Benjamin Blümchen 075 – Der geheimnisvolle Brief
„Hallöchen, Freunde! Ich weiß alles, ihr müsst es mir nur erzählen!“
Auf diese Folge freue ich mich schon ganz lange. Ich wollte sie unbedingt vor dem nächsten Fight mal wieder gehört haben, das letzte Mal ist Jahre her, ich weiß nur noch, dass sie mich damals echt positiv überrascht hat, aber nicht mehr, warum das so war.
Es geht schon wieder um Briefe – das hatte ich ja nun gerade erst

Mal schauen, ob die Briefgeschichte hier etwas besser ausgearbeitet wird.
Benjamins Horizont geht jedenfalls nicht so weit, dass er einfach irgendwen kennenlernen will – Otto als Brieffreund ist auch ok
„Ich bin neugierig, mach ihn auf – und schreib natürlich zurück!“ – Äh, nun ja, so natürlich ist das nicht, hehe
Welche Tante Jutta haben mir meine Eltern eigentlich verschwiegen – und wo sind die zehn Mäuse von ihr zum Geburtstag? Da muss ich doch gleich mal nachfragen…
Benjamin und Otto verabreden sich zum Nichtstun. Wunderbar! Bei den heutigen Folgen habe ich manchmal den Eindruck, man hat halt nur vergessen, das zu erwähnen…
„Wenn man nichts tut, Otto, fallen einem immer die besten Sachen ein!“ – „Und? Was fällt dir gerade ein?“ – „Nichts!“
Benjamin besticht Nicki Nasenbär mit Zuckerstückchen (fahren echt alle darauf ab?) und der titelgebende wahrhaft geheimnisvolle Brief kommt ins Spiel. Wer schickt Benjamin einen Brief auf Chinesisch? Sehr mysteriös!
Karla muss ihre Sensationsgeilheit mal wieder befriedigen und wünscht Benjamin einen Knick im Rüssel – was ist eigentlich mit den beiden, geht da noch was? Ulli Herzog scheint da ja nicht so hinterher zu sein wie Elfie Donnelly… schade!
Herr Tierlieb kann die Futtermittelrechnung nicht bezahlen. „Das ist nichts Neues, das ist ein Dauerzustand!“ – Endlich sagt es mal jemand.
Benjamin fällt mal wieder mit der Tür ins Haus – das hat man doch relativ lange beibehalten.
Das Auftauchen der alten Frau wirft natürlich Fragen auf. War der Brief für sie? Was bedeutet er? Und handelt es sich vielleicht um die edle Spenderin des eben erwähnten Pandas?
Benjamins Rüssel kribbelt jedenfalls (Pendant zu Bibis Hexennase?).
Die Szene im Garten der alten Frau finde ich richtig spannend, gerade für Benjamin-Verhältnisse. Die alte Frau hält sich einfach einen illegalen Privatzoo und das verursacht weitere Fragen. Sehr guter Storyaufbau!
Benjamin ist erlaubt, sagt Otto – sehr gut

Benjamin ist zwar nicht nach Witzen zumute, aber er macht selbst einen: „Lass uns zum Haus schleichen und ich versteck mich hinter dir!“
Ganz klar: Karla muss helfen. „Sahen die Tiere verhungert aus?“ – „Nein, leider nicht!“

Alter Schwede, das hätte ich gerne mal in den heutigen Folgen! Verwunderlich nur, dass Karla so gar nicht an illegalen Tierhandel denkt…
Benjamin hält sich für ganz schlau und versteckt sich sehr klassisch hinter einer Zeitung mit Loch. Sehr unauffällig. Aber die alte Frau merkt nichts. Und es scheint sich wohl tatsächlich um die Spenderin des Pandas zu handeln, denn Herr Tierlieb kennt sie. Ist nur die Frage, ob er weiß, was er da bekommt – bzw. von wem.
Raffke wirkt zuerst ja ganz freundlich – bis die Wucherzinsen zur Sprache kommen. Erstaunlich, dass Benjamin nichts sagt, als Raffke davon spricht, dass man ihn verkaufen könnte. Dass Raffke sich für die Eiche interessiert und mit seinen Verbindungen zu Tierhändlern prahlt, macht ihn natürlich verdächtig.
Dass Nicki verschwunden ist, sorgt natürlich zusätzlich für Spannung und dass Benjamin im Alleingang zur Gräfin geht, gefällt mir sehr. Dass Benjamin nicht gesehen wird, ist natürlich sehr unrealistisch. Das Gespräch zwischen Raffke und der Gräfin ist auch klasse – offensichtlich sind die beiden keine Komplizen im eigentlichen Sinne, es kommt sogar zu einer Drohung! Warum das Geld nicht mehr im Umschlag ist, kann man sich natürlich denken.
Dass Nicki Nasenbär im Baum feststeckt und nicht entführt wurde, ist in der Tat überraschend. Nicki ist scheinbar Befürworter des Safari-Parks, so oft, wie der einfach frei herumläuft
Am Flughafen wird es dann auch nochmal spannend, weil immer noch nicht ganz klar ist, wie alles zusammenhängt und warum die Gräfin dem Zoo den Panda schenken will.
Dass im Pandakäfig ein Äffchen versteckt ist, sieht man definitiv nicht kommen, Chapeau!
Dass die Gräfin es nicht böse gemeint hat, war natürlich klar, aber dass Raffkes Handel mit geschützten Tieren kein Riegel vorgeschoben wird, ist ein bisschen schade. Er wird einfach nur weggejagt, aber dass er etwas gelernt hat, ist fraglich. Am Ende kann man vielleicht sagen, dass Benjamin und Co. ihn nicht anzeigen, weil sonst auch die Gräfin dran wäre, aber dass man so gar nicht darauf eingeht, gefällt mir nicht so, da hätte man ruhig noch ein, zwei Sätze zu sagen können. Dass Herr Tierlieb sich über so viele neue und vor allem geschützte Tiere freut, würde ich auch eher anzweifeln, wenn man eh schon mit den Rechnungen nicht hinterherkommt, vor allem wird er sich die Frage gefallen lassen müssen, woher die Tiere stammen. Aber immerhin: Die Gräfin ist jetzt wohl eine potentielle neue Geldquelle
Letztendlich schwanke ich mit der Bewertung zwischen 9 und 10 Punkten. Der Schluss löst die Geschichte nicht hundertprozentig zufriedenstellend auf, ansonsten ist die Folge aber extrem stark und gehört sicherlich zu den spannendsten und überraschendsten Benjamin-Geschichten. Ich denke, damit hat sie sich die 10 auch trotz der kleinen Kritikpunkte verdient, weil sie einfach wahnsinnig viel richtig macht, auch wirklich guten Humor beinhaltet und die Sprecherliste zwar kurz, aber völlig ausreichend ist. Ich bin mal gespannt, wie Rudi Raffke nun in seinen nächsten Folgen behandelt wird. Tierschmuggel ist ja nun kein Bagatell-Delikt, eigentlich hat er keine Chance mehr, dass man ihn noch als Futtermittelhändler akzeptiert.
Wie dem auch sei… Bibi wird hier keinen Stich sehen.
10/10