Benjamin Blümchen 111 – Sei nicht traurig, Benjamin!
Alte Bewertung: 9 Punkte
„Herr Blümchen! Sie haben eine Tür kaputt gemacht! Das hatten wir ja lange nicht!“
Oh, an die Folge kann ich mich relativ gut erinnern. Donnellys letzter Streich für die Serie – und irgendwie eine passende Abschiedsfolge. Mir hat sie bisher immer sehr gut gefallen und ich bin gespannt, ob die Folge die 9 Punkte behalten darf.
Direkt das Anfangsgespräch zwischen Benjamin und Karla mag ich sehr, man hört Donnelly sofort raus. Benjamin ist ein bisschen trottelig, aber auf liebenswerte Art und Karla ist forsch und direkt. Gefällt mir!
Auch wie die Story aufgebaut wird, ist absolut top. Benjamin kann Otto und Stella nicht erreichen, wartet mit Karla vergeblich und sie muss ihn dann auch noch alleine lassen. Sehr gelungen, wie Benjamin versucht, alles schönzureden („Bestimmt haben sie 10 Uhr gesagt!“ / „Ich hab’s nicht vergessen, nur gedanklich verlegt…“), aber dennoch ist da diese gewisse Unruhe. Man spürt, dass Otto und Stella nicht einfach kommen werden.
Der Verkäufer mit dem Hobel ist typisch Donnelly, sehr geil, wie er Benjamins Rüssel hobeln will

Auch der Wortwechsel mit Karla auf dem Wochenmarkt ist spitze, wo Benjamin versucht, so zu tun, als würde ihm die Sache nichts ausmachen.
Hier hat Donnelly sehr geschickt ihre Kritik an Kiddinx rausgelassen: „Otto war mein bester Freund. Dann ist Stella aufgetaucht. Jetzt braucht er mich nicht mehr.“
Nur den Begriff „Depression“ so lapidar zu verwenden, das ist etwas gewagt…
Der Film im Kino macht dann alles nur noch schlimmer, weil er auch noch thematisch passt. Richtig starke Szene von Kluckert!
Aufgelockert wird die Geschichte durch Karl, der sich auf dem Polizeirevier abmüht und es nicht hinbekommt, die Situation gut zu erklären. Auch das ist Donnelly-Style.
Gesteigert wird das dann noch dadurch, dass auf dem Jahrmarkt die anderen Besucher mitbekommen, dass Benjamin versetzt wurde und versuchen, ihm gute Ratschläge zu geben.
Bevor die Kids vor dem Player komplett zusammenbrechen, kommen Otto und Stella aus der Schule und es wird klar, dass hier wohl ein Missverständnis vorlag. Aber ganz so schnell lässt sich das wegen Karls beunruhigender Nachricht auf dem Anrufbeantworter (der übrigens beweist, dass Ottilie noch lebt!) nicht aufklären.
Hier finde ich richtig gut, wie Stella den Mann mit dem Hobel durch die geklaute Gurke zu einer Aussage bewegt. Man muss sich halt zu helfen wissen
Benjamin überlegt schon, sein Leben komplett umzukrempeln. Ich dachte ja irgendwie, dass es reichlich übertrieben ist, dass er in der 157 gleich auswandern will, weil er glaubt, Karl hätte ihn beleidigt, aber sensibel ist er ja schon und sich in Sachen reinsteigern kann er auch gut…
Abgerundet wird die Story mit Benjamins Sturz durch die Tür in der Eisdiele. Im vorherigen Gespräch von Otto und Stella hätte ich mir etwas mehr Emotionen von Otto gewünscht, man hat ja fast den Eindruck, dass Otto die später hinzugekommene Hauptfigur ist, aber na ja.
Sehr geil, wie Otto meint, dass sie doch immer alles mit Benjamin zusammen machen wollen und Stella dann so einschränkt: „Na ja… nicht alles…“

Freches Ding!
Eine sehr mutige Folge für diesen Bereich, der eher von Tierchen- und Spaßfolgen dominiert wird. Eine Neuauflage der 36, die aber deutlich facettenreicher daherkommt, zwischendurch auch etwas aufgelockert wird und vor allem durch das grandiose Duo Benjamin und Karla viele Pluspunkte sammelt. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass Karla Benjamins Traurigkeit mehrfach als Depression bezeichnet. Eine Depression ist dann doch ein bisschen mehr als „Traurig sein, weil man versetzt wurde“.
Trotzdem ziehe ich dafür keinen Punkt ab, weil ansonsten einfach alles stimmt. Für mich sehr wahrscheinlich die beste Stella-Folge und auch insgesamt eine der stärksten Folgen der Serie.
10/10