Geschrieben von Bärbel am 23.11.2025 um 10:35:
Folge 2: Allein zu Hause
Ich mag diese Folge gerne, obwohl sie in Bezug auf die Kontinuität der Serie ein Ausreißer ist, was ich eigentlich gar nicht mag. Aber es gelingt mir gut, entsprechendes einfach auszublenden.
Das Cover gefällt mir gut. Es fasst den Kern der Folge gut zusammen. Neben Elea, Ravi und Ezechiel, bekommt man nun Opi Kopi zu Gesicht. Außerdem finde ich es toll, dass man die Buchhandlung sieht.
Der Titel weist, vor allem in Anbetracht der Zielgruppe Kinder, auf ein Abenteuerfolge hin. Er zielt auf den Ursprung der Geschehnisse der Folge ab. Für mich ist der Titel aus diesen beiden Gründen treffend, auch, wenn sich anhand des Titels nicht vermuten lässt, dass der Hauptteil der Folge in Arambolien spielt. Wobei man natürlich auch besonders gut besonders viel in Arambolien sein kann, wenn man alleine zu Hause ist, da dann niemanden die Abwesenheit bemerkt - besonders, wenn noch nicht etabliert ist, dass die Zeit in Altenberg anders vergeht.
Auch, wenn die Folge hektisch los geht, finde ich den Anfang sehr gemütlich, weil ich es mir in einer Vierten Welt auch mit Café sehr gemütlich und einfach richtig schön vorstelle. Als ich die Folge das erste Mal gehört habe, kannte ich es auch noch gar nicht, dass es in einer Buchhandlung auch ein Café gibt und fand das daher besonders cool. Außerdem finde ich toll, wieviel altenberger Leben sich in der Vierten Welt abspielt und das wird hierdurch unter anderem ersichtlich.
Besonders mit dem Café, aber auch ansonsten finde ich es sehr erstaunlich, wie Tante Lissy alles als Alleinerziehende hinbekommt. Dass sie es dann nicht auch nich schafft, zu Kochen, finde ich nachvollziehbar. Ich finde es auch gut, dass Tante Lissy nicht perfekt ist, wichtig ist ja nur, dass sie eine gute Lösung findet. Und die ist das Essen vom Taj Mahal, welches es daher zu Beginn der Folge zu Mittag gibt, garantiert

Zudem wird so auch eine schöne Verbindung zu Ravis Eltern hergestellt, während Tante Lissy, Opi Kopi, Ravi und Elea gemeinsam essen.
Dass Opi Kopi beim Essen anbietet, sich um Elea und den Laden zu kümmern, während Tante Lissy in Frankfurt auf der Buchmesse ist, finde ich sehr nett. Auch, wenn ich von Opi Kopi, einem Mann, der bei keinem Friedensmarsch seit 1968 gefehlt hat, nichts anderes erwartet hätte. Opi Kopi ist einfach toll und den Zusammenhalt finde ich total schön.
Wenn dann daraufhin zwei Tage später Tante Lissy von Opi Kopi zum Bahnhof gebracht wird und das Unglück geschieht, finde ich schon immer unrealistisch, dass der laufende Wasserhahn solch einen Schaden anrichtet und dass das Wasser sogar bis aus der Haustür läuft, vor allem in so einer relativ kurzen Zeit. Denn zum einen haben Waschbecken ja einen Überlaufschutz und zum anderen sind Badezimmerböden ja meist, aus gutem Grund, gefliest - wobei das Wasser ja scheinbar auch aus dem Bad herausläuft.
Sehr passend zu Opi Kopi, der auch deshalb nicht rechtzeitig zurück kommt, finde ich, dass er mit dem Auto liegen bleibt, weil der Tank leer ist.
Die Stimmung bei Elea und Ravi im im Kino, vor allem mit der Musik, mag ich sehr.
Sie bildet zudem einen guten Kontrast zu dem, was sich bei Elea zu Hause abspielt. Die Szene mit der Nachbarin, die scheinbar über alle Geschehnisse in der Straße einen Überblick hat, finde ich ganz lustig. Aber wie kommen sie mit Quirin Bartels in den Keller zum Haupthahn? Sie müssen wohl eingebrochen sein, was jedoch nicht erwähnt wird.
Durch die Beschreibung des Ezählers, nachdem Elea eingefallen ist, dass sie den Hahn nicht zugedreht hat: "So schnell sind die Räder von Eleas Rollstuhl schon länger nicht mehr über das holprige Kopfsteinpflaster von Altenberg gerattert" habe ich als Kind das erste Mal darüber nachgedacht, dass nicht nur Treppen für Menschen, die einen Rollstuhl benutzen, problematisch sein können.
Dass Elea Opi Kopi Ezechiel vorstellt, nachdem alle am Unglücksort angekommen sind und Ezechiel in Opi Kopis Anwesenheit in der Tasche redet, war aus Sicht der Geschichte längst überfällig, finde ich, aber ich bin auch froh, dass er es "schon" in der 2. Folge erfährt.
Warum Opi Kopi dann aber Ezechiels Federfarbe "Sonnenblumenblau" nennt, ist mir ein Rätsel.
Ich finde es sehr erstaunlich und auch unrealistisch, dass Elea nicht weiß, wie alt Ezechiel ist und dies erst im Zusammenhang damit erfährt, dass Ezechiel zu jung für den Universator ist.
Problematisch finde ich an der Einführung des Universators, mit dem man unter anderem in der Zeit reisen kann, dass ab nun alles rückgängig gemacht werden kann. Auch, wenn es in den späteren Folgen keinen solch gravierenden Anlass mehr gibt. Immerhin geht dies nur für eine begrenzte Zeit, wie wir später erfahren.
Sehr interessant finde ich, dass Opi Kopi im Eulensaal, als Elea und Ravi nach Arambolien reisen, sagt: "Wenn ich nicht wüsste, dass ich nur einen Tofuburger im Magen habe und keine Zauberpilze". Das mit den Zauberpilzen habe ich früher gar nicht verstanden und habe es tatsächlich dann erst vor gar nicht allzu langer Zeit erst gecheckt. Es überrascht mich nicht, dass Opi Kopi, wie es scheint, schonmal Magic Mushrooms gegessen hat, aber dass Magic Mushrooms in einem Kinderhörspiel vorkommen. Wobei, Elfie Donnelly ist die Autorin. Deshalb weniger überraschend und durchaus progressiv für damals finde ich, dass Opi Kopi einen
Tofuburger gegessen hat.
In Arambolien lebt das Land in dieser Folge aus meiner Sicht davon, dass das, was man sich wünscht, wahr wird. Ein großer Kontinuitätsfehler zu späteren Folgen, aber eben ein richtiges „Traumland“. Als Kind fand ich das ziemlich cool, aber auch ein bisschen schade, dass dort alles scheinbar so einfach geht, was natürlich auch Handlung und Spannung nehmen kann. Nun, als Erwachsene, finde ich Arambolien so, wie es letztendlich etabliert wird, definitiv besser.
Dass die Leute dort so unscharf aussehen, passt auch nicht zu den späteren Folgen. Oder vielleicht sind das in der Folge alles Verstorbene? Eleas Eltern waren ja auch unscharf. Aber eigentlich sind die Toten ja am Vulkan der ewigen Ruhe.
Dass Ravi nicht versteht, warum die Arambolier*innen so auf Klauberklöße abfahren, da die, die sie mal nach Ezechiels Rezept nachgekocht hatten, wie Pappe schmeckten, geht denke ich daraus hervor, dass die Klauberklöße einfach schlecht nachgekocht wurden. Ich denke, dass Klauberklöße auch für Menschlinge und auch eigentlich für Ravi total lecker sind. Ich würde gerne mal welche essen. In meiner Vorstellung schmecken sie eher süß, sind aber trotzdem eine ganze Mahlzeit und nicht nur ein Snack. Vielleicht ein bisschen wie eine Mischung aus Germknödel und Quarkkloß mit Anis, Kardamom mit und etwas, was ich mir nicht vorstellen kann, weil ich die arambolischen Zutaten noch nie gegessen habe.
Die Szene zwischen Bartels und Opi Kopi, wie sie sich währenddessen im Eulensaal kabbeln, finde ich sehr lustig.
Dass Elea, Ravi und Ezechiel es ohne Ezechiel nicht schaffen, aus Arambolien zurück zu kehren, weil die Säule dort liegt, finde ich ein bisschen komisch. Für mich funktioniert die Reise nach/ von Arambolien an diesem Ort aufgrund der besonderen Kräfte und nicht, weil dort eine Art Eingang ist, der eben auch versperrt sein kann.
Dass, nachdem die Zeit zurück gedreht wurde, der Abend vor dem Kinobesuch anders abläuft, obwohl Elea nich weiß, was beim letzten Mal passiert ist und sie somit also auch nicht draus lernen bzw. nun unbedingt dran denken konnte , zeigt für mich, dass Fehler nunmal passieren und nicht daran liegen, dass man doof ist. Eine schöne Moral der Geschichte, finde ich.
Ich frage mich ein bisschen, warum Elea Ezechiel nicht in Bezug auf den Universator glaubt. Denn Ezechiel ist schon unglaubwürdig und im Zusammenhang mit ihm doch somit eigentlich alles unglaubwürdige glaubwürdig. Aber vielleicht kennt Elea ihn ja auch einfach als kleinen Flunkerer.
Eine zwar eigentlich spannende Folge, die auf angenehme Weise weiter in die Serie einführt, der ich aber aufgrund der Kontinuitätsfehler nur 8 Punkte gebe.