Geschrieben von Mangobanane am 09.07.2024 um 11:49:
Benjamin Blümchen 064 – als Butler
„Bei Herrn Tierlieb regnet‘s durch!“
„Wieso? Hat er einen Dachschaden?“
Eine Folge, auf die ich schon sehr gespannt bin, wir hatten sie in der Kindheit zwar, aber irgendwie wurde sie recht selten gehört. Kann sein, dass ich die Atmosphäre nicht so mochte, mal sehen, wie es heute ist.
Das Anfangsgespräch zwischen Benjamin und Karl ist auf jeden Fall schon mal ein gelungener Einstieg, Ott und Hagen harmonieren einfach perfekt. Benjamin formuliert plötzlich Ansprüche, wie ihm das Essen serviert wird, er war wohl gerade wieder auf der Morgenröte

„Sonst noch was? Vielleicht auch noch kleingeschnitten und vorgekaut? Ich bin nicht dein Diener, Benjamin!“

Ich lieb’s, wenn Karl ihm mal Kontra gibt.
Grandios finde ich, dass man den Running Gag mit der Tür ja tatsächlich Stück für Stück eindämmt und nicht einfach so streicht. Benjamin wird umsichtiger… für ganze zehn Sekunden. Na ja, er ist bemüht
Der Zoo ist mal wieder pleite (Nein! Doch! Ohh!), aber in Neustadt scheint das Durchschnittseinkommen eh nicht so hoch zu sein, denn der Erzähler meint, dass man zum Spenden reich sein müsste und das sind die Neustädter offensichtlich eher nicht. Vielleicht ist man aber auch immer nur bei den falschen Familien zu Gast? Wie ist das eigentlich bei den Stellinis später, denen wird doch immer die Bude eingerannt…
Wer zur Hölle ist Frau Kümmernich? Was ist mit Frau Meier? Total ungewohnt, Eva-Maria Werth mal in einer sympathischen Rolle zu erleben.
Schlimm allerdings, wie Karl bei kleinen Kindern betteln geht. Er gönnt dem Mädchen kein Eis und beschwert sich bei Otto auch noch. Also nee…
„Ach ja!“ – „Ach ja!“ – „Ach ja!“ – Wirklich schrecklich, da gebe ich Benjamin Recht!
Benjamin will endlich mal arbeiten gehen und Herr Tierlieb nur so: „Was willst du denn arbeiten?“
Öhh, na ja, er hatte ja schon den einen oder anderen Beruf. Hat Herr Tierlieb natürlich nicht mitbekommen. Und Otto befürchtet, dass er sich dann Freunde suchen muss (Furchtbar!).
Benjamin will also nicht Mausefallenvertreter werden. Das wäre doch mal ne spannende Story gewesen
Es wird dann aber doch lieber die zweite Wahl: Butler. Klingt gut, auch wenn Benjamin nicht weiß, was das eigentlich ist. Ich habe Tess von Was ist Was im Ohr: „Kann man das essen?“
Otto gibt Benjamin noch ein, zwei richtig tolle Tipps auf dem Weg zum Grafen von Meisenheim – das nenne ich Vorbereitung
Genial, wie sich Benjamin Sorgen macht, was unhöflich sein könnte. Also ich will ja nichts sagen, aber: Einfach in fremde Häuser reingehen finde ich schon SEHR unhöflich!
„Ich hab doch eben von einer Hasenjagd geträumt. Wieso steht denn hier so was Großes?“
„Ich bin Benjamin Blümchen, ihr neues Blümchen!“ – Zu geil!
Benjamin macht das clever, er lässt eine Absage einfach gar nicht erst zu. Erinnert mich an diese Mail von dem Typen, der auf die Absage einer Firma mit einer Absage reagiert hat und trotzdem kommen wollte
Eine Stunde Probezeit sollte Benjamin hoffentlich überstehen…
Benjamin wendet seinen neu erworbenen Wortschatz mit ganzen drei Begriffen so oft an wie möglich – ist ja fast wie Zechy, dem auch immer nur ein Trösterlied einfällt
Benjamins Trick mit dem Teppich gefällt mir sehr gut – und damit ist die Probestunde bestanden, weil Benjamin unfallfrei den Tee transportiert hat – Chapeau!
Dass die Köchin Frau Hurtig so missgünstig ist, bringt natürlich Spannung rein.
„Wünsche wohl geruht zu haben“ sagt man eigentlich nur, wenn’s ums Aufstehen geht, aber Benjamin und der Graf sehen das wohl beide nicht so eng. Der Graf redet Benjamin ja auch ständig falsch an, von daher…
Die Geschichte zu Prinz Prellnitz würde mich ja interessieren, der kommt ja offensichtlich nicht. Die Reaktionen des Grafen deuten aber irgendwie darauf hin, dass es wohl ein Dinner for One wird…
Benjamin ist in dieser Folge ja richtig praktisch veranlagt und hilft mit dem nächsten klugen Einfall Otto. So mag ich ihn sehr. Otto ist scheinbar doch nicht zu klein zum Arbeiten.
Als der Rasenmäher verrücktspielt, kann man sich ja ausrechnen, warum. Natürlich ist es etwas übertrieben, dass das gerade richtig war und der Rasen dann perfekt gemäht ist, aber für die Story ist das natürlich wichtig.
Auch den Sabotageakt mit dem Teppich vereitelt Benjamin wahrhaft meisterlich, Nottke beschreibt das sehr anschaulich und Ott spielt es wirklich toll.
Tja, dann bewahrheitet sich, was ich schon vermutet habe und die Folge bekommt noch einen zarten Tiefgang. Nur, dass der Graf sich seine Freunde nicht einbildet.
Dass Benjamin jetzt sogar am Telefon die Tuschel-Nummer abzieht, ist mal was Neues. Na, Hauptsache sie versteht ihn.
Ich finde es gut, dass der Graf im Anschluss nicht als verkalkt dargestellt wird und erkennt, dass Benjamins Freunde nicht seine Gäste sind. Auch dass Benjamin nicht versucht, ihn zu täuschen, gefällt mir.
„Meine Herrschaften, wenn Sie bitte platzen wollen!“
Ist nur die Frage, ob das Essen noch warm ist…
Die Aussprache zwischen Frau Hurtig und Benjamin kommt leider recht kurz und richtig sympathisch ist sie auch nicht geworden, aber das Lied, an das ich mich noch gut erinnern konnte, ist ein schöner Ausgleich und Benjamins Antwort auf die Frage, ob er frisst oder isst, schließt die Folge gelungen ab.
Interessant, dass ein Wochenende offenbar ausgereicht hat, um das Dach zu bezahlen – und manches mehr
Ich bin positiv überrascht. Ich glaube nicht, dass ich die Folge jemals schlecht fand, hatte aber nicht mit mehr als 6-7 Punkten gerechnet, weil sie damals eben wirklich sehr unter meinem Radar lief und ich nicht sehr viel behalten habe. Aber ich finde die Folge echt gelungen! Sie ist vielleicht etwas ungewöhnlich und schafft ein sehr besonderes Ambiente für Benjamin-Verhältnisse, aber ich habe mich wohlgefühlt bei der Erzählung. Eine 10 ist es für mich am Ende nicht ganz, aber 9 Punkte sind durchaus drin. Hätte ich nicht gedacht!
9/10