Benjamin Blümchen 046 – hilft den Tieren
„Der erste Preis bestand aus einer Tonne Taubenfutter, die Frau Huhn in ihre winzige 1-Zimmer-Wohnung gekippt wurde.“
Auch das ist wieder so eine Folge, wo ich mich nicht entsinnen kann, sie schon mal gehört zu haben. Bei Tierfolgen bin ich eigentlich nicht so positiv gestimmt, aber immerhin ist die hier von Donnelly, also mal gucken.
Wenn Benjamin ins Wasser geht, dann traut sich niemand mehr hinein – das sollte ihm zu denken geben

Fast macht er den Eisverkäufer arbeitslos (wegen sechs, sieben Kugeln? Okay…), aber es scheitert am nicht vorhandenen Geld. Na, die guten Nachrichten bzgl. der Zookasse aus der 45 haben ja lange Bestand gehabt!
Und dann geht es auch schon um Wasti. Ist das eigentlich so was wie ein Must-have, dass bei solchen Geschichten immer erst mal eine Verwechslung eingebaut werden muss? Ich muss da immer an DDF 116 denken, wo Julias Bruder Ted von den drei ??? für einen Teddybären gehalten wird. Solche Szenen sind ja nicht so mein Fall, für die Charaktere sind sie eher peinlich und allgemein zögern sie nur unnötig etwas heraus.
Auch das anschließende Tamtam von Frau Fabian um das Aufsteigen auf Benjamins Rücken nervt etwas, auch wenn es sicherlich verständlich und realistisch ist, aber nach 45 Folgen, in denen es in der Regel deutlich schneller ging, stört das halt trotzdem eher. Otto als Steigbügel ist aber ganz amüsant
Dass Otto sagt, Benjamin sei der einzige Elefant von Neustadt, lässt mich überlegen, ob der Zoo eigentlich noch andere, „normale“ Elefanten hat. Mir war so, als hätte man mal so was angedeutet, aber ich glaube, man hat tatsächlich nie andere Zoo-Elefanten namentlich erwähnt.
Karlas Bericht ist ja mal wieder der Hammer: Frau Huhn wird einfach eine Tonne Taubenfutter in ihre winzige 1-Zimmer-Wohnung gekippt
Karlas Fragen zu Wasti bringen ja wirklich bahnbrechende Erkenntnisse
„Hund entlaufen, Datum: Am See, wo Herr Blümchen gebadet hat“
Dass Karla erstmal erklären muss, was ein Tierheim ist, ist vielleicht ein bisschen too much, das kann Benjamin ja ruhig auch mal selber wissen. Aber die Erzählung über ihre Jugendsünden ist sehr interessant, die war ja mal ein richtiges Biest
Am Tierheim bietet es sich natürlich an, die Gelegenheit zu nutzen und Benjamin als vermeintlich gefundenes Tier darzustellen, was schon gut gemacht wurde. Schön, auch mal eine Figur zu treffen, die nicht von Grund auf unsympathisch ist, aber Karla nicht mag, auch wenn Heuler natürlich ein wenig überzeichnet ist.
Im Tierheim wird dann das beleuchtet, worauf ich gehofft hatte: Dass manche Hundebesitzer ihre Tiere einfach aussetzen, wenn sie sie nicht mehr haben wollen. Das ist auch einfach eine riesige Frechheit, schlimm, dass sich das bis heute nicht geändert hat.
Nicht so gut finde ich Benjamins lapidares „Hier sind so viele Tiere, die auch ein gutes Zuhause haben wollen“. Im Prinzip ist diese Denkweise nicht viel besser als einen Hund einfach auszusetzen, wenn man in den Urlaub will.
Nachdem Karla über Tauben geschrieben hat, geht es nun um Schafe und Wolle, natürlich mit viel Wortwitz. Matthias Falk von Was ist Was lässt grüßen, König der flachen Wortwitze.
Benjamins Idee gefällt mir auch erstmal nicht. Dieses „Ich geh zum Tag der offenen Tür und nehme nebenbei noch schnell ein niedliches Tierchen mit“ ist genau das, was man vermeiden sollte. Zumal Benjamin die Idee erst im Nachgang mit Dr. Heuler abspricht und wieder mal extrem kurzfristig plant.
Schön, dass Benjamin will, dass kein Tier mehr traurig ist, aber ob ein paar nette Worte da helfen? Letztendlich kann ER sich ja frei bewegen, während die anderen Tiere in ihren Gehegen bleiben müssen.
Die Szene im Tierheim finde ich dann ganz schlimm. Mit welchen Argumenten Benjamin versucht, auf Teufel komm raus Mitleid zu erzeugen bei den ganzen Leuten… schlimmer als Astro TV, die bescheißen wenigstens nur die Menschen, aber benutzen für ihr Geschäft keine Tiere. Und dann wieder dieses „Vielleicht finden Sie heute einen neuen Hund“ an Frau Fabian… Benjamin sollte sich selber mal ein Haustier zulegen, dann würde er auch merken, dass Hund nicht gleich Hund ist.
Wenigstens sagt Benjamin am Ende der Szene dann noch, worauf ich gehofft habe. Reichlich spät zwar, aber immerhin. Dass die Leute danach wirklich was kapiert haben, wage ich anzuzweifeln, so groß, wie der Ansturm ist. Und mit diesem „Die Tiere einfach random irgendwem geben“ stehe ich auch etwas auf Kriegsfuß. So was sollte keine spontane Entscheidung sein – aber das Tierheim leert sich sofort und hunderte Tiere gehen an einem Tag weg. Hier gefällt mir der Neustadt-Realismus überhaupt nicht.
Frau Fabian war schon drauf und dann, Wasti zu ersetzen, aber natürlich nimmt sie Wasti gerne wieder und benimmt sich gegenüber seinem neuen Mitbewohner absolut mustergültig. Na ja.
Dass das Tierheim am Ende ausgebaut wird, ist natürlich vorhersehbar.
Insgesamt fängt die Folge eigentlich ganz nett an, aber Benjamins Aktion gefällt mir dieses Mal nicht. Wenn es um Tiere geht, bin ich einfach etwas sensibler und hier waren schon sehr grenzwertige Sachen dabei. Über weite Strecken unterhält die Folge zwar gut, am Ende muss ich aber ein bisschen was abziehen, die Problemlösung ist nicht gelungen präsentiert worden. So leider nur Mittelfeld. Besser als der historische Zweiteiler, aber nicht das, was es hätte sein können. Das wird Bibi wohl packen.
5/10