@Quadro
1. „Nachfahren der Indianer“ - Die sind noch nicht alle tot. Es gibt durchaus auch heute noch Indianerstämme. Sicherlich nicht in DE, aber auf dem amerikanischen Kontinent.
2. Hättest du vielleicht mal genauer lesen müssen. Es macht einfach keinen Unterschied, ob du die Eskimos jetzt Eskimos oder Inuit nennst. In ein paar Jahren ist auch Inuit ein Schimpfwort geworden und wird wieder von irgendwelchen Sprachfuzzis durch ein neues Wort ersetzt. Weil man derlei Bezeichnungen immer positiv wie negativ behaften kann. Oder eben so tun als wäre es extrem negativ belastet.
3. Habe ich selbst, wie geschrieben, Begriffe wie Negerkuss/Zigeunerschnitzel nie mit den evtl. angesprochenen Menschen in Verbindung gebracht und auch nie auch nur einen Schwarzen irgendwann mal Neger genannt. Für mich war „Negerkuss“ immer einfach nichts anderes als eine Produktbezeichnung wie es Paprika und Lasagne auch sind. Ich bin sogar der Meinung, dass diese Produktbezeichnung weitaus weniger Schwarze gestört hat, als uns die Political-Correctness-Leute weismachen wollen. Es gibt ja auch weiße „Schaumküsse“.
Letztendlich ist Diskriminierung, was solche Fälle angeht, immer auch ein Stück weit davon abhängig, in welchem Kontext das Wort gebraucht wird. Wenn ich einen Schwarzen (abseits vom Freundeskreis) direkt als Neger bezeichne und zB als Ladenbesitzer den hereinkommenden Kunden erst mal mit „Na du Neger, was willst du?“ begrüße, dann ist das für mich eindeutig diskriminierend, denn ich will ihn damit natürlich treffen und „dissen“, bzgl. seiner Hautfarbe. Bei Völkern wie Eskimos oder Indianer sehe ich das anders. Es kann schließlich auch jeder anfangen, in beleidigendem Tonfall „Na du Deutscher“ zu sagen und irgendwann wird „Deutscher“ dann wirklich zu einem Schimpfwort. Für mich sind die Begriffe Eskimos, Indianer, Nomaden und Co. deshalb Begriffe wie Deutscher, Engländer, Franzose usw. Zwar haben diese Völker keinen eigenen Staat, sind aber ein Volk, welches sich von anderen Völkern abgrenzt und deshalb bekommen sie eine eigene neutral gemeinte Bezeichnung.
Der Grund, warum hier Diskriminierung vorliegen kann, ist aber genau jener, dass zB Nomaden kein festes Staatsgebiet haben wie Deutsche, Engländer usw., es sind „Minderheiten/Randgruppen“ und somit erscheint die Verwendung des Begriffs abfälliger. Aber es ändert einfach nichts, wenn man diesen Begriff alle paar Jubeljahre anpasst. Dann wird der neue Begriff eben wieder zum Diskriminierungsausdruck.
DAS ist meine Argumentationsgrundlage. Wäre sie „Das gehört so, weil das immer schon so war“ wären wir hier aber noch, wenn jeder so denken würde, im finstersten Mittelalter, wenn überhaupt. Und das hat damit auch gar nichts zu tun. Du kannst mich natürlich gerne als schlimmen Finger bezeichnen, weil ich an der chinesischen Vase nie etwas, was gar nicht geht, gefunden habe. Aber gerade in solchen Fällen wenn es um diesen einen, einzigen Satz geht und der dann auch noch eine kriminelle Drohung ist - Wenn Sie nicht zahlen, verkaufen wir das Baby an Zigeuner - dann fängt für mich Verbissenheit an. Das soll in dem Moment einfach nur Angst machen, die Zahlungsbereitschaft erhöhen und vom Einschalten der Polizei zusätzlich abhalten und so dachte man damals in den 80ern nun mal. Das heiße ich deshalb nicht gut, aber es vermittelt ein realistisches Bild der damaligen Zeit. Heute würde man eher schreiben „Sonst verkaufen wir Ihre Tochter an einen Mädchenhändlerring“ und das sind dann ja wirklich einfach Kriminelle, die kein eigenes Volk darstellen. Dafür schert man heutzutage bspw. alle Flüchtlinge über einen Kamm. Dürfen deshalb keine flüchtlingsfeindlichen Sätze mehr in Spielfilmen fallen, egal in welchem Kontext?
Die Kunst ist es lediglich, solche Art von Diskriminierung nicht zu verherrlichen und für korrekt zu erklären. Wenn Tarzan also völlig aus der Luft gegriffen sagt: „Vielleicht verkaufen sie das Baby sonst an Zigeuner“ ist das klar diskriminierend. Aber er liest einen Drohbrief von den Gangstern vor. Wo ist da das Problem?