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026 - als Bademeister
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Mangobanane
Juniordetektiv
   
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Benjamin Blümchen 026 – als Bademeister
„Ich bin doch kein Elefant!“
„Ja, leider. Aber mach dir nichts draus. Menschen sind auch ganz nett. Du kannst ja nichts dafür!“
Diese Folge habe ich letztes Jahr im Zuge des Benjamin-Fights erstmals gehört, weil ich nach Möglichkeit nur Folgen ins Ranking aufnehmen wollte, die ich auch kenne. Ich konnte eigentlich gar nicht so wirklich in Punkten ausdrücken, wie sie mir gefallen hat, aber das war bei den anderen Benjamin-Folgen, die ich 2023 aus demselben Grund gehört habe, ähnlich, was wohl daran lag, dass ich zu diesem Zeitpunkt ziemlich raus war aus der Serie. Nachdem ich nun wieder ganz gut drin bin, kann ich wohl mehr dazu sagen.
Es ist ganz schön heiß in Neustadt. So heiß, dass sogar Benjamin schwitzt. Irgendwie kurios, dass Karl sich daran gewöhnt hat, dass Benjamin sprechen kann, sich aber darüber wundert, dass er schwitzt. Also ich finde das mit dem Sprechen doch deutlich sonderbarer
Benjamin und Otto machen das, was man bei dieser Hitze standardmäßig so macht: Ab ins Schwimmbad. Der Kassierer, der neu in der Stadt ist, sorgt gleich mal für einen ersten Schmunzler. Frau Kolumna ist natürlich auch wieder dabei – mittlerweile zum zehnten Mal in Folge. Dass Benjamin mal von seiner Einzigartigkeit genervt ist, finde ich richtig gut und er reagiert auch schön und sehr sympathisch. Absolut genial vom Erzähler: „Wenn ihr Benjamin im Strandbad treffen würdet, würdet ihr auch auf ihm reiten wollen.“ – Wenn ich im Strandbad einen sprechenden Elefanten treffen würde, dann hätte ich erstmal ganz andere Fragen
Bei Rudi Rumpel habe ich ja zuerst gedacht „Schon wieder Klaus Miedel?“ Nein, obwohl der Sprecher vereinzelt ein bisschen die Tonlage hat, ist das hier Jochen Schröder, auch gut. Er ist zwar freundlich, aber man merkt an der Sprechweise und an der abfälligen Bemerkung über Frau Krauses Strandbad sofort: Da stimmt was nicht. Benjamin nimmt einen Beruf an, den er schon mal hatte, aber dieses Mal nicht von sich aus. „Bademeister wollte ich doch immer schon mal werden“ – Na ja, war er doch eigentlich schon…
Hier finde ich es mal richtig gut, dass es nicht nach Benjamins Nase läuft. Es schadet ihm nicht, auch mal die Facetten eines Jobs kennenzulernen, die vielleicht nicht so toll sind. Es ist natürlich schade, dass man durch Rumpels vorheriges „Sie müssen einfach nur da sein“ einen Anhaltspunkt hat, ihn deswegen zur Schnecke zu machen. Was aber wirklich völlig übertrieben ist, ist dieses „Benjamin wird ausgebeutet“-Echauffieren. Da kriegt er endlich mal die Gelegenheit, einen gewöhnlichen Arbeitsbetrieb kennenzulernen und das ist ihm schon zu viel, bevor er überhaupt angefangen hat. Wer mehr als zwei Aufgaben für Benjamin hat, der ist direkt „richtig gemein“. Offenbar war der Bedarf des Zoos bezüglich neuer Käfige ja doch nicht so groß.
Als Frau Krause dann ins Spiel kommt, weiß man natürlich, wo die Reise hingeht. „Benjamin hält immer Wort“ – Na ja, diese Folge ist jetzt kein Paradebeispiel dafür, nech…
Benjamin als Attraktion zieht natürlich, der Plan geht prompt auf und Frau Krauses Strandbad füllt sich. Spannend, dass der Erzähler hier über Alternativbezeichnungen für Buletten redet – ich habe den Begriff nie verwendet und kannte ihn ausschließlich aus den alten Kiddinx-Hörspielen. Die Anspielung auf Axel Springer ist cool
Weil Benjamin immer noch keinen Bock auf Arbeit hat, verkauft er den Kindern das Streichen der Kabinen als spaßig und natürlich sind die fett begeistert 
Wenn man mal so drüber nachdenkt, könnte einem in den Sinn kommen, dass Donnelly das Machtverhältnis zwischen Mensch und Tier umkehren wollte – die Tiere dürfen faul sein, die Menschen müssen arbeiten und das auch in jungen Jahren…
Die Folge plätschert nach dem Beginn der Rettungsaktion für Frau Krause ziemlich vor sich hin. Es ist nett anzuhören, wie alle ihren Spaß haben, aber es packt mich nicht so richtig, weil die Dialoge auch nicht wirklich Kultcharakter haben.
Der Schluss gefällt mir außerdem gar nicht. Anstatt eine sinnvolle Lösung zu finden, wie beide Bäder koexistieren können, wird der Rumpel halt einfach komplett zerstört. Klar steht er sich mit einem Verhalten selbst im Weg, aber ein modernes Strandbad per se schlecht zu machen, weil man lieber an der gemütlichen Tradition hängt, ist jetzt auch nicht optimal. Warum können nicht in beiden Bädern Badegäste sein? Ich finde es einfach übertrieben. Der Erzähler sagt ja selbst, dass es genug Leute in der Stadt gibt, um beide Bäder zu füllen. Natürlich wollte Herr Rumpel Frau Krause gerne loswerden, aber so viel besser sind Benjamin und seine Freunde nun auch wieder nicht.
Mein Lieblingseis ist übrigens auch Gratis-Eis – leider gibt’s das irgendwie nirgendwo
Kurzfristig ist Frau Krauses Überleben also gesichert – langfristig vermutlich nicht, denn es wird ja wieder kälter werden und irgendwann hat Benjamin auch keinen Bock mehr. Spannend finde ich ja, dass man Frau Krauses indirekten Heiratsantrag auch im Streaming noch drin hat, hätte ich nicht gedacht. In dem Moment müssten bei Benjamin doch eigentlich Gedanken an Leila hochkommen, aber die gibt’s halt nicht mehr…
Danke für die Einladung ins Strandbad, wo ist das denn?
Also im Endeffekt ist die Folge eigentlich ganz nett. Sie ist auf jeden Fall extrem kurzweilig und hat eine stabile Atmosphäre. Aber es passiert nicht wirklich was, es gibt nicht besonders viel Dialogwitz und die Moralvorstellungen hier ziehen es für mich leider runter. Einmal finde ich dieses „Benjamin wird ausgenutzt“ total übertrieben und dass Rumpels Existenz am Ende zerstört wird, ohne dass man sich um eine vernünftige Lösung bemüht, mag ich gar nicht.
Es wären eigentlich solide 6 Punkte für eine nette, wenn auch sehr unkreative Folge, aber die negativen Dinge machen mir einiges kaputt, weshalb ich leider 2 Punkte abziehen muss. Schade. Aber auch so könnte ich mich den Lobeshymnen im Forum (Folge belegt derzeit Platz 5 von 157!) leider so gar nicht anschließen. Evtl. geht’s nachher noch einen Punkt nach oben, wenn die Stella-Ära kommt, aber das war’s dann auch. Ich glaube auch nicht, dass es wirklich viel geändert hätte, hätte ich die Folge schon als Kind gekannt. Folge 15 ist ja zB recht ähnlich und auch die war nie einer meiner Favoriten. Da ziehen die aktuellen Plätze 6-10 (8, 44, 12, 30, 21) im Forum allesamt weit dran vorbei.
4/10
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11.04.2024 15:06
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GenerationMartinshof
Stallmädchen
  
Dabei seit: 28.03.2020
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Hui, was für eine witzige Folge! Hat mich auf jeden Fall sehr zum Lachen gebracht, sowohl der irre Rudi Rumpel als auch Karla, die einen ganzen Tag braucht, um ihren Bikini anzuziehen und letztlich natürlich auch Benjamin und Otto mit ihrem Rebellionszug gegen den gemeinen Herrn Rumpel. Und ja, man kann hier ankreiden, dass Benjamin sich nicht so anstellen soll, nur weil er einen normalen Arbeitsalltag erlebt, aber dann würde ihm auch eine richtige Pause zustehen und wenn ich das jetzt richtig rausgehört habe, kriegt er nur wenige Minuten, um mal kurz ein Eis zu schlecken. Das geht also hier sowieso alles nicht mit rechten Dingen zu, von daher finde ich es nicht dramatisch, dass Benjamin den Job einfach fallenlässt.
Die Figuren harmonieren mMn in der Folge hier super und auch Karla, die mir ehrlicherweise manchmal etwas künstlich platziert vorkommt, fügt sich hier super in die Story ein.
Alles in allem sorgt die Folge für gute sommerliche Stimmung und macht Lust auf Sommer. Von mir gibt es eine 9.
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15.04.2024 17:25
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Basti
Administrator
   
Dabei seit: 29.07.2010
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1. Experte: Benjamin Blümchen
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Eine richtige Sommerfolge, die ich vor allem als Kind auch immer sehr gerne in den heißen Sommerferien gehört habe.
Meine Großeltern haben einen Pool im Garten, da war ich früher extrem oft und es war schon ziemlich cool dort zu planschen, zwischen durch im Garten in der Sonne zu liegen und Hörspiele im Walkman zu hören.
Und genau dieses Gefühl vermittelt diese Folge für mich. Sie gibt mir absolut Sommer-Vibes, sie ist lustig, unterhaltsam und Frau Krause ist auch einfach ein sehr liebenswerter Charakter. Was will man mehr?
Definitiv 9 Punkte wert!
| Zitat von Mangobanane: | | Frau Kolumna ist natürlich auch wieder dabei – mittlerweile zum zehnten Mal in Folge. |
Ab jetzt wird es eher bemerktenswert, wenn sie mal nicht dabei ist. Da wird es ab jettz nämlich nur noch 10 Folgen geben.
| Zitat von Mangobanane: | | Benjamin nimmt einen Beruf an, den er schon mal hatte, aber dieses Mal nicht von sich aus. „Bademeister wollte ich doch immer schon mal werden“ – Na ja, war er doch eigentlich schon… |
Naja, genaugenommen war er Strandwächter damals. Das ist schon noch was anderes.
| Zitat von Mangobanane: | | Hier finde ich es mal richtig gut, dass es nicht nach Benjamins Nase läuft. Es schadet ihm nicht, auch mal die Facetten eines Jobs kennenzulernen, die vielleicht nicht so toll sind. Es ist natürlich schade, dass man durch Rumpels vorheriges „Sie müssen einfach nur da sein“ einen Anhaltspunkt hat, ihn deswegen zur Schnecke zu machen. Was aber wirklich völlig übertrieben ist, ist dieses „Benjamin wird ausgebeutet“-Echauffieren. Da kriegt er endlich mal die Gelegenheit, einen gewöhnlichen Arbeitsbetrieb kennenzulernen und das ist ihm schon zu viel, bevor er überhaupt angefangen hat. |
Benjamin wird ausgebeudet, wenn man ihm an einem Arbeitstag nur 5-Minuten Eispause gewährt?
Das gehört für dich zu den Facetten eines Jobs und das findest du gut?
| Zitat von Mangobanane: | | Als Frau Krause dann ins Spiel kommt, weiß man natürlich, wo die Reise hingeht. „Benjamin hält immer Wort“ – Na ja, diese Folge ist jetzt kein Paradebeispiel dafür, nech… |
Wieso? Welches Versprechen hat er denn nicht eingehalten?
| Zitat von Mangobanane: | | aber ein modernes Strandbad per se schlecht zu machen, weil man lieber an der gemütlichen Tradition hängt, ist jetzt auch nicht optimal. |
Aber beim Bibi-Supermarkt ist das dann wieder völlig in Ordnung und 10 Punkte wert?
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27.04.2024 13:04
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Ttoragde
Karo Töröö
   
Dabei seit: 04.02.2013
Beiträge: 512
Spiel-Beiträge: 63
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Passend zur Sommer- und Ferienzeit handelt es sich um eine wenig dramatische Folge zum Immer-wieder-hören, noch von Elfie Donnelly höchstpersönlich geschrieben. Es ist eine schöne Geschichte über Zusammenhalt, Freundschaft, Wertevermittlung und eventuellen Konsequenzen, die sich aus reiner Raffgier ergeben. Allerdings darf natürlich heute, rund 40 Jahre nach Erscheinen dieses Hörspiels, die Hand aufs Herz gelegt werden: Würden sich Erwachsene und Kinder der heutigen Zeit tatsächlich dafür begeistern lassen, in einen alten Baggersee zu springen, hausgemachte Buletten zu essen und sich in selbst gebauten und bemalten Kabinen umzuziehen, während ein paar Meter weiter ein hochmodernes beheiztes Schwimmbad mit Wellenbecken, Wasserrutschen, Schwimmkursen, Masseuren und Schnellimbiss auf sie wartet?
Neben dem grandiosen Edgar Ott als Benjamin Blümchen, meinem Lieblings-Otto Frank Schaff sowie Gisela Pukaß-Fritsch als Karla Kolumna (hier stimmlich in ihrer Hochphase) und Till Hagen als Wärter Karl wurden für diese Folge zwei ganz besondere Stimmen ins Studio eingeladen: Tilly Lauenstein, die man vor allem als Hexe Mania aus den "Bibi Blocksberg"-Hörspielen kennt, leiht hier der warmherzigen Standbadbesitzerin Frau Krause ihre Stimme. Ihr symbolischer Heiratsantrag an Benjamin am Ende der Geschichte ist ein kleines süßes Highlight der Folge. Ihr Gegenpart Rudi Rumpel wird von Jochen Schröder gesprochen, der im Benjamin-Universum diverse Male eher unsympathische Rollen ausfüllen durfte. Auf seine sehr durchdringende raue Stimme ist die Rolle des Rudi Rumpel perfekt zugeschnitten.
Zunächst war auch mein Gedanke, es hätte sich bestimmt auch der großartige Klaus Miedel für diese Rolle begeistern können, allerdings spricht dieser (z.B. mit Herrn Schmeichler) doch eher schmierige und hinterlistige Geschäftsmänner, während Rudi Rumpel um sein wirtschaftliches bis skrupelloses Denken und seine außerordentliche Fokussierung auf Geld gar keinen Hehl macht. Um hier kurz den Einwand von Mangobanane aufzugreifen: Ich verstehe an sich den Kritikpunkt, aber Rudi Rumpel verarscht Benjamin doch nach Strich und Faden. Letzterer mag faul und arbeitsunwillig in dieser Hitze sein 
aber er vergewissert sich vorher noch extra: "Muss ich da viel arbeiten?" und Rumpel bestätigt ihm, er müsse "nur einfach da sein". Er will ja Benjamin zum Vorzeigen; als Attraktion gewinnen. Weiterhin verspricht er ihm "waschkörbeweise Eis", und die soll Benjamin dann in seiner 5-Minuten-Eis-Pause mal kurz hinterkippen... nee, also ich verstehe da schon, dass Benjamin + Anhang sich da verkaspert fühlen.
Ganz besonders positiv hervorzuheben ist in dieser Folge die Geräuschkulisse. Hier wird während der gesamten Geschichte eine enorm schöne, sommerliche Atmosphäre geschaffen - angefangen im Neustädter Zoo, dann im modernen Schwimmbad von Herrn Rumpel, später in der kleinen Eisdiele (in der man witzigerweise gar keine Eisverkäufer hört) und natürlich in Frau Krauses altem traditionellen Strandbad am See. Man fühlt sich als Hörer absolut in das Geschehen integriert. Man kann die Hitze, die Benjamin am Anfang sehr zu schaffen macht, förmlich spüren und man hört quasi durchgängig "die Sonne scheinen" - einfach wunderbar gemacht. Achja, das Buletten-Ding: Für mich als gebürtiger Staakener bzw. Rand-Berliner gab es nie einen anderen Begriff dafür. 
Als Kind waren die selbstgemachten Buletten meiner Mutter ein Fest für den Gaumen.
Schönes sommerliches Hörspiel, da gebe ich gerne 7 Punkte.
Benjamin: " Ooooh Vanille! Heidelbeer! Meine Lieblingseise!"
Otto: " Lieblingseis heißt das, Eis hat keine Mehrzahl."
Benjamin: " Bei den Mengen, die ich esse, schon."
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08.05.2024 14:30
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Rückkehrer
Grauer Töröö

Dabei seit: 10.04.2025
Beiträge: 83
Spiel-Beiträge: 0
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Da es mein erster Post ist, erstmal hallo in die Runde.
Also für mich war/ist diese Folge eine typische David/Goliath-Geschichte, wie sie ja z.B schon bei "Rettet den Kindergarten" ausprobiert wurde. Nur dass der Goliath in dieser Geschichte ein Gesicht hat, nämlich Herr Rumpel als kalter Gegenspieler zu der netten, freundlichen Frau Krause.
Als Kind habe ich diese Folge nicht gehört (den Kindergarten allerdings schon), als Erwachsener muss ich sagen, dass es mich anders als früherer Folgen nicht mehr so abgeholt bzw. überzeugt hat- und das liegt in erster Linie an der Figurenkonstellation.
Irgendwie ist mir das alles eine Nummer zu Schwarz-Weiß und moralisch aufgeteilt - von Anfang an ist klar, dass Rumpel und sein Unternehmen der Böse ist, und Frau Krause das gute symbolisiert.
Das war/ist auch in anderen Folgen (auch von Donelly) spürbar, aber selten fand ich es so platt und zweckhaft wie hier. Ich habe mich hinterher auch gefragt, ob Folgen wie diese tatsächlich pädagogisch so sinnvoll sind. Eine ganze Generation hat durch Benjamin Blümchen gelernt, dass wer schwach und machtlos ist, automatisch Recht hat- dass Frau Krause einfach ihren Laden hat schleifen lassen, keine Wartungsarbeiten vornahm und nichtmal einen Imbiss am Laufen hielt, und ihr deshalb die Kunden davonlaufen, kommt bei der Folge natürlich nicht auf den Radar. Herr Rumpel aber, der ein Badeunternehmen mit Abwechslung und Programm gegründet und am Laufen gehalten hat, ist natürlich der Böse, denn er hat ja Erfolg und Geld, ergo, ist hartherzig.
Ich finde das im großen und ganzen keine gute Message- bei anderen Folgen haben (wie hier auch schon erwähnt) die "Schurken" immer etwas aus der Sache gelernt und das Ziel war Kooperation. Hier wird Herr Rumpel einfach vom Platz gejagt. Zwischen den Zeilen lässt sich herauslesen, dass wer miesen Service anbietet, einfach nicht anders kann, und wer guten Service anbietet und dadurch zu Erfolg kommt, automatisch ein kaltherziges Schwein ist.
Das waren meine 2 Cents als Erwachsener zu der Folge. Ich sage noch einmal Hallo in die Runde und freue mich auf viele weitere Diskussionen. Einige Beiträge hier habe ich jedenfalls schon mit Genuss gelesen und gebe auch bald mal meinen Senf dazu.,
Edit: Ausdrücklich möchte ich hier aber auch die schon erwähnte Hochsommeratmosphäre loben. Die ist wirklich großartig einfangen- ich weiß nicht, wie sie es geschafft haben, aber "der Sonne beim Scheinen zuzuhören" trifft die Sache auf den Punkt.
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11.04.2025 04:26
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11.04.2025 04:27
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Ttoragde
Karo Töröö
   
Dabei seit: 04.02.2013
Beiträge: 512
Spiel-Beiträge: 63
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@Rückkehrer
Erstmal: Du hast einen sehr guten Schreibstil. 
Erstelle doch gerne mal einen Vorstellungsthread und erzähle ein bisschen was von Dir. Oder warst Du eventuell hier schon mal registriert und daher der Name?
Zur Folge: Ich kann Deine Kritikpunkte sehr gut nachvollziehen und ich glaube fast, in dieser Geschichte befindet sich einfach extrem viel Interpretationsspielraum. Zunächst würde ich nicht sagen, dass Rudi Rumpel als das Böse dargestellt wird, weil er Erfolg und Geld hat, sondern weil er ein eiskalter Ausbeuterer ist. Elfie Donnelly hatte stets recht offen den Kapitalismus kritisiert, weil ihrer Ansicht nach Vermögensaufbau ohne Ausbeuterei und Betrügerei (sprich: ohne das Leid anderer) nicht möglich ist. Früher fand ich diese Einstellung merkwürdig, heute kann ich sie nach und nach schon ein wenig besser nachvollziehen, da das Machtgefälle in Deutschland und auf der Welt erst durch Geld so richtig möglich wurde und sich immer stärker ausprägt. Aber das ist ein anderes Thema.
Jedenfalls hätte Rudi Rumpel durchaus sehr gut parallel neben dem Seebad von Frau Krause existieren können. Es wird aber im Hörspiel sehr stark zum Ausdruck gebracht, welch schmierige Instrumentalisierungswerkzeuge er benutzt, um an seine Ziele und sein Geld zu kommen. Er belügt Benjamin zu seiner Arbeit schamlos und man darf davon ausgehen, dass Rumpel sich seinen restlichen Angestellten gegenüber genauso verhält. Dass Frau Krause ihm egal ist, mag unsympathisch sein, aber er ist halt Geschäftsmann durch und durch; zum "Bösen" wird er nur dadurch, dass er andere für sich ausnutzt und sich nicht an geltendes Recht hält.
Benjamin und seine Freunde waren ja ebenso sehr begeistert von dem Strandbad und hatten von Frau Krause zunächst überhaupt keine Notiz genommen. Erst als Benjamin nach der enttäuschenden "Zusammenarbeit" mit Rumpel mit seinen Freunden Eis essen geht, lernen sie Frau Krause kennen und freunden sich mit ihr an. Und genau hier liegt mMn die Moral der Geschichte: Freundschaft ist wichtiger und vor allem stärker als Geld. Frau Krause hat keinen müden Pfennig, aber den braucht sie auch nicht: Ihr Bad wird allein mit Hilfe ihrer Freunde wieder hergerichtet und da sie selbst so ein gutes Wesen hat, kommen die Besucher auch gerne zu ihr. Ohne ihren guten Charakter hätte sie keinen neuen Freunde gewonnen, die ihr aus dieser Situation geholfen haben. Mein Cousin (Psychotherapeut) würde sagen: Der Tisch bei Frau Krause wird immer voller; der von Rudi Rumpel immer leerer.
Natürlich ist diese Aussage komplett an der Realität vorbei. Du kannst in dieser Welt noch so einen guten Charakter haben und noch so viele gute Freunde haben: Ohne Geld hast Du gegen die Mächtigen keine Chance. Aber will man das wirklich in einem Kinderhörspiel so darstellen? Natürlich möchte man den Kindern doch eher Mut machen und ihnen auf den Weg mitgeben: Hab ein gutes Herz, dann wirst Du stets Menschen um Dich herum haben, die Dich gerne haben und die Dir in schweren Zeiten beistehen.
Und genau das ist es, was ich an der Folge so schätze.
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11.04.2025 09:20
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Rückkehrer
Grauer Töröö

Dabei seit: 10.04.2025
Beiträge: 83
Spiel-Beiträge: 0
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Ersteinmal danke für die Blumen bzgl. meines Stils. Gerne schreibe ich später noch was im Vorstellthread
Bezüglich deiner Einwände - es ist vielleicht genau diese Darstellung eines erfolgreichen Unternehmens als Ausbeuter, die mir bei dieser Folge nicht schmeckt.
Ich will keine Grundsatzdiskussion lostreten, ebensowenig wie über bestehende Mißstände hinweggehen, aber in anderen Folgen fand ich den Einsatz der Neustädter für den Tante Emma-Laden, Park oder die örtliche Bibliothek einfach glaubwürdiger und herzlicher, ganz einfach weil diese nicht durch irgendwelche Gut-Böse-Figuren personifiziert wurden.
Ja, Herr Rumpel beutet aus, das ist zu verurteilen und natürlich ist die vermittelte Message von Unterstützung und Freundschaft wichtig. Mir hätte es nur besser gefallen, wenn Frau Krause am Ende ebenfalls eine Lektion von Herrn Rumpel gelernt hätte, nämlich, dass man mit einem miesen Geschäft keine Kunden gewinnt, und man auch zu Reichtum kommen kann, indem man etwas anbietet, was die Leute haben wollen.
Auf diese Art und Weise bleibt Frau Krause von Anfang bis Ende in der moralisch überlegenen Position, obwohl sie, wie bereits gesagt, sich einfach nicht um ihre Kunden oder auch nur den Zustand ihres Ladens gekümmert hat.
Und was den Teil mit der Ausbeutung angeht- dieselbe Frau hat keine Skrupel, unbescholtene Bürger und sogar Kinder für die Renovierung ihres maroden Ladens heranzukarren. Sprich, unbezahlte, freiwillige Hilfskräfte, die auch etwas besseres mit ihrer Freizeit tun könnten.
Ich weiß, ich weiß: Freundschaft und so, aber letztendlich müssen hier die Neustädter das aufkehren, was eine gleichgültige Kleinunternehmerin verbockt hat (oder worauf sie kein Bock hatte).
Ich will die Sache nicht zu Tode interpretieren, als Folge war sie genauso schön geschrieben, wie alle anderen aus der Donelly-Ära, aber anders als andere Folgen hat mir diese Schwarz-Weiß-Zeichnung und die unterschwellige Botschaft von "Der Schwache hat immer Recht und ist nie selbst schuld." einfach nicht gefallen.
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11.04.2025 15:08
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11.04.2025 15:09
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