Geschrieben von BenjaminFan2018 am 17.08.2024 um 00:25:
| Zitat von Michael: |
| Ich muss dem Springer aus Herten recht geben. Diese Folge enthält Stereotypen wie auch Das feuerrote Nashorn. Zwar herrschen in dieser Folge keine Weißen (vorübergehend) über Menschen mit einer anderen Hautfarbe wie Bibi in der Nashorn-Folge, aber dafür werden so Sachen wie Weißer Mann, Kleines Bleichgesicht und Großes Rüsselgesicht gesagt. Und als Schwarze Feder das Kriegsbeil ausgraben will, erinnert das irgendwie an Das feuerrote Nashorn, als die Dorfbewohner Bibi opfern wollen. Eigentlich müsste KIDDINX diese Folge auch aus dem Sortiment nehmen. Aber bei dieser Folge scheint die inhaltliche Kritik nicht so groß wie bei der Nashorn-Folge zu sein. |
Stereotypen sind enthalten ja.
Ich finde aber, in einem weitaus geringerem Rahmen, als in dem Feuerroten Nashorn.
Weißer Mann, Bleichgesicht, etc. als Begriff zu nennen, finde ich jetzt nicht so schlimm, wie diese teilweise naive Darstellung von Ureinwohnern, wie in der Nashornfolge.
In der 62er Folge, findet ja eine ziemlich deutliche Verhöhnung, teilweise verachtende Rhetorikeinzug, wo man hier halt versucht hat, Indianer darzustellen, etwas klitscheebehaftet, aber noch im Rahmen und eher an Yakari errinernd, als an die 62.
Und das ein Kriegsbeil ausgegraben wird, weil die Tochter in Gefahr zu sein scheint, halte ich jetzt doch nicht für so weit hergeholt.
Verschiedene Indianergruppen untereinander haben sich ja auch bekriegt und mit der Thematik, wollte man halt auch ein paar Geschichtliche Gegebenheiten kindgerecht einbauen.
Geschichtlich gab es ja Krieg zwsichen Siedlern und Indianern und das aus anderen Gründen, als hier und das mit weitaus brutaleren Folgen als da.
Und die Indianer werden hier ja nicht als böse dargestellt.
Hier ist einfach nur ein Vater, der Häuptling der seine Tochter wiederhaben möchte, was ja sogar darstellt, dass er ein liebender Vater ist.
Geschrieben von Mangobanane am 03.09.2024 um 09:24:
Benjamin Blümchen 088 - als Cowboy
„Das Pulver ist ganz harmlos. Ich hab noch welches in der Satteltasche an meinem Pferd. Ich hol’s mal schnell!“
Das ist eine Folge, die ich als Kind zwar nicht so gerne gehört habe wie Autorallye, Gärtner oder Tierarzt, die aber immer mal wieder lief und zu der ich deshalb die Handlung auch noch grob im Kopf habe. Ausgehend von meinen Kindheitserinnerungen hätte ich daher geschätzt: Mindestens 6-7, ganz evtl. auch 8 Punkte. Das ist ja die erste von zwei Folgen, die bei Benjamin mutmaßlich auf der Abschussliste stehen. Zu der zweiten habe ich eine ganz besondere Beziehung, aber dazu dann an geeigneter Stelle mehr.
Was für ein Zufall: Benjamin und Otto fangen mit dem Lasso die Tiere ein (die das erstaunlicherweise super finden, bei unserem Ex-Straßenhund dürfte so was eher böse Erinnerungen freisetzen, aber ok) und auf einmal steht da ein Cowboy aus Texas (woher auch sonst?) vor ihnen. Das passt ja. Man stelle sich vor, der wäre gekommen, als Benjamin gerade Butler war, das hätte ja irgendwie nicht so gut gepasst.
Also, der Erzähler meint jedenfalls, es wäre ein Cowboy, denn: Er trägt einen Cowboyhut. Beweisführung abgeschlossen! Schön übrigens, dass Gunter Schoß seinen Job bei Benjamin mit einer Gesangseinlage antritt.
„Sie sind der berühmte Benjamin Flower?“, fragt Cowboy Mike Donald. Den Nachnamen muss man übrigens offensichtlich so aussprechen, wie er da steht, warum auch immer.
Schön, dass er Benjamin und Otto nach Texas einlädt, aber die Frage bleibt offen, warum er das tut. Hat ihm jemand gesagt, dass Benjamin gerade schön Lasso wirft und er ist mal schnell rüber? Hält er einen Elefanten für den bestmöglichen Viehdiebjäger? Na ja, egal, das muss man einfach so hinnehmen. Dabei hätte man den Aufhänger sehr einfach viel glaubhafter gestalten können, indem man auf Folge 50 verwiesen hätte.
Otto veräppelt Benjamin – wohl aus Rache, weil der ihn zuletzt öfters hops genommen hat

Die Indianer, die da am Trommeln sind, sind gute Indianer – na ein Glück, dann ist die Folge ja erstmal nicht vom Aussterben bedroht.
Natürlich sind die Szenen auf der Ranch arg klischeehaft. Die Indianer nennen Benjamin „Großes Rüsselgesicht“, der Vorarbeiter Gonzalez wird sofort als Bösewicht der Geschichte vorgestellt und Benjamin strukturiert das Markieren der Rinder um, was Mike Donald ausgezeichnet findet – na ja, vielleicht, bis es regnet…
Die Tierstimmen sind mal wieder unter aller Sau, nicht mal die Pferde dürfen echt klingen, was nach so vielen B&T-Folgen dann doch sehr verwundert.
Trotzdem finde ich irgendwie Gefallen an der Western-Atmosphäre, aber ich war ja auch schon Fan von Wendys Abenteuer in Amerika.
Deshalb mag ich den Storyaufbau, wie Otto schnell eine Ausrede erfindet, damit Rote Feder nicht entdeckt wird, Benjamin und Otto das Mädchen kennenlernen und sich mit ihr zur Nachtwache verabreden, um die Viehdiebe zu schnappen.
Dann kommt auch schon das Cowboy-Lied, die Stelle hat mir als Kind immer sehr gefallen. Ich mag es eigentlich grundsätzlich, wenn in den Folgen unter 100 gesungen wird, das ist so wunderbar harmonisch. Leider ist das Lied sehr kurz – gibt’s das irgendwo länger?
Der Erzähler beobachtet als Einziger, wie Gonzalez die Rinder stiehlt und Rote Feder entführt – sein Kommentar: „Wir warten, bis es Morgen wird“ – bester Mann
Ich mag es, dass man Mr. Donald anmerkt, dass er zwar sauer ist, Benjamin und Otto aber nicht direkt anpampen will. Er macht deutlich, dass er seine Rinder braucht und merkt, dass die beiden ohnehin ein schlechtes Gewissen haben. Das ist schon gut gemacht.
Was gehört noch zu einer richtigen Cowboy-Geschichte? Na klar: Spurensuche, Hinweise mit Federn und das Kriegsbeil. Da wird die Klischeekiste aber auch wirklich bis auf den letzten Krümel ausgeleert. Und, Überraschung, es funktioniert.
Benjamin und Otto geraten unter Druck, weil sie nun nicht nur Mr. Donald helfen müssen, sondern auch versuchen, die Indianer vor einem Fehler zu bewahren.
Aber natürlich weiß Rote Feder sich zu helfen und schickt Muh-Muh los – das Kälbchen, das leider nicht sprechen kann, um sich einen ordentlichen Namen geben zu können.
Na ja gut, ich erinnere mich daran, dass die Bauern bei uns ihre Kühe jedes Jahr mit Wörtern aus dem Duden benennen, pro Jahr geht es immer einen Buchstaben weiter, das Jahr mit X war amüsant
Die Szene, als Rote Feder vor Gonzalez auf den Boden spuckt, ist bei mir auch besonders hängen geblieben.
Danach geht es ja durchaus ein bisschen zur Sache, weil Gonzalez grob wird, für Benjamin schon ungewöhnlich. Natürlich darf er fliehen, um von Benjamin mit dem Lasso vom Pferd geholt zu werden. Gehört sich schließlich so.
Bloß: Es gibt ja noch ein Problem – das Kriegsbeil. Aber weil es jetzt schon genug Gewalt in der Geschichte gab, bleiben Waffen außen vor und die Fäuste sollen sprechen, was den Erzähler witzigerweise sehr beruhigt. Ganz so wichtig ist dem Häuptling seine Enkelin wohl doch nicht.
So, gibt’s jetzt auf die Fresse?
„Auf die Plätze, fertig…“ – „Töröö!“ – Schade…
Benjamin und Otto strahlen nach dem Lob von Amy Mac… äh, Mike Donald wie die Taschenlampen von Stefan Strahlemann. Und weil irgendwem aufgefallen ist, dass Benjamin in der Folge nur wenig getrötet hat, darf er gleich nochmal.
Benjamin hat einen Wunsch frei und wünscht sich, nach Hause zu dürfen. Der hat das Prinzip wohl nicht ganz verstanden.
Nun ja, natürlich ist es eine extrem klischeeverseuchte Folge, die zudem mit gerade mal vier Gastsprechern und ein paar schaurig unechten Tierstimmen auskommen muss. Und ich muss sagen, dass es dafür tatsächlich noch verdammt gut funktioniert. Die Folge ist flüssig, hat eine gute Atmosphäre, der Aufhänger der Reise ist dämlich, aber sei’s drum, es kommen viele Zutaten einer Cowboy-Story mehr oder weniger sinnvoll eingebunden drin vor, mich hat’s einfach unterhalten. Mir fällt auf, dass man solche 0815-Geschichten bei Benjamin oft viel besser erzählt als bei Bibi.
Mit ein bisschen Kindheitsbonus gehe ich hier tatsächlich auf die 8, kann aber verstehen, dass die Folge allgemein nicht so gut wegkommt. Mal schauen, ob Bibi da mithalten kann. Wenn ich schon sehe, dass wir wieder eine Hundefolge bekommen, habe ich daran irgendwie gewisse Zweifel…
8/10