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Geschrieben von HerrSchmeichler am 02.10.2026 um 21:53:

 

Ich gebe der Reihe nun nochmal eine Chance und fange deshalb (ganz überraschend, ich weiß) vorne an Fettes Grinsen

Das Titellied finde ich gelungen. Es geht ins Ohr, erzählt von der Hauptfigur und hat eine "Female Empowerment"-Botschaft, ohne dabei unangenehm zu werden (*hust* Das Intro von Die Drei Ausrufezeichen *hust*)

Der erste Unterschied zu den Folgen von Bibi und Benjamin, mit denen sich Kira ja das Universum teilt, ist das Fehlen eines Erzählers. Stattdessen übernimmt Kira selbst diese Rolle, was natürlich zu ihrem Journalismus-Hobby gut passt. Ich finde, Yvonne Greitzke macht das wirklich sehr gut. Kira klingt wie ein genervter Teenager, aber sie hält die Balance, so dass die Figur nicht nervig oder unsympathisch wird.

Die Geschichte selbst ist in Ordnung, aber jetzt auch nichts Aufsehen erregendes. Ein Umzug ist als Start für eine Serie natürlich ein gern genommenes Mittel, weil man die Hauptfigur an einen für sie unbekannten Schauplatz versetzt und sie alle Nebenfiguren gemeinsam mit der Hörerschaft neu kennenlernt.

Das sind vor allem die Nachbarn, Laura und Lars. Anna Carlsson spricht ihre Rolle wie gewohnt mit viel Elan und einer etwas wärmeren Stimmfarbe, als ich es von ihr gewohnt bin (Ich kenne sie sonst vor allem in leicht "zickigen" Rollen). Nur die eingestreuten spanischen Ausrufe reißen mich manchmal etwas raus und ich hoffe, dass sie wirklich nur sparsam eingesetzt werden. Lars ist ihr Sohn und ein ziemlich realistisch dargestellter Junge: Er will am liebsten den ganzen Tag zocken, hat mit Mädchen eher weniger am Hut, ist aber auch nicht direkt total auf Konfrontation, nur weil da ein Mensch vom anderen Geschlecht vor ihm steht. Seine Angst auf dem Motorroller hat ihn als Figur sehr sympathisch gemacht und war von Marco Eßer toll gespielt.

Die Folge braucht ein bisschen, um in die Gänge zu kommen. Gerade der Anfang besteht (verständlicherweise) aus viel Exposition: Wer ist Kira? Wo kommt sie her? Was macht sie jetzt in Südberg? Wer sind Laura und Lars? Wo ist Lars Vater?
Das hätte man vielleicht noch ein kleines bisschen organischer in die Geschichte einbauen können.

Der "Fall" der Folge war schon ein bisschen enttäuschend, weil alles sehr vorhersehbar war. Es war offensichtlich, dass der Typ vom Anfang nochmal wichtig wird und wer hinter den Diebstählen in Südberg steckt. Auch wenn Kira Kolumna keine Detektiv-Serie ist, war mir das hier etwas zu einfach gestrickt. Außerdem hat mir persönlich bei der Flucht vor der Bande noch etwas treibende Musik gefehlt, weil die Szene so etwas "nackt" wirkte und mich nicht so gepackt hat, wie sie es hätte können.

Am Ende der Folge fragt man sich, ob Kira und Lars nur Freunde bleiben oder sich da noch mehr entwickeln könnte. Dasselbe gilt für Kiras Vater und Laura, aber vielleicht entwickeln sich die Figuren ja auch in eine andere Richtung.

Der Bonus-Track kam etwas überraschend, weil Kira ja gerade abmoderiert hatte, und irgendwie hatte ich nach den ersten Sätzen damit gerechnet, dass man da jetzt irgendwo das Rezept für diesen Nachtisch nachlesen kann. Aber nein, es ging dann doch um Sri Lanka, was vorher in der Folge gefühlt gar nicht vorkam? Kratzend
Vielleicht wollte man noch unterbringen, dass Lars südostasiatische Wurzeln hat und hat es vorher nicht elegant einbinden können? Oder ich habe den Moment verpasst, wo das erwähnt wurde (dabei habe ich wirklich aufmerksam zugehört.)

Alles in allem eine gute erste Folge, die sich viel Zeit nimmt, den Schauplatz und die Figuren einzuführen, und dabei die eingeflochtene Kriminalgeschichte ein bisschen vernachlässigt. Einen hohen Wiederhörwert sehe ich persönlich hier weniger als beispielsweise bei der ersten Folge von Bibi, weil da einfach viel mehr los ist. Aber ich bin gespannt, was die Serie noch zu bieten hat.

7 von 10 Punkten


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