Geschrieben von Mangobanane am 02.10.2024 um 08:44:
Benjamin Blümchen 125 – Die Zirkusponys
„Im Übrigen will ich wissen, was der ganze Zirkus hier zu bedeuten ist!“
„Der Zirkus bedeutet, dass hier ein Zirkus ist!“
Puh, auf die Folge freue ich mich nicht wirklich. Zirkus ist ja eh so ne Red Flag bei mir, dann noch mit Tieren und dieses Mal mit sicherlich super niedlichen Ponys. Die Inhaltsangabe ist bei mir nach dem zweiten Satz auch schon quasi durch, wie innovationslos will man bitte sein? Na ja, vielleicht wird’s ja noch ganz nett…
Immer das Gleiche: Benjamin will chillen, aber Action-Girl Stella hat entschieden was dagegen. Sie will was erleben und zwar pronto!
Nachdem man den halben Zoo aufgelistet hat, geht’s auch schon ums Thema: Der Zoo, äh, der Zirkus ist pleite. Seit der Jongleur im Ruhestand ist, läuft das Geschäft nicht mehr. Der hat nämlich eine Stunde lang ununterbrochen jongliert, dabei Lieder von Taylor Swift rückwärts gerülpst und dann noch parallel dazu Moonwalk gemacht und das war der absolute Wahnsinn! Aber jetzt ist er halt nicht mehr da. Benjamin bietet sich als Ersatz an, aber Leporello lehnt ab, Eine Stunde Rüsselstand will ja nun wirklich keiner sehen. Außerdem kennt Benjamin Taylor Swift nicht.
Na gut, jetzt mal im Ernst: Der Zirkusdirektor ist doch wirklich nicht die hellste Kerze auf der Torte. Erst gibt er seine Hauptattraktion an den Zoo ab, obwohl der Laden ohne die Löwenbabys doch angeblich sooo schlecht lief. Dann engagiert er einen Jongleur, der eh bald in Rente gehen will. Und dann ist er völlig überrascht, als der Jongleur doch tatsächlich aufhört (bestimmt von heute auf morgen!). Und wegen dieser fünf Minuten, die die Show jetzt kürzer wird, ist der Zirkus existenzbedroht. Das ist so dumm. Stattdessen kauft der Direktor von dem knappen Geld lieber irgendwelche Ponys, die er während der Vorstellung gar nicht einsetzen kann.
Na ja, immerhin hat er sich mit dem Zirkus nicht einfach irgendwohin gestellt, sondern daran gedacht, die Fläche zu pachten. Es ist also noch nicht alles verloren.
Joa, ziemlich belanglos geht es weiter. Ein ellenlanges Rufen der Ponys, die nicht hören wollen. Nur „Das kommt davon, wenn man keine Fremdsprachen kann“, als die Ponys sich wegen Benjamins Töröö so aufregen.
Leider müssen die Ponys dann wenig später doch noch ran, weil irgendwelche Flöten in Holzkisten entdeckt werden. Das ist tatsächlich so deppert wie es klingt. Und Tierquälerei ist es auch. Warum Leporello davon nichts wusste? Tja, fragt nicht mich, fragt den Autor…
Den Nostalgie-Moment, als Benjamin und Karla auf ihre Anfänge zurückblicken, mag ich allerdings ganz gerne, vor allem weil er das Zeitblasen-Problem von Hörspielserien mit nicht-alternden Charakteren humorvoll auf die Schippe nimmt. Schade nur, dass man den Fehler, der bereits in der 100 begangen wird, hier nichtwieder geradebügelt, denn Karlas erster Auftritt bei Benjamin war in Folge 2.
Warum liegt hier eigentlich Stroh? Damit Benjamin, Otto und Stella sich zum Schlafen auf die Koppel legen können. Mitten rein in die Pferdeäpfel. Juhu.
Gähn… wird das eigentlich irgendwie nochmal spannend? Ach ja, da war ja was mit dem Bürgermeister…
Jupp, der wollte völlig out of character die Ponys freilassen. Find ich irgendwie unpassend. Die Anspielungen auf das alte Intro gefallen mir (bisschen Jubiläumscharakter wollte man wohl anlässlich der Folgennummer einbauen) und Pichler, der mit aller Macht versucht, das Unvermeidliche zu verhindern, ist auch gut, aber ansonsten ist die Szene nicht wirklich gelungen. Sie passt in dieser Form einfach nicht zum Bürgermeister und wirkt auch eher pflichtbewusst eingeschoben, weil die Story ansonsten überhaupt nichts zu bieten hätte.
Joa, natürlich büxen die Ponys dann nochmal aus – weil Karl schlecht Flöte spielt

Na ja, vermutlich hat der Bürgermeister da auch wieder was mit zu tun.
Ganz witzig finde ich, dass ein Klugscheißer-Moment von Otto hier mal sehr gut rüberkommt:
„Ich glaub‘, mich tritt ein Pferd!“ – „Das sind Ponys, Frau Kolumna!“
Die Ponys sind schon wieder so grauenvoll intoniert, WARUM? Man hat zwei Pferdeserien im Repertoire! Da kann man nicht mal eben schnell Geräusche von dem einen auf den anderen Rechner kopieren?
Die Auflösung des Konflikts ist ziemlich unglaubwürdiger Käse und übertrieben auf Happy End getrimmt.
Besonders schlimm finde ich die Dialogführung in der letzten Szene. Anstatt mal so zu tun, als wüsste man nicht, wovon die Rede ist und das so stehen zu lassen, wird jeder kleinste Ansatz von gelungenem Dialogwitz kaputtgeredet, erst beim Bürgermeister, dann bei Benjamin. Ich weiß auch nicht, ob ich es gut oder bescheuert finden soll, dass wohl tatsächlich Karl mit der Flöte am Ausbruch der Ponys schuld war und der Bürgermeister das Ding nicht manipuliert hat. So oder so nicht das Gelbe vom Ei…
Die Folge war nichts für mich. Hier und da waren ein paar Dialoge ganz nett, aber insgesamt hat sie mir wirklich nicht gefallen und ich habe mich eher etwas durchgequält. Belangloser Kram mit arg bescheidener Story. Das sollte Bibi wohl packen.
2/10