Eine Folge, bei der ich nicht so richtig weiß, wie ich sie bewerten soll. Sie kommt auf jeden Fall ein paar Jahre zu spät. Würde Beurmann noch leben, hätte ich vermutlich mehr Spaß dran gehabt. Die Neuvertonung der schwarzen Katze hat mich bereits zu Beginn so dermaßen genervt, dass ich sie nie zu Ende gehört habe. Ich mag allerdings den Klassiker schon nicht besonders. Die singende Schlange gehört in der Classic-Fassung zu meinen Lieblingen und daher hab ich's einfach mal laufen lassen, während ich primär am Laptop war.
Vielleicht war das auch der Grund, warum ich ganz schwer reinkam. Wenn man insbesondere den Anfang vom Klassiker noch gut im Kopf hat, dann ist das, was man hier in den ersten Minuten hört, einfach schwach, in die Länge gezogen und holprig gespielt. Mit der Zeit pendelt sich das aber irgendwie einigermaßen ein und ich wollte das Ding dann nachher auch zu Ende hören. Hinten raus kam mir die Story dann plötzlich mehr wie eine TKKG-Folge vor, das Gefühl hatte ich bei der Francis-Version nie.
Ich denke, man darf hier nicht zu verkrampft mit dem Klassiker vergleichen. Sämtliche Zitate, die ich aus der alten Folge noch im Kopf hatte, werden hier schwächer dargeboten. Was mir allerdings nicht mehr so präsent oder neu war, fand ich aber grundsolide (ich bin ja leidgeprüft durch die letzten neuen Folgen und die hier ist ja immerhin schon ein paar Jahre alt).
Ob es die Neuauflage jetzt gebraucht hätte, sei mal dahingestellt. Irgendwie bin ich das Gefühl nicht losgeworden, dass man die Schlange nur ausgewählt hat, weil Katrin Fröhlich gerade verfügbar war. Es gäbe sicherlich Klassiker, bei denen deutlich mehr Story aus der Buchvorlage rausgekürzt wurde. Doppelgänger zB. Nach den ersten Minuten, wo für mich alles sehr aneinandergeklebt wirkte, entwickelte sich eine stabile Dynamik und die Überlänge fiel nicht sonderlich ins Gewicht. Das ist vermutlich auch das größtmögliche Lob, dass man einem Minninger heute noch machen kann. Dass die Sprecherriege gegen die damalige nicht ankommt, darüber brauchen wir nicht zu reden.
Natürlich wirkt der Fall und vor allem das Vorgehen der Detektive aus heutiger Sicht ein wenig angestaubt. Ohne Kontext werden Hörer, die nicht so genau wissen, was das hier jetzt eigentlich ist, ab und zu ein wenig die Stirn runzeln. DDF sind hier halt wieder eher 12, 13 Jahre alt, verhalten sich auch mehr wie Laiendetektive und arbeiten noch nicht so professionell.
Größter Minuspunkt der Produktion ist für mich, dass der ikonischste Moment der Erstauflage komplett neu arrangiert wurde - die singende Schlange selbst. Und jetzt hört man sie kaum noch. Sorry, aber Minninger kann mir nicht erzählen, dass er seine Variante besser findet. Das sind Welten. Justus' Alleingang bei Asmodi kommt dagegen sehr gut rüber.
Am Ende ist es ein für die heutige Zeit solides Machwerk, bei dem jeder selbst entscheiden muss, wie viel Mehrwert die ein oder andere neue Szene hat. Ich mag längst nicht alle Klassiker, glaube aber nicht, dass Minninger in der Lage wäre, auch nur eine einzige der ersten 39 Folgen signifikant zu verbessern. Da spielen natürlich auch viele Faktoren mit rein, die er heute kaum bis gar nicht mehr beeinflussen kann oder bewusst ausblendet: Die Musik, die jüngeren Stimmen, die fantastischen Gastsprecher, die Gezwungenheit, alles auf 45 Minuten unterzubringen, die Regieleistung und allgemein dieses Kassettenkinder-Feeling. Um den Fans mal einen Einblick zu geben, dass die Bücher facettenreicher sind als das, was Francis draus gemacht hat, finde ich das Format okay. Professioneller vertont als bei der "Neuvertonung" ist es ja allemal. Ich hätte halt nur eher eine andere Folge genommen.
Irgendwas in Richtung 7 Punkte würde ich wahrscheinlich geben.
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