu erweitern, finde ich nicht schlecht, aber es wirkt irgendwie unstimmig, weil vertraute Charaktere / Orte als Scharnier fehlen.
Ben und Sonja wirken nett, aber haben halt auch nicht wirklich irgendwelche Eigenschaften. Dann erzählen sie, dass sie zur See fahren und den Fährbetrieb einstellen wollen, und ich dachte mir: schön für sie! Toll, sollen sie machen! Würde ich auch an ihrer Stelle! Gibt ja auch genug Brücken. Aber Bibi passt das nicht in den Kram und deshalb WEISS sie, dass die beiden auf hoher See gar nicht glücklich wären, und das muss sie ihnen jetzt beweisen. (Weil die beiden es ja nicht einfach ausprobieren könnten und wenn sie nach ein, zwei Jahren feststellen, dass es nichts für sie ist, nehmen sie den Fährbetrieb wieder auf.)
Dazu ist es völlig okay, einfach mal eigenmächtig das Ruder rumzureißen oder direkt alle weg und Herrn Ruderblatt von irgendwo her zu hexen. Ob die Fähre überhaupt hochseetüchtig oder gegen Salzwasser geschützt ist – was soll’s. Und anstatt dass Bibi lernt, sich nicht in anderer Leute Angelegenheiten einzumischen, hat sie natürlich recht – es ist nämlich wirklich super langweilig auf dem Meer. Äääh, was? Ich war mal fünf Tage segeln auf der Ostsee und es war das Beste überhaupt, keine Minute Langeweile. Warum wird uns DAS MEER hier mit einer Pauschalität madig gemacht, die ihresgleichen sucht? Außerdem möchte ich behaupten, dass man als Kapitänin durchaus auch was zu tun hat auf so nem Schiff. Und allein das Anlegen in fremden Häfen ist ja wohl spannend.
Am Ende kommen dann nochmal dieselben Leute auf die Fähre, die vorhin schon da waren, die haben anscheinend nichts anderes mit ihrem Tag zu tun, als ständig hin und her zu gurken. Endlich bekommen wir die ersehnte Auflösung, ob die Macke im Auto repariert werden kann. Und Ben und Sonja führen für immer ein Geschäft weiter, das vermutlich total unrentabel ist. Happy End und wir haben gelernt: Geh nie weg von Zuhause, die große weite Welt ist langweilig.
Hat mich total fuchsig gemacht, die Folge. 3/10
*und Herrn Wagner, aber der war so uninteressant, dass ich ihn nicht wiedererkannt habe
|