Benjamin Blümchen 112 – Die Elefantenkönigin
„Jetzt hab ich aber genug von diesem komplizierten ‚Tirili‘, ‚Tirila‘ und ‚Rötötö‘!“
„Ich wüsste nicht, was an ‚Rötötö‘ kompliziert sein soll. Unsere Landessprache ist klar und einfach!“
Tatsächlich gibt es kaum noch eine Folge bei Benjamin, auf die ich wirklich so extrem gespannt bin wie auf diese hier. Ich kenne sie zwar, weiß aber fast nichts mehr, weil es Jahre her ist, dass ich sie gehört habe. Ich kann nicht mal sagen, wie sie mir damals gefallen hat. Die Folge polarisiert ja extrem und solche Folgen sind es, die mich Ü100 bei Benjamin und Bibi noch besonders reizen, man vergisst sie nicht so schnell. Also werden das vermutlich entweder 10 Punkte oder es ist eine Totalkatastrophe. Schauen wir mal, mit wem ich hier anecken werde
Der Anfang ist auf jeden Fall recht anstrengend, weil Benjamin natürlich mal wieder dumm ist und Otto und Stella die ideale Gelegenheit bekommen, mal wieder alles besser zu wissen. Nachdem Benjamin ja auch schon Berührungspunkte mit dem All und den Sternen hatte, sollte er da eigentlich auch ein wenig bewanderter sein. Der Erzähler findet es natürlich toll, dass Otto und Stella so schlau sind.
Weil Otto und Stella das Sternbild des großen Elefanten nicht kennen, kann es auch nicht existieren – so! Die Kombination Traumfolge und Weltall löst bei mir direkt Unbehagen aus. 16 und 55 waren eigentlich schlimm genug…
„Steigt in das Raumschiff, das ich mal eben auf die Zoowiese geschickt habe“ – Klassiker
„Was ist denn das für eine Käsekugel da vor uns?“ – „Das ist der Mond!“ – Joa, da war Benjamin ja auch schon drauf, nech…
Der Flug dauert recht lange und dann bekommen es die Freunde auch noch mit aggressiven Zuckerstückchen zu tun (wer hat sich das bitte ausgedacht?). Erfahren wir jetzt langsam mal, was das Problem auf Tötörözien ist?
Nee, erstmal geht Stella verloren. Also DAS ist doch mal was echt Positives! Find ich gut

(Der Erzähler findet es schade). Sympathisch, wie die Lehrerin sie für eine Elefantendame hält

Auch geil, dass sie Stella erstmal die rötötönische Grammatik nahebringen will
Offenbar parodiert man mit dem Verkehrsschilder-Konflikt politische Angelegenheiten, in denen sich zwei Parteien nicht auf eine einheitliche Lösung einigen können, aber ein paar Ös weniger hätten es dann auch getan. Außerdem ist mir unklar, wie Benjamin und Otto unabhängig sein sollen, wenn sie im Auftrag der Königin handeln.
Die Konfliktszene ist dann einfach nur noch anstrengend. Rötötönisch und Tötörözisch und mir tötöegal. Vor allem: Die beiden sprechen eh die ganze Zeit Deutsch. Dann nehmt doch Deutsch. Oder Symbole. Und haltet einfach die Klappe.
Benjamin hat aber einen viel besseren Vorschlag: Schmeißt die Landessprachen raus und nehmt meine Töröö-Sprache. Äh, ernsthaft jetzt? Soweit ich mich erinnere, besteht die Töröö-Sprache eh nur aus Töröös und der Unterschied liegt in der Betonung. Das soll auf Verkehrsschildern genau was bringen?
Nee, ich muss mich der kritischen Seite anschließen. Die Folge hat wirklich nicht viel zu bieten, nur Stellas Handlungsstrang ist ganz nett, aber der Anfang ist mir zu klugscheißerisch, die Reise mit dem Raumschiff holt mich gar nicht ab und dieser Konflikt mit den Verkehrsschildern ist einfach nur Quark und wird auch echt schlecht aufgelöst. Mir ist schon klar, auf welche Art realer Probleme man hier anspielt, aber übertragen auf die Elefantensprache funktioniert es einfach null und ist halt insgesamt auch eher zum Augen verdrehen inszeniert. Brauche ich kein zweites Mal.
2/10