Benjamin Blümchen 110 – Hilfe für das Pandababy
„Ich geh schnell nach China in eine Apotheke und kaufe Medizin!“
Ich muss sagen, auf die Folge freue ich mich ein bisschen, ich habe sie noch ganz grob im Ohr von damals und fand sie recht solide. Nach der mehr als dürftigen 109 erhoffe ich mir hier wieder einen Aufschwung.
Das Pandababy ist weg! Schon wieder! Ach nee, es hat sich nur versteckt. Warum ist es eigentlich namenlos? Wäre doch ne schöne Gelegenheit gewesen, Li mal wieder einzubringen. Die Chance verpasst man leider.
Herr Tierlieb hat gemerkt, dass er von Buchhaltung keinen Dunst hat und versucht sich folglich als Tierarzt. Irgendwo muss man ja Kosten sparen.
Schnell steht fest: Das Pandababy hat Bauchweh. Und dagegen hilft am besten die Medizin aus seiner Heimat: China – das Land wo die Chinesen herkommen (wer die Anspielung versteht, bekommt nen Keks

).
Benjamin ist der Knüller, er will mal schnell nach China laufen
Weil es diese Medizin nur in China gibt und man sie nicht verschicken kann, fliegen Benjamin, Otto und Stella einfach nach China. Könnte das der schlechteste Aufhänger aller Zeiten sein? Ich würde ihn auf jeden Fall nominieren. Warum einen Tierarzt fragen, wenn man auch nach China fliegen kann. Und dabei haben wir noch nicht mal geklärt, ob das Pandababy ohne Medizin elendig krepiert…
Nach den üblichen Eskapaden wegen Benjamins Größe und Gewicht geht es irgendwo in die Wallapampa, damit man keine weiteren Sprecher braucht
Verständlich, denn ein Jürgen Thormann (

) dürfte das Budget bereits aufgebraucht haben. Und endlich mal in einer sympathischen Rolle!
Die Atmosphäre beim Abendessen mit Herrn Wang finde ich sehr stimmig – erstaunlich übrigens, dass Stella das mit den Stäbchen nicht weiß – wie kommt das denn? Sogar ich weiß das. Jetzt fühl ich mich schlau
Das Gespräch über das Gleichgewicht der Dinge finde ich für Benjamin ungewohnt deep. Die Legende, die Herr Wang erzählt, verspricht eine coole Abenteuerfolge und klingt nach dem, was mir Bibis Hexenschatz nicht geben konnte. Gebremst wird meine Euphorie aber davon, dass Herr Wang nicht mitkommen will.
Am nächsten Morgen gibt es gebackene Nudeln zum Frühstück anstelle von Zuckerstückchen. Ausnahmsweise muss ich Stella mal recht geben: Nicht immer nur das essen, was es zu Hause gibt. In der Regel können die Einheimischen eines Landes ihre traditionellen Gerichte sehr gut, da kann man ruhig mal kosten.
Tatsächlich gefällt mir der Naturtrip dann ganz gut. Vielleicht nicht unbedingt das, was man von einer Chinareise erwartet, da hätte wohlmöglich ein anderes Land besser gepasst, aber morsche Hängebrücke und tiefer Fluss, das sind so die Dinge, die ich in solchen Geschichten durchaus erwarte. Vor allem finde ich es toll, dass die Hindernisse für Benjamin teilweise ein Problem sind und dann kann er sich wieder beweisen.
Sehr witzig, wie Otto und Stella sich dann beim Betreten der Höhle kindlich benehmen und Benjamin das mit „Ihr seid aber albern“ kommentiert
Der Klangteppich leistet hier wirklich hervorragende Arbeit. Nichts wirkt steril, die Stimmung wird jederzeit gut eingefangen, am Ende hätte es gerne noch einen weiteren Spannungspunkt gegeben.
Es geht dann doch alles etwas schnell: Die Beeren sind gefunden und die nächste Szene spielt bereits wieder im Zoo – schade, ich hätte gerne noch eine Szene mit Thormann gehabt.
Alles in allem eine wirklich solide Folge mit sehr gelungener Atmosphäre. Mit Thormann als Begleiter hätte man noch etwas mehr herausholen können und der Aufhänger, na ja, reichlich bescheuert, aber nach den ersten Minuten entwickelt sich eine gut durcherzählte Geschichte, die lediglich etwas abrupt beendet wird. Es war mehr drin, aber ich will mal nicht zu sehr meckern, ich habe so das Gefühl, dass ich mir bald eine Folge wie die 110 sehnlichst wünschen werde…
7/10