Die drei Fragezeichen - Der namenlose Gegner (149)
Den namenlosen Gegner kenne ich natürlich und ehrlich gesagt habe ich die Folge viel besser im Kopf als sieben Punkte. An langweilige Stellen kann ich mich auch nicht erinnern. Aber zu den Fakten: Der Titel ist verheißungsvoll, das Cover schön düster und der Klappentext vielversprechend, auch wenn ich schon weiß, welche alte Feind Bob ausnutzt.
Empfangen werden wir von der wunderbaren Luise Lunow, die Bob nach anfänglicher Skepsis in ihre Wohnung lässt und ins Wohnzimmer führt, wo Justus und Peter bereits warten. Da Bob zu spät gekommen ist, sind Justus und Peter ein bisschen angepisst, denn sie mussten die ganze Zeit Rosinenbrötchen essen - und Peter hasst Rosinenbrötchen.
Zum Glück bekommt er noch welche mit, als die Dame die drei Detektive kurzerhand von dem Fall abzieht und nach Hause schickt. Peter ist erleichtert, den Fall los zu sein, aber Justus will weiterermitteln. Bestimmt haben
ihm die Rosinenbrötchen geschmeckt. Dass Inspektor Cotta nahe Seven Pines wohnt finde ich übrigens cool, das ist ein nettes Detail und bringt ihn in die Geschichte.
Justus und Peter wollen in der Nacht nach Seven Pines, aber Bob muss mit seinen Eltern ein paar Tage wegfahren. Dass er erst in knapp einer Woche zurückkehren wird und sein Handy kaputt ist, ist natürlich verhängnisvoll, bei dem, was Bob bevorsteht. Denn so machen sich Justus und Peter natürlich erstmal keine Sorgen.
Der Streit zwischen Bob und seinen Eltern ist mir sehr, sehr gut im Gedächtnis geblieben, besonders weil seine Mutter ihn auch noch bei seinem vollen Namen nennt. Bis dahin wusste ich glaube ich gar nicht, dass er Robert heißt, jedenfalls war es mir nicht bewusst, als ich die Szene zum ersten Mal gehört habe.
Als Peter jemanden verfolgt und trotz des Ausrufs, „Den […] schnapp ich mir!“ kriegt, bin ich beim ersten Hören fast vom Stuhl gefallen, aber natürlich wehrt die Dame sich und schmeißt Peter in den Pool. Eine sehr spannende Szene, wie ich finde. Wie Bob bei den Bauwagenleuten aufwacht und von Skinny als Stan erkannt wird, mag ich auch sehr.
Als Hörender fragt man sich die ganze Zeit über, ob und wann Bobs Erinnerung wieder einsetzt, wodurch die Situation sehr spannend wird. Besonders als Skinny die drei Fragezeichen als fiese Typen aus Rocky Beach bezeichnet und die drei für Bobs Unfall verantwortlich macht. Auffällig finde ich, dass er sich nicht wirklich über Bob äußert, und ich frage mich seit dem ersten Hören, warum. Weiß er wirklich wenig über Bob, mag er ihn von den dreien am liebsten oder will er nicht riskieren, dass Bob sich an sich selbst erinnert?
Das mit den beiden Entführungen ist interessant und ich finde zunächst auch nicht vorhersehbar, worum es wirklich geht, obwohl ich mich noch sehr gut an die Auflösung des Falls erinnere. Als dann aber Beatrix ständig erwähnt wird und Justus sie als die Frau, die Peter gebissen hat, erkennt, zeichnet sich eine Richtung ab, in die sich die Folge entwickeln könnte.
Bob verbrüdert sich derweil mit Skinny und reagiert sehr heftig, als er den Schläger Peter Shaw durch den Wald kommen hört. Der Kampf zwischen Peter und Bob ist eine echt krasse Szene, Bobs Stimme trieft vor Hass und dass er seine besten Freunde mit der Armbrust bedroht und auf Justus schießt, ist schon verstörend. Aber jetzt wissen Justus und Peter zumindest, dass Bob noch in Seven Pines ist, und Bob erinnert sich nach einem Schlag gegen den Kopf auch wieder an Peter und Justus.
Dass Mr. und Mrs. Shaw die Jungs aus dem Krankenhaus abholen, mag ich sehr, weil es wieder einen privaten Aspekt einbringt, auch wenn man die beiden nicht hört, und dass Justus und Bob bei Peter übernachten, gefällt mir auch. Endlich können sich die drei in Ruhe unterhalten und Peter bringt auch zur Sprache, dass Bob schon öfter sein Gedächtnis verloren hat. Sehr süß finde ich auch, dass Peter und Bob erst über Mädels herziehen, die sich in die Arme fallen, und sich dann trotzdem umarmen.
Wie Justus, Peter und Bob den Spieß umdrehen und Beatrix überführen, ist auch eine tolle Szene. Dass Paul und Brendon mit den drei Detektiven unter einer Decke stecken, habe ich beim ersten Hören nicht kommen sehen. Skinnys Beteiligung aber schon. Dass Bob sich aber in Lebensgefahr bringt, nur um seinen alten Erzfeind zu retten, hätte ich damals auch nicht unbedingt erwartet. Und dann rettet Skinny Bob und beweist, dass er doch nicht so übel ist, wie die drei Detektive immer tun.
Alles in allem ist das eine grandiose Folge, die vor Spannung nur so strotzt und nicht nur einen tollen Fall zu bieten hat, sondern auch eine ungewöhnliche Situation für die drei Detektive. Denn dass Bob sein Gedächtnis verliert und sich von seinen Freunden abwendet, ist so noch nicht zusammen vorgekommen. Das macht die Folge besonders.
Anders als in anderen Folgen wird Bob in diesem Hörspiel auch nicht aufs Abstellgleis verfrachtet. Er ist zwar wie bei der Samurai-Geschichte getrennt von Justus und Peter, man erlebt aber sein Leben bei Skinny mit und Bob ist durch die Bauwagenleute auch die ganze Zeit in den Fall involviert. Die Begegnung mit Justus und Peter hat es auch in sich. Da muss man vor allem Andreas Fröhlich, aber auch Jens Wawrczeck loben, die die Szene fantastisch spielen, und das, obwohl sie sonst immer beste Freunde mimen.
Dass Skinny sich Bob annimmt und die beiden für eine ganz kurze Zeit beste Freunde sind, gibt der Folge das gewisse Etwas und mündet in einer Feststellung, die irgendwie rührend ist: Skinny, der nie Freunde hatte, hat die Chance genutzt, ein paar Tage lang jemandem nahe zu sein. Aber die Folge lebt nicht nur von Bobs Gedächtnisverlust und der Rückkehr von Skinny. Wie gesagt, finde ich auch den Fall toll.
Ein Nachbarschaftsstreit scheint simpel, ist in der Geschichte aber ein wenig komplexer als gedacht und außerdem ist das ein nicht unwichtiges Thema. Mit blöden Nachbarn kennt sich wohl so ziemlich jeder aus, der nicht in einer einsamen Hütte lebt. Daher mag ich es, dass sich der Fall um dieses Thema dreht und dann trotzdem noch in einen Familienstreit umschwenkt und in einem emotionalen Finale mündet.
Fazit: 10 von 10 Punkten
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Ich möchte bitte in Zukunft mit den Pronomen dey/denen angesprochen werden:
Beispielsätze:
Dey hat das Telefon abgehoben.
Ist das
deren Hund?
Ich bin
denen erst kürzlich begegnet.
Ich verstehe
dey so gut.