Die drei Fragezeichen - Der dunkle Wächter (204)
Das Cover finde ich zwar vom Motiv her schön, aber schlecht gezeichnet. Dafür gefällt mir der Titel und der Klappentext hört sich fantastisch an. Den Anfang finde ich unfreiwillig komisch. Nicht wegen Bobs Beichte, sondern weil Justus offenbar mit zum Surfen will. Dass er schwimmen kann, wissen wir ja, aber Justus auf einem Surfbrett?
Bobs Erkundung des Anwesens von Mr. Pinches finde ich gelungen. Durch die Aufnahme mit dem Handy kann er ganz natürlich beschreiben, wie es um ihn herum aussieht, und es ist auch spannend, ihm zuzuhören, weil früher oder später etwas Erschreckendes passieren muss. Der erste Schrei geht zwar ins Leere, aber nach der Dornenhecke ist vor der nächsten Gefahr.
Dass Bob eine Geheimtür entdeckt und dahinter eingeschlossen wird, habe ich jetzt nicht erwartet, aber es gefällt mir gut. Die Szene beweist auch, dass Andreas Fröhlich durchaus in der Lage ist, eine Situation völlig alleine zu tragen. Es ist aber auch einfach spannend, dass er jetzt dort eingeschlossen ist und ihn außer Mary niemand am selben Tag zurückerwartet, Mary aber die Adresse nicht weiß.
Aber Bob hat Glück: Mary steigt vor dem Schrottplatz aus einem Taxi und erzählt, dass Bob sie nicht abgeholt hat. Als die beiden zum Anwesen fahren wollen, befürchtet man schon, Mary würde sich an sie dranhängen, aber Justus rettet die Hörerschaft vor einem Hörsturz oder einem Daueraugenrollen.
Die Ankunft von Justus und Peter beim Anwesen ist sehr atmosphärisch, denn der Mond ist aufgegangen und der Zerberus wird von Justus und Peter erwähnt. Die Durchsuchung ist auch spannend, die Artikel und Infos über die Unterwelt sorgen für eine gute Portion Mystik. Der Schlüssel wirft auch die Frage auf, ob Bob überhaupt noch im Haus ist. Es hört sich zwar einmal so an, als würde er gegen die Wand klopfen, aber vielleicht ist das nur Einbildung.
Toll und witzig zugleich finde ich, dass Peter das Muster von Bobs Sportschuhen kennt. Ich schaue meinen Freunden selten unter die Schuhe, aber als Zweiter Detektiv prägt man sich wahrscheinlich alle Schuhprofile ein, während Bob recherchiert und Justus Rätsel löst.
Als Peter und Bob den demolierten Wagen finden, vermuten sie natürlich sofort das Schlimmste. Als Hörender stellt man sich eher die Frage, ob Bob noch im Geheimgang sitzt oder ob es später noch eine krasse Wendung geben wird. Der Umschlag, der auf dem Schrottplatz angekommen ist, sorgt für noch mehr Verwirrung, denn darin sagt Bob, er würde einen Autodieb verfolgen und nennt Mary Sue.
Leider klinkt sich Mary dann doch noch in die Ermittlungen ein. Das zieht die Atmosphäre ein klein wenig runter. In solchen Momenten verstehe ich nicht, wie man tolle Charaktere wie Kelly und Jelena streichen und dann extrem nervige Charaktere wie Mary in die Fälle einbinden kann. Da fehlt mir ein bisschen die Logik.
Peter kann noch einmal glänzen, als er die Jacke von Bob bei einem Penner entdeckt, aber Justus bringt den Mann zum Reden. Gute Teamarbeit unseres Ersten und Zweiten Detektivs. Dass Justus dem Penner die Visitenkarte geben will, der sie aber nicht lesen kann und auch kein Interesse an Peters Ausführungen hat, ist eine nette Abwandlung des üblichen Vorlesens.
Was ich auch sehr interessant finde, ist, dass wir immer wieder kleine Häppchen von Bob kriegen, aber dadurch nicht wirklich mehr Klarheit erlangen. Das bezieht Bob trotz seines Verschwindens aktiv in den Fall mit ein und erhält dennoch gleichzeitig die Spannung. Außerdem trägt Andreas Fröhlich diese kleinen Szenen wirklich gut.
Die Neuigkeiten, die Mary zu bieten hat, machen den Fall noch etwas komplexer. Die Idee, dass die Jungs nicht wissen können, ob Mr. Pinches oder Mr. Sanchez der Dieb ist, finde ich sehr gut. Denn als Hörende können wir das auch nicht wissen. Wir haben einfach keinen Anhaltspunkt, welcher von beiden der Dieb ist und wir wissen auch nicht, ob einer der beiden Bob gezwungen hat, den Brief zu schreiben, oder ob es jemand völlig anderes war.
Als Justus und Peter wieder im Anwesen von Mr. Pinches sind, sind die Schlüssel weg sind, aber die zweite Katze da. Zwei Umstände, die in einer anderen Situation absolut langweilig wären, hier aber für noch mehr Spannung sorgen. Was Bobs PIN ist, ist irgendwie komisch. Das Geburtsdatum von Justus rückwärts? Warum das denn?
Als die beiden die Sprachnachricht von Bob abhören, ist das eine überraschend gute Szene. Denn anders als bei „Feuriges Auge“ wird nicht nur stumpf nacherzählt, sondern durch den Erzähler die Sorge von Justus und Peter beschrieben, im Hintergrund ein bisschen Bobs Stimme laufen gelassen und währenddessen dann geschlussfolgert, was die Sprachnachricht aussagt. Das nenne ich mal eine krasse Verbesserung!
Und nach langer Zeit wird Peters Tierliebe nochmal fallrelevant, denn nach einem Gespräch mit Carter Bridou nimmt Peter eine der Katzen auf den Arm und noch während Justus ihn dafür rügt, entdeckt Peter drei Seemannsknoten im Halsband und entschlüsselt, dass die drei Knoten für „Bob“ stehen könnten. Und da sag nochmal einer, Peter wäre „der dumme Zweite Detektiv“.
Die Stimmung im Anwesen kippt danach, denn Carter Bridou weiß nun, dass Justus und Peter Bob suchen und verlangt das Halsband. Unterdessen kriegt Justus raus, dass der Wächter der Unterwelt Zerberus natürlich etwas bewacht. Die Geheimtür öffnet sich, aber anstatt Bob zu befreien, werden Justus und Peter von Carter in die Unterwelt gezwungen. Dennoch gibt es endlich ein Wiedersehen mit Bob.
Erst als Justus das mit den Fehlfunktionen des Gedächtnisses sagt, kommt Licht ins Dunkel. Carter Bridou habe ich davor eher als Komplizen von Mr. Pinches gesehen. Doch nun zeichnet sich ein anderes Bild ab. Dass Mr. Pinches (Achtung, Spoiler!) sich ins Museum geschlichen hat, um Fotos zu machen und Carter Bridou sich später mit ihm angefreundet hat, weil er der wahre Dieb ist, ist eine gelungene Überraschung.
Durch Peters Initiative ist aber nicht alles verloren, denn Inspektor Cotta kommt nach einer SMS von ihm zu ihrer Rettung geeilt. Jetzt ergibt auch Sinn, dass er eben auf dem Schrottplatz verschwunden ist. Wie gut, dass unser Zweiter gerne auf Nummer Sicher geht. Überhaupt ist Peter sehr, sehr aktiv an den Ermittlungen beteiligt, trägt viel zur Auflösung bei und ist ein toller Detektiv. Vielleicht gibt das einen Pluspunkt…
Allerdings würde ich der Folge auch so neun Punkte geben, denn sie ist ein echtes Highlight. Sie ist nicht nur sehr atmosphärisch, sondern vor allem auch spannungsgeladen. Man weiß bis kurz vor Schluss nicht, was eigentlich los ist, und wird immer wieder geschickt von der Wahrheit abgelenkt. Die Sorge um Bob ist greifbar und auch wenn er verschwunden ist, hört man ihn ab und zu, sodass er aktiv dabei ist. Einzig Mary wäre ein Grund, keine zehn Punkte zu geben, aber Peter gleich das alles wieder aus. Deshalb gibt es auch die Höchstpunktzahl!
Fazit: 10 von 10 Punkten
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Ich möchte bitte in Zukunft mit den Pronomen dey/denen angesprochen werden:
Beispielsätze:
Dey hat das Telefon abgehoben.
Ist das
deren Hund?
Ich bin
denen erst kürzlich begegnet.
Ich verstehe
dey so gut.