Bibi Blocksberg 090 – Oma Grete sorgt für Wirbel
„Oma Grete! Was machst du denn hier?“
„Ich bringe hier alles durcheinander, wie immer!“
Die 90er sind für mich bislang noch ein sehr weißer Fleck bei Bibi, ich kenne keine der Folgen. Hier gibt’s also die Abschiedsvorstellung für Bruckhaus und Weber, was mich schon etwas wehmütig werden lässt. Stimmlich sind die neuen Blocksberg-Eltern ja okay, aber charakterlich… na ja. Gleichzeitig rückt Oma Grete in den Fokus, von der immer mal wieder die Rede war, die aber bislang eher selten tatsächlich auch in Erscheinung getreten ist. Ich finde sie ja ganz cool (wenngleich mich die Bezeichnung „Oma Grete“, die ständig verwendet wird, unglaublich triggert), hoffe aber, dass sie hier kein Paula Pempelfort-Abklatsch ist, bzw. wenn, dann bitte in der Version von B&T 23...
Sitzt Bibi eigentlich mittlerweile neben Florian? Wahrscheinlich wechselt das je nachdem, welche Freunde von ihr gerade gebraucht werden
Dass ausgefallene Schulstunden nachmittags nachgeholt werden, wäre mir neu. So was gibt’s? Bei uns haben manchmal die Lehrer, die eine ausgefallene Stunde dringend nachholen wollten, einfach Kollegen um gebeten, deren Stunde übernehmen zu dürfen, aber länger Schule als geplant hatten wir soweit ich weiß nie.
Der Holzlieferant ist ja mal super motiviert. Er soll seinen Job machen und meint nur: „Wenn’s denn sein muss…“ – Top qualifiziert!
Oma Grete kommt vorbei, wenn sie vorbeikommen will. Persönlich bin ich kein Fan von sowas, aber um ihren unkonventionellen Charakter zu unterstreichen, finde ich es cool.
Und Grete legt gleich mal los, ihre Verwandtschaft ein bisschen aufzumischen

Bisschen übergriffig, aber wer wird einer Inken Sommer schon böse sein?

Ganz schlimm finde ich ja Florians „Guten Tag, Frau… Oma Grete!“ Junge, sie heißt Blocksberg mit Nachnamen!
Was die Folge direkt sehr gut macht, ist die Herausstellung der Problematik, wenn zwei unterschiedliche Erziehungsstile aufeinandertreffen. Irgendwie war es standardmäßig immer so, dass man bei Oma alles durfte, was man zu Hause nicht durfte. Das Ding war halt nur, dass man entweder zu Hause oder bei Oma war, sodass es zwischen den beiden Parteien keine direkten Konflikte in dieser Sache gab (dass es natürlich auch anders geregelt sein kann, ist mir schon klar, ich bin so aufgewachsen).
Grete findet es nicht verwerflich, allen ihr Lieblingsessen zu hexen, aber sie untergräbt damit die Autorität ihrer Tochter.
Verwunderlich finde ich nur Bernhards „Gehextes Essen mag ich nicht so gerne“ – dafür lässt er sich mitunter gerne bedienen
Förster Buchfink wird also zu Christoph Kolumbus. Ehrlich gesagt weiß ich nicht so recht, was ich von der Besetzung halten soll. Ich habe auch nicht wirklich eine Vorstellung davon, was Kolumbus für ein Mensch war. Hier bemüht man sich wohl auch, sich nicht angreifbar zu machen. Dass Kolumbus sich über die Neuheiten, die er nicht kennt, wundert, ginge wohl jedem so und dass er gerne Unbekanntem nachgeht, dürfte als Entdecker wohl seiner Natur entsprochen haben
Die Hexerei bringt mich zu der Frage, inwieweit man Tote wieder auferstehen lassen kann. Oder funktioniert das nur für historische Persönlichkeiten?
Dass Bibi und Florian dann erstmal anfangen, ein Holzmodell zu bauen, finde ich total bescheuert. Das frisst doch nur noch mehr Zeit. Sie wäre schneller fertig, würde sie einfach im Netz recherchieren oder sich ein YouTube-Video ansehen. Wann hat sie sich denn jemals dran gehalten, nicht zu hexen? Und hier, wo es nicht um Spaß geht, sondern sie eine 6 verhindern will, macht sie es plötzlich nicht? Und warum hat Christoph Kolumbus auf einmal so viel Zeit für sie?
Bernhard hat einen Geistesblitz und lässt Barbara einfach auf der Leiter stehen mit einem „Gut festhalten!“? Und sie lässt sich das gefallen?
Noch schlimmer allerdings, dass Grete ihre Tochter erst müde belächelt und sie dann auch noch zur Säule erstarren lässt. Absolut unsympathisch und hier schießt man über das Ziel hinaus. Dass Grete ein eher rebellischer Charakter ist und gerne Chaos stiftet, ist ja völlig okay, aber wie sie Barbara permanent schlecht dastehen lässt, geht gar nicht. Wird mal Zeit für eine Quittung.
Die Seefahrer-Thematik interessiert mich halt auch nicht wirklich, deshalb sind die Passagen mit Kolumbus, in denen er mit Bibi und Florian am Schiff werkelt, auch relativ uninteressant. Die Folge hat eigentlich ganz stabil angefangen, lässt aber immer mehr nach.
Aber Grete setzt natürlich noch einen drauf und dringt nun auch noch in Barbaras Labor ein, denn sie kann ja eh nichts dagegen sagen. Und, äh, Florian will Kolumbus den Ottomotor erklären und Bibi will ihn zu ihrem Referat mitnehmen? Hoffentlich kassiert sie eine 6 dafür – aber irgendwas sagt mir, dass das nicht passiert.
Wenigstens wird Barbara jetzt endlich mal sauer. Und dann fliegt auch noch ihr Labor in die Luft. Dafür ist sie dann doch extrem entspannt. Sorry, kein Verständnis dafür, Grete hatte hier eine richtige A****loch-Rolle, hat ihre Tochter mehrfach lächerlich gemacht, sich über sie hinweggesetzt – ich wäre explodiert und hätte sie hochkant rausgeschmissen.
Aber stattdessen lässt Barbara sich von ihrer Mutter „unerträglich“ nennen und lacht darüber.
Auch die Kolumbus-Story wird anders aufgelöst als gerecht gewesen wäre, aber damit hatte ich schon gerechnet. Pech für die anderen Schüler, dass sie sich keine historischen Personen in ihr Zimmer hexen können. Ein Referat muss man schon selber halten, anstatt es auf andere abzuwälzen.
Ja, was soll ich sagen… Die Charaktere nehmen es ständig in Kauf, dass die Historie sich verändert, Grete schießt hier weit übers Ziel hinaus, ohne dafür belangt zu werden, die Kolumbus-Story mit dem Schiff ist ziemlich belanglos, die Renovierungsarbeiten sind auch nicht spannender. Ja, man kann die Folge hören, aber ich habe mich ab einem gewissen Punkt eigentlich nur noch aufgeregt. Da sind zwei Punkte leider das absolute Maximum, sorry. Keine schöne Abschiedsfolge für Bruckhaus und Weber. 12 Punkte Vorsprung hat Benjamin nun schon…
2/10
Benjamin 51:39 Bibi