Soo, dann mal meine Rezension zur mMn vielleicht besten Trash-Folge ever:
Selten habe ich eine Fünf Freunde-Folge gehört, die voller unfreiwilliger Humoreinlagen steckt. Die erste Hälfte besteht eigentlich ausschließlich aus Was-ist-Was-artigen Erklärungen. Was funktioniert ohne Strom nicht mehr? Was ist ein Umspannwerk? Wie kann man das Stromproblem temporär in den Griff bekommen? Wie wird Strom transportiert? Das alles und noch vieles mehr finden Theo, Tess und Quentin - Pardon, die fünf Freunde und ein kleines nerviges Anhängsel heraus. Es ist wirklich niedlich, wie sie den Bewohnern Kirrins erst mal verklickern müssen, wie es auch ohne Strom geht, nachdem Fanny und Quentin ihnen das davor in aller Ruhe erklärt haben.
„Kann nicht irgendjemand Mrs. Watson ein paar Kerzen leihen?“
„Ach ja, so gehts natürlich auch...“
Alter, ich hab mich gekringelt vor Lachen.
Womit wir schon beim nächsten Punkt wären: Watson, Reynolds - hat da jemand zu viele Detektivhörspiele konsumiert? Das ist ja noch aufdringlicher als Ditterts Avatarnamen in DDF 192.
Und dann kommt Georges Mitschülerin ins Spiel. Moment... Mitschülerin? Freundin? Die klingt, als wäre sie gerade mal 8, 9 Jahre alt. Seit wann gibt George sich bitte mit solch kleinen Kindern ab?
Aber passend tut sie gut, mit ihrer durchgängig ablesenden Stimme. Anstatt erst mal auszurasten, weil die fünf Freunde ihre Eltern verdächtigen, etwas Verbotenes getan zu haben und von diesem Gedanken gar nicht mehr wegzubringen sind, wirkt Jenny, als hätte sie zwischendurch ein Dutzend LSD-Pillen eingeworfen. Einfach niedlich: „Ihr wollt meine Eltern anzeigen?“ „Ach so, ja...“
Auch die Kindlichkeit, mit der die Fünf Freunde hier durch ihr „Abenteuer“ stolpern, ist wirklich putzig anzuhören.
Ein weiteres Highlight ist für mich die offensichtliche Kritik an Supporthotlines von Großkonzernen, als Mr. Nickel ständig weiterverbunden wird und am Ende wieder bei Person A ankommt.
Dann das Aufsammeln von Papierfetzen, auf denen erkennbar ist, dass auf dem zerrissenen Zettel 50 Adressen standen. Krass, wie schlau die Kinder sind. Und seltsam, dass eine solche Liste überhaupt existiert, schließlich gibt es doch Computer mit Festplattenspeicher...
Am besten ist dann noch, dass Buchstaben mühevoll so aus einer Zeitung ausgeschnitten werden, dass man das später nachverfolgen kann. Das möchte ich gerne mal in real sehen
Am Ende, als im Auto zur Polizeistation gefahren wird, gibt es eine weitere starke Humoreinlage. Die Rückbank eines Autos bietet Platz für 6 Personen und Jenny wird noch nicht mal erwähnt. Ups...
Und es freut mich aber wirklich, dass zwei wesentliche Kritikpunkte aus der Vergangenheit nicht auf diese Folge zutreffen, die Geschichte ist nicht von vornherein wieder so glasklar und einfach erzählt und das Ende besteht nicht aus 30 Minuten Gangster von der Flucht abhalten. Ach ja, und Timmy nervt nicht.
Dazu ist das Hörspiel akustisch absolut überzeugend. Ein Haufen Sprecher sorgt dafür, dass keine Sterilität aufkommt, Geräusche sind passend eingestreut und es gibt keine überlangen Szenen, die
Musik ist zwar nicht aus älteren Produktionen, worauf ich bei den Fünf Freunden ja immer hoffe, weiß aber dennoch zu gefallen.
Fazit: Das ganze Hörspiel ist so dermaßen gespickt mit Absurditäten, dass ich die Folge schon nach der Hälfte komplett mit Humor genommen habe. Und so funktioniert sie auch sehr, sehr gut. Wer was lernen und dabei lachen will, der sollte sich die Folge nicht entgehen lassen. Katrin McClean zeigt Was ist Was-Autor und Serienzerstörer Manfred Baur in der falschen Serie, wie man es richtig macht. Chapeau. Ich vergebe eine glatte 1 für die unterhaltsamste Folge seit ... keine Ahnung, seit Ewigkeiten.