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Geschrieben von Murphy am 06.04.2025 um 20:02:

 

Trickdiebstähle in der Millionenstadt

Die Folge, zu der Martin Hofstetter das Hörspielskript geschrieben hat, beginnt mit einem Gespräch zwischen zwei Männern auf einem Friedhof. Die Geschichte entwickelt sich jedoch nicht zu einem Gruselhörspiel: TKKG bekommen es mit mehreren innovativen Trickdiebstählen zu tun. Vom interessantesten erfahren sie lediglich aus einer Erzählung von Kommissar Glockner. In dieser Story muss TKKG deutlich weniger ermitteln, als sonst oft. Es muss diesmal nicht viel kombiniert werden. Sie stolpern von einer Situation in die nächste. Es wirkt auf mich so, als ob dieser Fall in viele Serienuniversen gepasst hätte. Der Unterhaltungsfaktor ist jedoch relativ hoch. Die Story ist interessant, teilweise spannend und mit viel Humor gespickt. Gewundert hat mich, dass einer der Täter während dem Trickdiebstahl beim Juwelier berlinert hat, und dies bei den Ermittlungen dann überhaupt keine Rolle gespielt hat. Die Auflösung am Ende mit anschließendem Showdown fand ich super. Am Schluss gibt es auch noch eine subversive Reminiszenz an die Frühzeit der Serie. Der lustige alte Mann mit Vollbart und Hut fragt Gaby, ob sie so spät in der Nacht noch unterwegs sein darf. Die Figurenzeichung ist gut gelungen. Das tolle Cover ist düster und zeigt eine spannende Szene aus der Hörspielhandlung.


Über das Sprecherensemble gibt es nichts Negatives zu berichten. Die vier Hauptsprecher sind gewohnt hervorragend in ihren Rollen. Von den Gastsprechern haben mir Britta Steffenhagen als Magda Friebel, Sebastian König als Jan Haferland und Henrike Fehrs als Daniela Weigel am besten gefallen. Wolfgang Kaven ist als Erzähler wieder gut.


Zwischenmusiken, Geräusche und Effekte sind ausgezeichnet.


Fazit
Die neue TKKG-Hörspielfolge „Zwei für Zwölf“ hat mir insgesamt sehr gut gefallen.

7 Punkte



Geschrieben von Mikosch373 am 15.05.2026 um 10:53:

 

Achtung, Spoiler!

TKKG - Zwei für Zwölf (227)

Ein Titel, der mich total neugierig macht und auch einfach richtig toll klingt. Noch toller ist aber das Cover. Die düstere Lichtstimmung, die Kerzen, die überall verteilt sind und ein bisschen Wärme spenden, die beiden am Tisch und dann noch die Fensterfront, zu der TKKG reinschauen, das ist einfach der Hammer. Der Klappentext gefällt mir auch sehr gut. Ein gemütlich-atmosphärischer Einstieg, eine Menge Action und dann darf es gerne gruselig werden. Wenn die Folge so abläuft, bin ich zufrieden.

Den Anfang mit dem emotionalen Monolog auf dem Friedhof und dem Vorschlag, ein Medium aufzusuchen, finde ich richtig gut. Danach wird es erstmal gemütlich, denn TKKG essen gemeinsam ein Eis und unser Klößchen hat mal wieder eine Menge über Essen zu sagen. Der Zusammenstoß und die Rettung durch die Frau sind sehr gut und auch spannend umgesetzt. Dass Tim den Verursacher schnappen will, gefällt mir ebenfalls. Klößchens Spott, als er ihn nicht einfangen kann, bringt mich schon sehr zum Schmunzeln.

Genau wie Klößchens schiere Verzweiflung, weil er seit fünf Minuten kein Eis mehr hatte. Aber natürlich erfüllt diese auch einen ganz einfachen Zweck: Die Dame bemerkt, dass ihr Geld fehlt. Das Ganze bekommt dann noch einen ernsteren Touch, denn all das Geld war für die Enkelin einer Freundin, die eine Essstörung hat und ihre Therapie nicht bezahlen kann. Dass sie das Geld nur bar geben kann, weil die Enkelin noch kein eigenes Konto hat, ist aber ein bisschen seltsam. Bezahlen sowas nicht eigentlich die Erziehungsberechtigten?

Wie Tim versucht, den Mann und das Medium zu belauschen, dann aber die Musik zu laut ist, gefällt mir sehr gut. Sehr realistisch. Das gemeinsame Essen bei den Glockners schlägt dann wieder eher in die gemütliche Sparte, bietet aber natürlich auch neue Erkenntnisse für den Fall von TKKG. Dass es eine Rückblende gibt, finde ich eigentlich cool - aber dieser Berliner Dialekt sorgt dafür, dass ich das alles nicht ernst nehmen kann. Die Art des Überfalls mit dem Rollenspiel ist natürlich trotzdem cool.

Als Klößchen der blinden Frau über die Straße hilft, ist durch ihre Stimme schnell klar, wer das wirklich ist. Aber außer Oskar scheint das keiner zu merken. Danach erleben wir eine sehr atmosphärische Séance, bei der Madame Dubois wirklich alles gibt. Die Dreharbeiten wirken zuerst belanglos, aber als dann die Reinigungskraft auftaucht, wird es spannend. Leider raffen TKKG auch hier wieder nichts. Sobald das Büro erwähnt wird, ist dann auch klar, wen die vier dort antreffen werden. Oskar knurrt zum dritten Mal, aber wieder stehen TKKG auf dem Schlauch. Langsam nervt‘s.

Etwas überraschender ist, dass die vier dort die Juwelen finden. Die vier verdächtigen dann aber natürlich den Filmproduzenten. Das ist wirklich eine schwache Leistung - vor allem von dem sonst so klugen Tim. Ausgerechnet er kann dann nicht fassen, dass der Filmproduzent auf das Medium reingefallen ist. Wow… Dass Klößchen kombiniert, dass es nur EINE Frau in DREI verschiedenen Rollen gibt, finde ich aber wieder gut. Der Filmproduzent entlarvt sich dann als Arschloch, denn er erzählt, dass er zwei Schauspieler*innen wegen Eifersucht gefeuert hat.

Dass der Regieassistent auch Haferland war und die beiden dafür gesorgt haben, dass TKKG die Juwelen finden, habe ich aber auch nicht kommen sehen. Das finde ich super. Dass Glockner undercover zu dem Medium geht, finde ich auch ziemlich cool. Dass das Medium eine Schauspielstudentin ist, ist dann aber doch eine Überraschung. Wie Klößchen gekidnappt wird, ist auch sehr spannend. Wie die beiden Verbrecher sich dann streiten und dabei munter zwischen ihren Rollen wechseln, ist dafür ein Highlight der ganz anderen Art.

Der alte Mann ist dann natürlich extrem verdächtig, aber TKKG belehren ihn lieber über Emanzipation. Gaby zieht dann aber doch noch die richtigen Schlüsse, endlich! Die letzte Szene mit der Verhaftung, den Sorgen von Glockner und dem letzten Witz mit den Gefängnisinsassen mag ich sehr gerne. Insgesamt ist die Folge wirklich toll. Der Fall ist einzigartig, spannend und sehr unterhaltsam. Das Einzige, das schade ist, ist, dass TKKG mehrfach so sehr auf dem Schlauch stehen. Dafür ziehe ich einen Punkt ab. Sonst hätte es locker für die Höchstpunktzahl gereicht.

Fazit: 9 von 10 Punkten


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