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Geschrieben von Ttoragde am 02.05.2024 um 17:12:

 

Schon bei einem Blick auf die Sprecherliste wird schnell klar, dass die Erwartungen der drei Freunde, das große actionreiche Amerika zu sehen und zu erleben, nicht erfüllt werden kann. Zunge Neben Edgar Ott als Benjamin Blümchen, Joachim Nottke als Erzähler, Gisela Pukaß-Fritsch als Karla Kolumna, Katja Primel als Otto und Till Hagen als Wärter Karl gibt es in dieser Folge tatsächlich nur zwei wesentliche Gastsprecher, nämlich den großartigen Berliner Schauspieler Gerd Duwner als Onkel Hugo Kolumna und den ebenso legendären Schauspieler Peter Schiff als Goldgräber Joe. Innerhalb der Ott-Ära sprach Duwner auch tatsächlich nur diese einzige Rolle in der "Benjamin Blümchen"-Hörspielserie. Schiff hingegen sprach auch in der Folge "Benjamin als Ritter" mit - skurrilerweise im Hörspiel als Burgverwalter Herr von Knoblauch und wiederum im Zeichentrickfilm als Eduard Blechmann.

Obwohl die Geschichte relativ spannungsarm und wenig dramatisch und die Anzahl der mitwirkenden Stimmen so gering ist, so fällt dies alles in puncto Kurzweiligkeit des Hörspiels kein bisschen negativ ins Gewicht. Die Folge "Benjamin als Sheriff" lebt in erster Linie von ihrem brillant schrägen Humor und von ihrer stimmigen Atmosphäre, die dank Ulli Herzog und Burghard Genz (Regie und Ton) hervorragend gelungen ist. Insbesondere die behagliche Szene am abendlichen Lagerfeuer steht dafür: Herrlich prasselt das Feuer, während gesungen und Gitarre spielt wird, die Bohnen in der Pfanne brodeln und sich im Hintergrund eine Eule als i-Tüpfelchen akustisch bemerkbar macht. Niedlich auch, dass während der Fahrt in Onkel Hugos riesigem "Ami-Schlitten", wie es Erwin Erzähler so liebevoll beschreibt, tatsächlich traditionelle Country-Musik zu hören ist. Thumb Up

Wie bereits erwähnt, ist das Hörspiel "Benjamin als Sheriff" größtenteils von einem wunderbaren absurden Humor gekennzeichnet und bietet zahllose witzige Szenen, teilweise auch da, wo man es gar nicht unbedingt erwartet. Allein wie ganz zu Anfang im Neustädter Zoo ein völlig überschwänglich gut gelaunter Zoowärter Karl Benjamin fast schon singend sein Futter bringt: "Benjamihihihin, Benjamiiiiin, huhuuuuu, Dein Futterchen, lecker lecker Happa Happa!", da könnte ich mich jedes Mal bestuhlen vor lachen. LOL Eigentlich unter Fans schon längst Kult ist das erste Zusammentreffen am Informationsschalter des US-amerikanischen Flughafens zwischen Onkel Hugo und seiner Nichte Karla, die sich zunächst gegenseitig nicht erkennen - und Karla ihren (recht klein geratenen) Onkel erst einmal ganz ungeniert als Giftzwerg bezeichnet, ihm mit ihrem wilden Gestikulieren den Cowboy-Hut ins Gesicht presst und ihn immer wieder zur Seite drängt, bis sich dann endlich das Missverständnis aufklärt und Karla ob ihres rüpelhaften Verhaltens etwas peinlich berührt ist... Pfeifend Auch als sie später in Ghost Town in Hugos Sheriff-Hütte von ihrem Erbe erfährt, ist sie wenig begeistert und poltert völlig frei Schnauze drauf los: "Mal abgesehen davon, dass es eine beknackte Sache ist, eine halb verfallene Stadt zu erben [...], irgendwie ist das doch eine Geschichte für meine Zeitung." Aber auch ihr Onkel Hugo selbst ist irgendwie so niedlich wie auch absolut schmerzfrei, schließlich ernährt er sich seit zwei Jahren drei Mal täglich vom schier unendlichen Vorrat an Büchsenbohnen, die seine Mutter einst im Sonderangebot erstanden hatte, und plant dies auch noch mindestens weitere acht Jahre so fortzuführen... Dass ihm seine Hütte noch nicht weggeflogen ist, ist schon echt bemerkenswert. Fettes Grinsen Allgemein ist auch der Schock von Benjamin, Otto und Karla zu Beginn ihres Aufenthalts in Amerika einfach wahnsinnig gut dargestellt - wie sich die drei Freunde quasi ein actionreiches Cowboy-Leben wie im wildesten Texas und offenbar ein Nachtleben wie in Las Vegas vorstellen und dann schließlich bei Onkel Hugo in der allerhintersten Pampa landen - herrlich. Thumbs Up Auch wenn man natürlich ein wenig mit ihnen leidet.

Ich schwanke zwischen 6 und 7 Punkten, runde aber auf 7 auf.

Benjamin: "Halt! Oder ich schieße!"
Otto: "Womit denn, Benjamin? Du hast doch keine Pistole!"
Benjamin: "Aber das weiß der Dieb doch nicht! Ich hebe einfach meinen Rüssel hoch und niese, das hört sich fast an wie ein Schuss! Stehen bleiben, oder ich niese!"



Geschrieben von Chantal-Marie am 19.05.2024 um 13:08:

 

Die Folge war mal was anderes. Ich fand es ganz cool, dass man mal nicht in irgendeiner Großstadt der USA war, sondern sich für eine kleine Geisterstadt entschieden wurde. Atmosphärisch fand ich auch alles toll.

Die Folge hatte viel Humor, von dem Missverständnis am Flughafen bis zu Benjamin der keine Pistole hat und niesen will, um einen Schuss nachzuahmen.

Die Geschichte ist ganz interessant. Fällt auf jeden Fall ein bisschen aus der Reihe raus



Geschrieben von Mangobanane am 02.06.2024 um 00:37:

 

Benjamin Blümchen 050 – als Sheriff

„Karla! Wirklich? Yes, groß bist du geworden… und unhöflich!“

Diese Folge habe ich letztes Jahr aufgrund des Fights kennengelernt – ich brauchte noch Folgen für meine Top 10 in der Rückholaktion und wollte keine unbekannten Folgen mit aufnehmen. Da fand ich die Folge okay, aber vom Hocker gehauen hat sie mich nicht. Ich vermute so 6-7 Punkte.

Otto ist ja ganz krawallig drauf - „Peng, peng, peng! Halt oder ich schieße euch alle über den Haufen!“. Er hat es wohl nicht überwunden, dass er als Pirat nichts gerissen hat Fettes Grinsen
Der Erzähler ist ganz erleichtert, dass das alles nur ein Spiel ist - ich hatte eigentlich auch definitiv vermutet, dass Otto gerade Amok läuft. Okay, zugegeben… in den USA wäre man mit der Inszenierung solcher Szenen vermutlich eher vorsichtig gewesen Pfeifend
Dass der Erzähler mal eine nicht geflüsterte Erzählung verpasst, ist aber mal kreativ, gefällt mir irgendwie Zwinker

Karl tut mir schon wieder mega leid. Nie darf er irgendwohin mit Unglücklich Das kann schon deprimieren. Der Erzähler kommt auf die bahnbrechende Idee, nach Amerika mitzukommen. DAS ist ein Plan! Wäre sinnvoll, sonst hören wir ja gleich nur noch 40 Minuten lang, wie Karl sich alleine um den Zoo kümmert und das will ja nun wirklich keiner!

Dass Benjamin zwei Sitze bekommt, ist interessant, hat er nicht beim Piloten sogar drei gebraucht? Bin mir gerade nicht mehr ganz sicher. Wenn ja, scheint die Diätküche von Karl ja angeschlagen zu haben.
In Amerika ist alles riiiiiesig (Nottke betont es halt echt so), aber am Ende ist die Welt doch so klein, dass Hugo und Karla sich ganz zufällig am selben Schalter treffen (an dem definitiv der Mitarbeiter des Monats im Fachbereich Kommunikation sitzt Fettes Grinsen )

Im Anschluss bekommen wir mal wieder ein schönes Beispiel davon, wie klischeehaft Amerika in Kiddinx-Hörspielen beschrieben wird: Wolkenkratzer, Menschen aller Hautfarben (die gab es damals in Deutschland offenbar nicht?), Hamburger- und Pizzabuden. Es fehlen eigentlich nur die Waffenläden.

Aber leider geht es raus aus der Stadt und rein in die Geisterstadt. Also so hinterhältig und gleichzeitig freundlich wurden Benjamin, Otto und Karla auch echt selten verschaukelt Zwinker

Mit 105 kann man schon mal in Frieden den Löffel abgeben denke ich. Aber verständlich, dass Hugo sich jetzt einsam fühlt - wobei Dorette nicht besonders nett zu ihm in ihrem Testament ist.
Benjamin weiß nicht, was ein Testament ist? Er wurde doch in Folge 10 selbst schon zu einer Testamentseröffnung eingeladen…

Der Gag mit dem großen Tier funktioniert nicht so richtig, „hohes Tier“ wäre besser gewesen. Mir war durch diese Formulierung zunächst nicht klar, was damit gemeint war.
Hugo gesteht seine unverzeihlichen Sünden und Benjamin feiert ihn dafür Thumbs Up

Was macht man so in einer Geisterstadt? Genau, ein Lagerfeuer, Bohnen aus der Dose und man dichtet ein paar nette Lieder. Karla lässt sich voll demokratisch zum Bürgermeister wählen (sie sagt tatsächlich nicht Bürgermeisterin, das wundert mich dann doch), na, wenn’s ihr Freude macht Zwinker

Als mitten in der Nacht ein mysteriöser Reiter auftaucht, wird es endlich mal spannend - und witzig: „Stehen bleiben oder ich niese!“ LOL
Benjamin hält gut mit dem Geisterpferd mit (ist das nicht sogar seine erste etwas längere Verfolgungsjagd?) und stellt den Dieb. Wie sich das für einen Dieb bei Benjamin gehört, hatte „Joe“ natürlich nur die besten Absichten. Witzig finde ich ja, dass er den Diebstahl damit rechtfertigt, dass Hugo eh so viele Bohnen-Büchsen hat, die er gar nicht alle alleine aufessen kann - trotzdem verurteilt Benjamin seine Tat, während er in der 41 noch genauso dachte Fettes Grinsen

Natürlich schafft die Begegnung mit Joe einen Übergang zum Ende der Geschichte. Nun geht es - wie sich das im Wilden Westen gehört - ans Gold schürfen. Das geht dann auch ziemlich schnell - nach fünf Minuten Suche haben Benjamin und Otto bereits einen riesigen Goldklumpen gefunden. Wenn das immer so leicht wäre…
„Vorsicht ist die Mutter dieses Goldklumpens“ - Genau, Karla Fettes Grinsen

Und dann kommen die deutschen Touristen in Scharen, um die Miene zu besichtigen Thumbs Up Der Aufbruch von Benjamin, Otto und Karla kommt ganz schön plötzlich und überstürzt und leider versäumt man es, nochmal ein bisschen Feeling von der wieder zum Leben erweckten Geisterstadt rüberzubringen, zB mit einer Szene im Saloon. Stattdessen wird Karl noch ein wenig aus dem Konzept gebracht, nun denn.

Ja, mein Eindruck ist unverändert, es ist wirklich eine Folge, bei der ich zwischen 6 und 7 Punkten schwanke. Die Story unterhält, ist sogar ein wenig tiefgängig mit dem Testament, aber es wäre sicher noch ein wenig mehr gegangen. Die Nachtszene ist sehr gelungen, die Schatzsuche nachher nicht mehr so spannend. Da aber vieles dabei ist, was man von einer Story in einer Geisterstadt erwartet, bin ich mal nett und gehe einen Schritt mehr auf die 7 zu.

7/10



Geschrieben von GenerationMartinshof am 03.06.2024 um 16:44:

 

Puh, ja... Irgendwie einerseits eine coole Atmosphäre in der Folge, aber andererseits konnte sie mich nicht so ganz abholen leider. Ich würde gerne an der ein oder anderen Stelle noch einen Punkt rausholen, im Endeffekt reicht es aber leider nur für 6 Punkte von meiner Seite.



Geschrieben von Mikosch373 am 04.06.2024 um 12:38:

 

Zitat von Mangobanane:
Der Erzähler ist ganz erleichtert, dass das alles nur ein Spiel ist - ich hatte eigentlich auch definitiv vermutet, dass Otto gerade Amok läuft.


Ja, ein Amok laufender Otto wäre für mich auch der plausibelste Gedanke! Fettes Grinsen


Zitat von Mangobanane:
Okay, zugegeben… in den USA wäre man mit der Inszenierung solcher Szenen vermutlich eher vorsichtig gewesen Pfeifend


Da bin ich mir gar nicht so sicher... Pfeifend


Zitat von Mangobanane:
Der Erzähler kommt auf die bahnbrechende Idee, nach Amerika mitzukommen. DAS ist ein Plan! Wäre sinnvoll, sonst hören wir ja gleich nur noch 40 Minuten lang, wie Karl sich alleine um den Zoo kümmert und das will ja nun wirklich keiner!


Eine Wahnsinnsidee, wirklich. Ist ja nicht so, dass er das immer macht. Fettes Grinsen


Zitat von Mangobanane:
Im Anschluss bekommen wir mal wieder ein schönes Beispiel davon, wie klischeehaft Amerika in Kiddinx-Hörspielen beschrieben wird: Wolkenkratzer, Menschen aller Hautfarben (die gab es damals in Deutschland offenbar nicht?), Hamburger- und Pizzabuden. Es fehlen eigentlich nur die Waffenläden.


Waffenläden gingen doch nicht, wer weiß, was Otto da mitgenommen hätte! Schockiert



Geschrieben von Holger am 04.06.2024 um 19:39:

 

Zitat von Mikosch373:
Zitat von Mangobanane:
Okay, zugegeben… in den USA wäre man mit der Inszenierung solcher Szenen vermutlich eher vorsichtig gewesen Pfeifend


Da bin ich mir gar nicht so sicher... Pfeifend

Wenn ich an die US-Krimiserien wie CSI, NCIS usw. denke, dann hätte man sicher literweise Blut benutzt.



Geschrieben von Basti am 08.06.2024 um 19:21:

 

Definitiv eine meiner Lieblingsfolgen! Verliebt Als Kind schon und heute immer noch.

Hier passt atmosphärisch für mich einfach alles. Erst ein wenig spooky in der verlassenen Stadt, dann ein wenig Spannung mit der Verfolungsjagd in der Nacht und zum Ende die Goldgräberszene.

Witz hat die Folge ebenso.

Onkel Hugo ist ein klasse Charakter, mag ihn und seine Stimme sehr.
Dass die Mutter von Hugo tatsächlich Dorette heißt, ist wohl kein Zufall und ein nettes Easter Egg. Fettes Grinsen

Hugo ist bei Elfi Donnelly ja ein sehr inflationär genutzter Name... kommt extremst häufig vor... aber okay. Fettes Grinsen

Einfach immer wieder gern gehört diese Folge! Thumb Up



Geschrieben von Michael am 27.01.2025 um 21:13:

 

Ich finde diese Folge gut. Es kommt richtig schöne Westernatmosphäre auf. Diese Folge zählt daher zu meinen Top 10. Klasse!



Geschrieben von C.D.v.F. am 15.07.2026 um 13:03:

 

Eine herrliche Folge! Happy Thumbs Up

Ich mag alles daran, einen Viertelpunkt Abzug würde ich einzig dafür geben, dass das Pferd mit Bohnen gefüttert wird, was glaube ich, ohne mich genau auszukennen, in der Realität gar nicht gut wäre und sowas stört mich immer ein bisschen.



Geschrieben von Holger am 15.07.2026 um 22:48:

 

Zitat von C.D.v.F.:
Eine herrliche Folge! Happy Thumbs Up

Ich mag alles daran, einen Viertelpunkt Abzug würde ich einzig dafür geben, dass das Pferd mit Bohnen gefüttert wird, was glaube ich, ohne mich genau auszukennen, in der Realität gar nicht gut wäre und sowas stört mich immer ein bisschen.

So etwas wurde früher tatsächlich nicht hinterfragt. Klar, auch auf diesem Gebiet gibt es immer wieder neue Erkenntnisse. Aber als ich kürzlich irgendwo in einem Hörspiel hörte, dass man Enten mit Brot füttern werde, zuckte ich auch innerlich zusammen.


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