Die Produktion der drei ??? ist nach etwa 47 Jahren an ihrem absoluten Tiefpunkt angekommen. Wenn man denkt, dass einen nach "Im Bann des Barrakudas" nichts mehr erschüttern kann, setzt Minninger mit der Hörspielumsetzung von "Das Geheimnis der sieben Palmen" noch einen drauf. Tatsächlich habe ich "Falsche Schuld" bis heute nicht zu Ende gehört, was mir in all den Jahren als aktiver Fan, der eine neue Folge hört, noch nie passiert ist. Ich hab es dann ganz bleiben lassen und hier angesetzt. Und bin ... entsetzt.
Das Gespür für Dramaturgie ist hier quasi nicht existent. Die Geschichte schleppt sich mühevoll von Schauplatz zu Schauplatz, nur um das nächste ermüdende Gespräch zu führen. Es gibt ganze zwei Spannungsmomente in der kompletten 80-Minuten-Inszenierung, die zusammen kaum eine Minute Spielzeit ausmachen. Der Rest sind Dialoge, Dialoge und ... Überraschung: Dialoge!
Über die Geschichte selbst will ich mich gar nicht so sehr auslassen, da sie sicher nicht das Schlechteste ist, was Marco Sonnleitner je eingefallen ist. Sie ist im Grunde Dienst nach Vorschrift, denn abgesehen von Thomas Mann ist das hier alles schon mal irgendwie dagewesen, ich fühlte mich vor allem an die Rätsel aus "Rache des Untoten" und "Schrecken aus der Tiefe" erinnert. Mit dem Aufgreifen der deutschen NS-Geschichte gibt es zumindest einen interessanten Aspekt, der ein wenig bei der Stange hält.
Wofür Sonnleitner aber sehr wohl etwas kann, ist diese infantile Selbstverständlichkeit, mit der die drei ??? gefühlt Stunden in einer Bude verbringen, in die sie gerade selber eingebrochen sind. Nur deshalb können sie den Fall am Ende überhaupt lösen (bzw. Justus. Aber wie er am Ende worauf gekommen ist, ganz ehrlich, das war mir irgendwann völlig egal). Von ihrer Heldentat erzählen sie dann natürlich auch brühwarm dem Inspektor, der sie unverständlicherweise nicht direkt festnimmt. Selbst die überführten Kriminellen sind dann noch wunderbar kooperativ und tanzen natürlich bereitwillig nach Justus' Pfeife.
Wie offensichtlich und platt manche Charaktere in die Geschichte eingeführt werden, davon will ich gar nicht anfangen. Vielleicht sind diese Szenen im Buch ausgeschmückter und es kommt dort nicht ganz so dämlich rüber, ansonsten ist das einfach nur Grundschulniveau.
Man hätte hier so viel zusammenstreichen können, um das Ganze zu beschleunigen, aber man tut es leider nicht, walzt jedes Gespräch bis zum Erbrechen aus und versucht halbherzig, zwischendurch wenigstens noch ein bisschen Interaktion zwischen den Detektiven reinzubringen, damit man am Ende sagen kann "Na immerhin hab ich zwei Mal geschmunzelt, als sie sich gekabbelt haben". Aber was bringt das noch? Warum sollte man sich diese 80 Minuten Dialoge ein zweites Mal anhören, wenn man nicht gerade glühender Fan von Thomas Mann ist? Kann Minninger sich nicht einfach mal hinsetzen und ein Machwerk wie diese Folge mit "Die Villa der Toten", "Stimmen aus dem Nichts", "Der Nebelberg" oder "Labyrinth der Götter" vergleichen? Schlafen ihm hier nicht selber die Füße ein? Mittlerweile bin ich wirklich davon überzeugt, dass selbst ein Fan ohne Erfahrung ein besseres Skript aus der Vorlage gemacht hätte.
Peter sagt irgendwann, dass ihm der Schädel brummt und ich kann mich da anschließen. Die "Ermittlungen" in diesem Fall sind trocken, theoretisch und man bewirft den Hörer mit allerlei Infos nach dem Motto "Friss oder stirb". Spätestens bei der finalen Konfrontation war ich komplett raus und hatte einfach keinen Bock mehr.
Auf Instagram wurde vermehrt das offene Ende bemängelt und ich dachte noch so "Na ja, vielleicht gibt's ja nochmal nen erinnerungswürdigen kontroversen Moment am Ende, das wäre wohl noch das Beste an der ganzen Schose" - nein, gibt es nicht. Das Ende erinnert mich leider total an das Motiv im "Dreiäugigen Schakal" und da war das schon Murks. Das ist hier nicht besser.
Zäh, langweilig, lustlos. Und da bin ich noch gnädig in der Wortwahl. Storymäßig rangiert Folge 239 irgendwo im unteren Mittelfeld - produktionstechnisch ist sie kaum zu unterbieten. Eigentlich fehlt nur noch, dass man die Hintergrundgeräusche komplett streicht und direkt eine Lesung mit mehreren Stimmen draus macht.
Bitte, bitte, bitte tretet mit der 250 ab. Ich weiß, es ging bereits nach dem Rechtsstreit stetig bergab, aber es war nie so schlimm wie heute. Selbst meine persönliche DDF-Hass-Ära zwischen Folge 41 und 60, in der ich kaum einer Folge viel abgewinnen kann, übertrifft das Niveau der 230er um Längen.
Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass Andreas Fröhlich und Kai Schwind ihren Bobcast bis zu den Ü200-Folgen durchziehen, denn sie würden irgendwann nur noch verkrampfen. "Feuermond" ist ein guter Cut.
Nach diesem Machwerk würde ich wirklich nicht ausschließen, dass es in Zukunft häufiger vorkommt, dass ich Folgen abbreche und wochenlang nicht zu Ende höre. It's time to say goodbye.
Hui, jetzt muss ich auch mal schreiben. Nicht, weil die Folge so schlecht ist - ich mag sie sehr gerne - sondern weil ich es schade finde, wie negativ einige Folgen mittlerweile bewertet werden. Man kann sie ja schlecht finden, aber 1/10 finde ich schwer nachzuvollziehen, auch wenn jede Meinung natürlich gerechtfertigt ist. Ich kritisiere auch einiges an vielen der letzten Folgen. Teilweise schlechte Sprecherleistungen, zu lange Szenen mit bla bla bla … oder die Kürzung der Höhepunkte im Buch. Dennoch kann ich fast jeder neuen Folge Positives abgewinnen und sehen sie nicht mehr ansatzweise so negativ wie noch vor ein paar Jahren. Bis auf Folge 231 hatte jede der letzten 10 Folgen für mich irgendeinen Bestandteil, der ihr eine Daseinsberechtigung gibt. Gerade 235 war großartig. Einfach schade, wie negativ die neuen Produktionen gesehen werden. Ich verstehe die Kritik, fühle sie teilweise auch sehr, da könnte ich jetzt wirklich einiges aufzählen, aber für mich ist gerade nicht der Serientiefpunkt erreicht, wie viele immer wieder schreiben. Da gab es schon schlimmere Zeiten. Auch wenn es auch schon bessere Zeiten gab, ich denke da an den Zeitraum der späten 90er und früher 2000er. Trotzdem möchte ich nicht eure Meinung schlecht reden, vielleicht bin ich jetzt auch nur laute Minderheit. Dennoch gibt es auch Fans wie mich, die alles kennen, den Vergleich also haben, und trotzdem noch zufrieden mit der Reihe sind, auch wenn es vielleicht mehr Ausreißer mach unten gibt, als noch vor paar Jahren (wobei ich den 210er Raum wirklich am schlechtesten fand). Bevor ich jetzt aber zuuu weit abschweife … zur Folge:
Der Anfang … ich mag es, dass direkt etwas passiert. Das ist auch gut gespielt und inszeniert. Danach wird wieder viel geredet. Als jemand, der das Buch diesmal nicht gelesen hat, war das aber nicht schlimm. War alles halbwegs interessant und auch die Atmosphäre war schön, ich mag auch den Sprecher von Mr. Leeman (Lemann? Keine Lust, das jetzt nachzuschauen
) einfach sehr. Danach wieder ein wenig Bla bla, aber auch wieder nicht langweilig (mit schöner klassischer Musik im Hintergrund, fand ich toll. Und ab jetzt geht es richtig los. Ein interessantes Rätsel, schöne Ermittlungsarbeit, gute Dialoge. Also für mich hat alles gepasst. Besonders möchte ich den Realitäts-Bezug loben, wie hier reale Geschichte mit Fiktion verbunden wurde, das war sehr interessant zu hören.
Die Sprecher haben alle auch gut abgeliefert, unsere drei Hauptsprecher waren toll, Cotta klang wieder so wie vor paar Jahren (als wäre er im Vergleich zu den letzten 2 Folgen rückwärts gealtert, oder seh nur ich das so?) und die Gastsprecher waren auch sehr gut besetzt. Ich möchte auch die Produktion loben. Musik hat immer gepasst, Szenen wirkten stimmig, also keine zuu lang oder zu kurz, Justus Nacherzählungen wurden immer unterbrochen und vom Erzähler zusammengefasst (bitte weiter so!!) und die Musik war fast durchweg neu, wenn ich mich nicht irre. Gefällt mir auch sehr gut. Auch wenn ich die alte Musik natürlich sehr mag. Geräusche waren auch schön. Ich habe auf Kopfhörern gehört und man konnte immer hören, wo sich die drei gerade befinden. So hört man in Mr. Leemans Wohnzimmer immer eine Uhr ticken, sein Flur hat leichten Hall usw. Klar, das ist nichts neues, freut mich aber immer, wenn das konsequent im ganzen Hörspiel gut funktioniert.
Einzig und allein die Szene mit der Schauspiel-Probe war seltsam. Keine spannende Musik bei dem Messer-Angriff und auch keine davor im Szenen-Übergang. Ist aber auch vielleicht gewollt, keine Ahnung. Jedenfalls auch nicht schlimm.
So, ich geb dem ganzen eine 9/10, weil ichs wirklich einfach sehr interessant fand, mal wieder Kopfkino hatte und zu keiner Zeit gelangweilt war.
@KaiAhnung den Sprecher von Mr. Lehmann fand ich auch spitze aber auch seinen Bruder. der erste wird von Claus Wilcke und der zweitgenannte wird von Olaf Kreutzenbeck gesprochen.
Mich hat die Folge leider nicht sonderlich gut abgeholt. Sie tut nicht weh, aber es bleibt auch nicht ein nennenswerter Höhepunkt in Erinnerung. Wenn ich jetzt an das Gehörte zurückdenke, weiß ich, dass gefühlt 50x Thomas Mann genannt wurde,...
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es Diebstähle gab, die Detektive selbst einbrechen und es dann ohne Reue zugeben, die Forscher Dreck am stecken haben und am Ende der Gärtner flieht und nicht gefasst wird.
Alles ist sehr geradlinig und hätte durch lebendigere Szenen moderner wirken können. Besonders negativ fand ich wieder den "Seht mal Kollegen, da greift jemand eine Frau an" Moment. Das hatten wir zuletzt beim Büffel mit dem Tonband. Es dauert ewig, bis die 3 etwas unternehmen. Ein zackigeres "Da wird eine Frau angegriffen. Schnell hin!" während sie schreit, hätte das gleiche erreicht.
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Was ich der Folge aber zu Gute halten möchte, sind mal wieder zwei Dinge: Die Musik, die sehr stimmig durch die Geschichte geführt hat und das Ende. Es ist schön, wenn es auch mal solche Fälle gibt. Und wer weiß, vielleicht begegnen die 3 dem Entflohenen ja noch einmal irgendwo.
Insgesamt reicht es nur für 4/10 Punkten, weil sie einfach keine Substanz in ihrer Präsentation hat. Die Geschichte selbst, fand ich gar nicht so schlecht und hätte sie mir in einer besseren Inszenierung gut und mit höheren Punkten vorstellen können.
Dafür, dass Thomas Mann so oft im Hörspiel erwähnt wird, erfährt man erstaunlich wenig über ihn und seine Werke.
Mein Eindruck vorab war positiv, das Buch schien gut anzukommen bei den Fans, was ich persönlich von der Hörspielumsetzung nicht sagen kann.
Evtl ist hier das Buch auch besser, ich habe es nicht gelesen.
Es ist wiedermal eine große Laberfolge und dadurch verschwimmen die Szenen ineinander - außerdem hätte man gerne ein paar Charaktere zusammenfassen und dadurch ausbauen können. Mehrere Szenen gab es so schon einmal und in spannender, alles nix Neues.
Spoiler Ende
Der Endlacher ist halt da damit man einen hat,
Schade dass man den "Imma" Charakter nicht nocheinmal verwendet hat für die Auflösung, schließlich will sie sogar (Schauspiel)Detektivin werden.
Hätte sich doch hübsch angeboten?
Bemerkenswert, dass den Verbrechern am Ende mehrfacher Einbruch vorgeworfen wird... und woher haben wir diese Beweise? Mehrfacher Einbruch.
Also Beweise, die man gar nicht erst vor Gericht verwenden kann: Großartig Jungs!
Ich werde die Folge definitiv nocheinmal hören für eine finale Wertung.
Es würde schon helfen, wenn man die Folgen mal kürzen würde. Ich kenn kein anderes Label, das ständig so lange Hörspiele produziert. Ich mein, schon klar, dann kriegt man mehr Kohle, aber sollte man vielleicht mal überdenken. 10 Minuten kürzer und ich bin mir sicher, die Dinger würden wieder knackiger werden. Selbst wenn die Stories dann immer noch dürftig sind.
Ich bin der Meinung, dass man auch bei der Musikauswahl merkt, dass in der Folge wenig Liebe für Details im Spiel war. Klassische Stücke fehlen allenthalben. Wenn zudem die wenigen spannenden Szenen oftmals nicht musikalisch untermalt werden, sagt das schon einiges. Wirklich gut inszeniert fand ich den finalen Showdown. Da dachte ich, außer Gelaber wäre produktionstechnisch doch etwas im Studio Körting zu holen. Da machte die TKKG-Folge weit mehr richtig, wenn man mal von der Vorhersehbarkeit absieht. Minninger kann je nach Tagesform und Motivation selbst die Musikauswahl verhauen oder wirklich ansprechend inszenieren. TKKG macht es vor. Warum man bei den drei ??? die wenigen Stücke auch noch oft nur so kurz anspielen muss, ist wohl der langen Laufzeit geschuldet. Vielleicht ändert sich das, wenn die drei ??? nicht mehr auf CD erscheinen...
Stand heute werden ich die Folge maximal noch ein einziges Mal hören.
__________________ Zuständig für Recherchen und Archiv!
Die allererste Szene ist spannend geworden, Justus ist irgendwo, man weiß nicht wo, und geht k.o.
Aber gleich in der nächsten Szene wird es bemüht und umständlich. Man hat jedenfalls einen Fall: Es gibt einen Einbruch aufzuklären. Und noch einen…. und noch einen… und…
Schließlich verüben die drei ??? selbst einen Einbruch und steigen ins Kulturzentrum im Haus der sieben Palmen ein. Sie finden dort, wie auf dem Silbertablett, sämtliche Hin- und Beweise und können sich in aller Ruhe vor Ort besprechen.
Endlich die Auflöseszene, leider sehr lang und umständlich. Feierliche Bergung des Manuskripts und „Hände hoch!“ rennt einer (der Gärtner – neulich bei TKKG war auch schon der Gärtner der Mörder Bösewicht) mit dem wertvollen Stück davon.
Nachklatsch einige Wochen später im Police Department. Ein Bericht über das „damals“, Spekulationen über das Motiv und: „Es wird immer ein paar Ganoven geben, die uns durch die Lappen gehen“.
Interessanter Hintergrund, aber ich hätte es besser gefunden, hätte man sich nur von der realen Geschichte inspirieren lassen, und dann einen Schriftsteller frei erfunden – dann hätte man die Geschichte rund abschließen können, mit dem sichergestellten Manuskript und dem verhafteten Banditen.
Ansonsten: Wie inzwischen leider gewohnt alles recht schwerfällig, langatmig, gestelzt-unnatürlich, irgendwas funktioniert da nicht mehr so recht.
Ich weiß nicht, ob Herr Sonnleitner oder das Europa Team den Fehler gemacht hat, aber: Thomas Mann ist mit seiner Ehefrau, Katia Mann, vor dem 2. Weltkrieg 1938 in die USA emigriert. Im Hörspiel wird gesagt, Thomas Mann wäre mit seiner Mutter ausgewandert.
Hat jemand das Buch gelesen und mir sagen, wie es da ist?
Die Folge habe ich heute Morgen dann auch endlich mal gehört und ich mochte Sie im Großen und Ganzen.
Ich schwanke so zwischen 6 und 7 Punkten.
Das Erzähltempo war für mich eher langsam, was ich aber nicht weiter schlimm fand.
Im Gegenteil, alles hat einen roten Faden und die Ermittlungen bei den Einbrüchen waren für mich auch sehr interessant.
Die letzte Viertel Stunde war dann echt übertrieben, man wird zugekleistert mit Erklärungen und so nen Spannungshöhepunkt gibt es garnicht.
Nee die machen sogar nen Zeitsprung und Cotta darf nochmal erklären