@MewMew
Ein kleines verschlafenes Örtchen, ein altes Haus mit Buchladen und das Versprechen auf eine übernatürliche Story. Damit hast du natürlich ein perfektes Setting geliefert, an dem ich sofort Gefallen gefunden habe.
Dann setzt du mit einem geheimen Schlüssel, familiengeführten Geschäften und einem nächtlichen Sturm noch einen drauf. Durch die widersprüchlichen Aussagen der Bewohner, dem alten Konflikt mit Anja und dem überstürzten Aufbruch vor vielen Jahren wird es noch interessanter.
Natürlich treibt auch die Ankunft von Baldan die Spannung in die Höhe. Der Geheimgang mit der angrenzenden Wendeltreppe wirkt hier auch überhaupt nicht zu viel, das mit dem Glasschlüssel ist mir aber ein bisschen zu convenient.
Dafür gefällt mir das mit dem Buch wieder besser. Erinnert mich irgendwie an Charmed und das mit den sieben Splittern hat mich dann ein bisschen an die sieben Schlüssel bei Grimm erinnert. Hoffentlich wird das mit den sieben Splittern besser zu Ende geführt als das mit den sieben Schlüsseln.
Dann haben es die vier auch schon mit ihrem ersten Bösewicht zu tun. Den fand ich ganz cool, auch wenn er sehr schnell besiegt war. Im Gespräch zwischen Baldan und Horka erfährt man dann noch, dass die anderen Splitter irgendwo in der Nähe sein müssen, was die Spannung natürlich nochmal steigert.
Genauso wie die Ankündigung, dass Baldan sich bei Emilia einschmeicheln und ihr den Splitter stehlen will. Ich mag es sehr gerne, wenn man die Entwicklung des Antagonisten genauso mitbekommt wie die der Protagonisten und quasi bei ihren Eskapaden dabei ist.
Generell finde ich die Erzählweise gut. Die Story ist spannend und flüssig, die Szenenwechsel sind von der Menge her genau richtig und man merkt beim Hören nicht, wie die Zeit vergeht. Zum ersten Mal auf die Uhr gesehen habe ich, als der Dunter besiegt war, und mich gewundert, dass die Folge schon fast durch ist.
Einen Erzähler braucht das Hörspiel nicht. Die Beschreibungen des Ortes Eckstein sind relativ natürlich integriert und man kommt eigentlich in allen Szenen gut mit. An ein, zwei Stellen hätte man noch ein paar mehr Beschreibungen einbauen können.
Die Sprecher:innen sind soweit in Ordnung. An manchen Stellen stimmte die Betonung meiner Meinung nach aber nicht und ganz am Anfang in der Szene war mir die Sprecherin ein bisschen zu drüber.
Die wörtliche Rede ist an vielen Stellen sehr gut, an anderen noch ein bisschen holprig. An diesen Stellen wird im Präteritum gesprochen, obwohl es natürlicher klingen würde, wenn das Perfekt benutzt würde, oder Sätze klingen zu geschrieben. So wurde "Überlege doch mal" statt "Überleg doch mal" gesagt oder "wodurch" als Konjunktion eingesetzt. Ist das bewusst so gemacht, oder unbeabsichtigt?
Die musikalische Untermalung ist großartig. Die Musikstücke sind nicht nur schön, sondern auch sehr atmosphärisch. Auch die Geräusche sind toll. In der Sturmszene kommt so viel Wind-Regen-Atmosphäre aus, dass Kiddinx und Europa sich davon echt eine dicke Scheibe abschneiden sollten.
Alles in allem ist das ein gelungener Auftakt und ich freue mich schon auf die zweite Folge und würde dieses Hörspiel erstmal mit 8 von 10 Punkten bewerten.
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Ich möchte bitte in Zukunft mit den Pronomen dey/denen angesprochen werden:
Beispielsätze:
Dey hat das Telefon abgehoben.
Ist das
deren Hund?
Ich bin
denen erst kürzlich begegnet.
Ich verstehe
dey so gut.