Benjamin Blümchen 097 – Die Gespensterkinder
„Wenn Eure Majestät mich fragen, wir sollten sie finden, fangen … und von der Burg verbannen, aber das sage ich ja schon seit Langem.“
Diese Folge kenne ich noch nicht und nachdem die erste Gespensterfolge schon kein Brüller war, bin ich auf die zweite jetzt auch nicht so scharf.
Der Einstieg mit der Schlossführung ist eigentlich ganz nett, zumal man auch andere Teilnehmer hört. Frage mich nur, warum Benjamin und Otto daran teilnehmen, sie kennen die Burg ja eigentlich schon.
Die Logik des Erzählers ist mir bereits nach den ersten paar Minuten zu hoch: Weil Kasimir nennt ist, hat er keine kriminellen Vorfahren? Hä?
Genauso komisch geht es weiter: Die Zeitmaschine hat keine Bedienungsanleitung, aber Benjamin braucht nur die Zeit einzustellen und einen Knopf zu drücken. Und das hat vor ihm noch niemand geschafft? Und warum ist Otto mit, obwohl er gar nicht in der Zeitmaschine saß?
Die nächsten Minuten sprechen mich mal so gar nicht an. Das gleichzeitige Sprechen, das irgendwie ab Folge 91 leider sehr präsent ist, nimmt hier wirklich überhand, die Stimmen der Gespensterkinder sind ekelhaft hochgepitcht und das macht das Zuhören anstrengend. Benjamin sagt, dass etwas passieren muss und sofort öffnet sich eine Geheimtür. Ist klar. Ist Prinzessin Lea eine Anspielung auf Star Wars?
Auch das Gespräch zwischen dem König und dem Erfindungsminister ist ziemlich uninteressant. Er hat Löschwasser erfunden, das bedeutet wohl, irgendwann in der Folge wird es brennen (Gerne! Ein bisschen Feuer könnte der Story nicht schaden!). Und er redet gerne um den heißen Brei herum. Und er ist dem Erzähler suspekt. Meinetwegen. Der wird dann wohl der Dieb sein. Meint Prinzessin Lea ja auch. Dann muss es ja stimmen.
Tut’s ja auch, weil er sich unsichtbar machen kann. Otto probiert es auch mal aus und verstümmelt für ein paar Sekunden seine Hand.
Schöner Einwurf vom Erzähler: „Wie sage ich immer? Vorsicht mit Flüssigkeiten, von denen man nicht weiß, was es ist.“ - Junge, du hast das noch nie gesagt. Fakt! Und grammatikalisch finde ich den Satz auch schwierig.
Der Erfindungsminister führt gerne Selbstgespräche, damit auch die 2-jährigen Hörer checken, was hier abgeht. Sehr gut, Hörerführung ist ja immer wichtig.
Was ist das eigentlich für ne Riesendusche, in der der Erfindungsminister Benjamin und Otto nicht sieht, weil sie „hinten“ rausgehen? Na was ein Glück, dass er immer ausplaudert, was er als Nächstes plant…
Der Erfindungsminister kann immerhin exzellent reimen (das fand ich dann tatsächlich noch ganz witzig, weil es nicht so platt rüberkam) und Lea geht eine Runde heulen.
Die Suche nach dem richtigen Nest langweilt auch nur noch und erinnert an Bibi 75. Ob noch irgendwas Gehaltvolles in der Story passiert?
Na ja, kommt drauf an, ob man gleichzeitiges Sprechen und Prinzessinnen-Küsse, die von anstrengenden Geistern mit „Schmatz-schmatz“ kommentiert werden, als „gehaltvoll“ empfindet.
Woher weiß Benjamin denn von dem Löschwasser? Er war doch gar nicht dabei, als darüber gesprochen wurde. Auch, dass der Erfindungsminister nicht gewarnt wurde durch das laute „Feuer!“-Gebrüll, halte ich für höchst fragwürdig. An sich finde ich den Clou gut, dass dem Minister seine eigene Erfindung zum Verhängnis wird und man bzgl. der Löschanlage erst auf eine falsche Spur geführt wird, aber der Trick hätte eigentlich gar nicht funktionieren können.
Benjamin hat alles nur geträumt? Na ja, das relativiert zumindest die Kritik bzgl. der Zeitmaschine, wirft allerdings neue Fragen auf. Ein Vogelnest, das 700 Jahre überlebt und niemand guckt rein… ist klar.
„Für deine Verwandten brauchst du dich nicht zu schämen“, findet Benjamin. Äh, ja… Und selbst wenn sie schuldig gewesen wären, was kann denn Kasimir dafür? Soll ich mich jetzt für einen Vorfahren aus unserer Sippe schämen, der im Jahr 1773 Mist gebaut hat?
Puh, ganz schwere Kost, diese Folge. Mir fällt nichts Positives ein. Die Geschichte trieft vor Plotholes, ist unglaublich einfach gehalten, die Geisterstimmen nerven total, weswegen die Gespenster auch null sympathisch sind, es mangelt an Witz, Spannung und Kreativität, die Botschaft der Folge finde ich auch recht fragwürdig und allgemein gab es nur bei der Führung zu Beginn eine stabile Atmosphäre, ansonsten habe ich mich null wohlgefühlt und mich an zu vielen Stellen fremdgeschämt. Mir fehlt hier einfach eine Grundlage, mehr als einen Punkt zu geben, mir hat quasi nichts wirklich gut gefallen und die nervige Umsetzung tut ihr Übriges. Vom Himmel direkt in die Hölle.
1/10
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